Energie

Stellenabbau
Thyssen-Krupp schließt Blechwerk Neuwied

Bis zum Jahr 2015 will Thyssen-Krupp die Produktion im Feinblechwerk Neuwied einstellen. Damit setzt der Konzern seinen Stellenabbau in der Stahlsparte fort, will aber auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.
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DüsseldorfDer angeschlagene Thyssen-Krupp-Konzern treibt seinen Stellenabbau voran. Bis September 2015 werde schrittweise die Produktion im Feinblechwerk im rheinland-pfälzischen Neuwied eingestellt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. An dem Standort sind 320 Mitarbeiter beschäftigt. Möglichst vielen solle eine Wechsel in das wenige Kilometer entfernte Werk in Andernach angeboten werden, wo bislang rund 2000 Stahlarbeiter beschäftigt sind.

An beiden Standorten würden aber in den kommenden Jahren insgesamt 420 Jobs gestrichen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will in der europäischen Stahlsparte mehr als 2000 der knapp 27.600 Stellen streichen.

Die Beschäftigten in Neuwied und Andernach seien am Dienstag auf einer gemeinsamen Belegschaftsversammlung informiert worden. Im Rahmen eines mit dem Betriebsrat vereinbarten Interessenausgleichs soll es Abfindungen und die Möglichkeit zur Altersteilzeit geben. In Neuwied werden Weißblechdosen hergestellt, die etwa für Lacke oder Lebensmittel verwendet werden. Andernach und Neuwied gehören zur Thyssen-Krupp-Tochter Rasselstein.

Die Weißblechproduktion in Andernach bleibe ein Kerngeschäft von Thyssen-Krupp Steel Europe, erklärte der Konzern. Das Werk in Neuwied sei aber nicht mehr ausgelastet. Bis Ende September soll nach der bereits geschlossenen Bandverzinkung eine weitere Anlage stillgelegt werden. Das Kaltwalzwerk laufe noch bis Ende 2013. Die Beize werde noch bis September 2015 fortgeführt.

Thyssen-Krupp Steel Europe kämpft wie die Konkurrenten Arcelor-Mittal und Salzgitter mit einer schwachen Nachfrage und Überkapazitäten. Neben dem geplanten Abbau von 2000 Stellen könnten 1800 weitere Jobs durch den Verkauf kleinerer Stahlwerke aus dem Konzern fallen. Den Prozess hat das Unternehmen bereits eingeleitet.

Zur Disposition stehen Werke des Bereichs Electrical Steel in Gelsenkirchen mit 620 Mitarbeitern, im französischen Isbergues mit 590 und im indischen Nashik mit 610 Mitarbeitern. Bis zum Geschäftsjahr 2014/15 sollen in der Stahlsparte die Kosten um 500 Millionen Euro gedrückt werden. Im gesamten Konzern will Hiesinger zwei Milliarden Euro einsparen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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