Energie

Stromleitungen Netzbetreiber setzt auf bestehende Trassen nach Bayern

Sie gelten als zentral für die Energiewende: neue Leitungen, die Ökostrom von Nord nach Süd bringen. Doch sie stoßen vielerorts auf Widerstand. Stromnetzbetreiber 50Hertz will nun technisches Neuland betreten.
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Die Trasse soll in Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt beginnen und in Gundremmingen in Bayern enden. Quelle: dpa
Stromnetzbetreiber 50Hertz will eine neue Stromleitung über eine bestehende Trasse führen

Die Trasse soll in Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt beginnen und in Gundremmingen in Bayern enden.

(Foto: dpa)

BerlinDie geplante Hochspannungsleitung von Sachsen-Anhalt durch Thüringen nach Bayern könnte auch über bestehende Trassen führen. Der Chef der Betreibergesellschaft 50Hertz, Boris Schucht, kündigte am Montag an, die Variante mit ins Genehmigungsverfahren für die Gleichstromtrasse zu nehmen.

„Das ist technisches Neuland, was wir betreten“, sagte Schucht. Er wolle jedoch keine weiteren Verzögerungen bei dem Vorhaben, das neben zwei weiteren Trassen in Westdeutschland als zentral für die Energiewende in Deutschland gilt. Ziel ist es, Windstrom aus Norddeutschland zu den großen Verbrauchern im Süden zu bringen.

Die Trasse soll in Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt beginnen und in Gundremmingen in Bayern enden. „Gleichstrom und Wechselstrom auf einem Mast, das geht immer nur dort, wo sie Masten haben, die noch nicht voll besetzt sind“, sagte Schucht.

Zu erwarten ist, dass teils bestehende Masten durch höhere ersetzt werden müssen. Alternativen sind nach Unternehmensangaben neue Trassen an Autobahnen und Bahntrassen oder unterirdische Kabel.

Schucht sagte, man traue sich die technisch innovative Lösung zu, „die dazu führen könnte, dass man vorzugsweise bestehende Trassen nutzt“. Das habe er kürzlich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) mitgeteilt. Die neue Leitung firmiert unter mehreren Bezeichnungen: Korridor D, Gleichstrompassage Süd-Ost und Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ).

Umstritten sind die Leitungsverläufe vor allem in Bayern, auch in Thüringen gibt es Widerstand. Ohne die neuen Leitungen würde Energie in Süddeutschland auf längere Sicht teurer, betonte Schucht. 42 Prozent des in Ostdeutschland produzierten Stroms stammen inzwischen aus Sonne, Wind und Biomasse, wie aus Daten von 50Hertz hervorgeht. „Das ist Weltrekord“, sagte Schucht. Der bundesweite Durchschnitt liege bei 26 Prozent.

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