Energie

Stromhandel stopft Lücken
„Die Menschen fangen an, von den Inseln zu kommen“

Stromhandel wird wegen der Energiewende immer wichtiger. Eine große Rolle spielt dabei die europäische Stromhandelsbörse EPEX. Ihr Chef Conil-Lacoste sieht Europa auf einem guten Weg und bereitet sich auf Wachstum vor. 
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ParisEin Montag Mittag in Paris. Langsam laufen die Menschen den prächtigen, mit Bäumen gesäumten Boulevard Montmartre entlang, schwitzend, prustend, stöhnend, sich selbst Luft zufächelnd. Sie haben vor allem ein Ziel: Schnell in den nächsten klimatisierten Raum. Wie wichtig eine zuverlässige Stromversorgung ist, darüber sind sich viele Menschen nicht nur im Hochsommer bewusst, wenn die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen. Doch die Versorgungssicherheit steht heute auf wackeligeren Beinen als noch vor ein paar Jahren.

Um einen Kreislaufkollaps der Stromversorgung auf Grund der schwankenden Wind- und Solarstromerzeugung zu vermeiden, sitzt mitten auf dem prächtigen Boulevard Montmartre in Paris das Herz des Stromhandels: Die europäische Energiebörse EPEX pumpt täglich den Strom genau dorthin, wo sich Angebot und Nachfrage treffen. Die EPEX ist jedoch nicht etwa ein Umspannwerk, sondern organisiert den Stromhandel für Frankreich, Deutschland, Österreich und die Schweiz – und damit für 40 Prozent des Strommarktes in der Europäischen Union. Bisher sind 75 Prozent des europäischen Marktes miteinander verbunden, wenn es nach der EU geht, sollen es Ende 2014 100 Prozent sein.

Das könnte sich auch finanziell lohnen. „Ein durch Marktkoppelung voll integrierter europäischer Stromhandel würde 150 Millionen Euro Wohlfahrtsgewinn pro Jahr schaffen“, sagt EPEX-Chef Jean-François Conil-Lacoste im Gespräch mit dem Handelsblatt und plädiert für eine weitere Konsolidierung im Stromhandel. Auch die EPEX selbst ist 2008 aus dem Zusammenschluss der Leipziger Strombörse EEX und der Pariser Strombörse Powernext entstanden.

„Die Europäische Integration der Strommärkte würde bedeuten, dass 15 verschiedene Strombörsen jeden Tag zusammenarbeiten. Deswegen müssen wir die Dinge harmonisieren und einfacher machen“, sagt Conil-Lacoste. Die EPEX bereite sich darauf vor, zu wachsen, vor allem in Osteuropa. „Wir könnten uns zum Beispiel auch vorstellen, eines Tages mit der APX, dem Londoner Pendant zur EPEX, zu fusionieren“, so Conil-Lacoste.

Eine Koppelung von 100 Prozent werde man bis Ende 2014 nicht erreichen. Aber: „Wir sind auf einem guten Weg. Die Menschen fangen an, von ihren Inseln zu kommen“, sagt Conil-Lacoste. Er glaubt, dass eine Integration von 85 Prozent bis 2014 möglich ist.

Die Strombörsen werden mächtiger und tragen mehr Verantwortung. Beaufsichtigt werden die Handelsplätze von den Behörden in den jeweiligen Ländern, in Deutschland ist es die Bundesnetzagentur. Doch auch die EPEX selbst hat Interesse daran, dass kein Zweifel an ihrer Integrität aufkommt. „Wir sind auf das Vertrauen der Marktteilnehmer angewiesen. Wenn es einen Verdacht der Marktmanipulation geben würde, würde das unseren Untergang bedeuten“, sagt Conil-Lacoste.

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„Regulierte Preise sollten sozial Schwachen vorbehalten sein.“

Kommentare zu " Stromhandel stopft Lücken: „Die Menschen fangen an, von den Inseln zu kommen“"

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  • 8 Cent für Erzeugung&Subvention
    20 Cent für zentralistische Bereicherung+Steuern

    tja dann ist die zenralistische Verteilung wohl murks!!

    Bleibt nur ein Weg, ab dezentral jeder mit eigenem Speicher.

  • Die EEG-Umlage allein beträgt schon fast 5,3 ct/kWh (das sind ca. 25-35% mehr als der reine Energiepreis an der Börse), dazu kommen noch zahlreiche andere Umlagen/Abgaben und Steuern..

    ..und wenn sie sich "die Spotpreise" ansehn - beweist dies ihre Ahnungslosigkeit.. informieren Sie sich bitte, was in dem Strompreis alles drin steckt: z.B. beim BDEW oder BNetzA..

    ..und dann erkennen Sie viell. wer hier wen abzockt!

    Wenn Sie dann noch Lust haben, beschäftigen Sie sich mal mit "Regel-/Ausgleichsenergie" und "Frequenzhaltung".

    Grüße


  • "Conil-Lacoste fordert in seinem Heimatland eine Abkehr von diesem starren und ineffizienten Preissystem: „Regulierte Preise sollten sozial Schwachen vorbehalten sein.“

    ahhh sooo, das heißt, der Strom wird für uns alle dann über kurz oder lang bald unbezahlbar werden!!! weil nur reguliert kann Mensch Strom noch bezahlen...Abzocke bis zum Abwinken!!

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