Energie

Studie
Ausbau von Windparks auf hoher See stockt

Fehlende Netzwerkanbindung schien im letzten Jahr den Windkraftausbau auszubremsen. Inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert. Trotzdem kommt die Bundesregierung mit ihren Plänen nicht voran - aus anderen Gründen.
  • 22

BerlinDer Ausbau der Offshore-Windkraft hinkt dem Zeitplan der Bundesregierung hoffnungslos hinterher. Damit bricht eine Stütze der Energiewende weg. Belegt wird die Entwicklung durch eine Studie, die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Sie listet auf, welche Projekte welchen Verzug haben oder ganz abgesagt wurden.

Es bestehe deswegen eine „nicht mehr zu erfüllende Erwartungshaltung zur Ausbaugeschwindigkeit“, heißt es in der Studie des Beratungsunternehmens Offshore Management Resources. Auftraggeber der Studie war der Stromnetzbetreiber Tennet.

Ursache für die Verzögerungen beim Bau der Windparks auf hoher See sind technische Hürden und Finanzierungsprobleme. Außerdem hat die Bundesregierung zuletzt mit ihren – zwischenzeitlich zurückgezogenen – Plänen für Einschnitte in das Erneuerbare-Energien-Gesetz für Verunsicherung in der Branche gesorgt.

Ohne die geplanten zehn Gigawatt installierter Offshore-Windkraft – das entspricht der Leistung von zehn Kernkraftwerken – bis 2020 sind die Ziele der Bundesregierung beim Umbau des Energieversorgungssystems nicht zu erreichen. Bislang sind erst wenige Hundert Megawatt in Nord- und Ostsee installiert.

Noch vor einem Jahr hatte es so ausgesehen, also würde der Ausbau der Windkraft scheitern, weil es an Netzanbindungen an das Festland fehlte. Mittlerweile haben sich die Verhältnisse geändert. Netze und Anschlussplattformen sind vorhanden, es fehlen die Windparks. „Wir werden in der Nordsee in Kürze fast dreimal mehr Anschlusskapazitäten als Windparks haben“, sagte Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman dem Handelsblatt.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Studie: Ausbau von Windparks auf hoher See stockt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Hallo Pobrecito
    Die Aussage "...die geplanten zehn Gigawatt installierter Offshore-Windkraft – das entspricht der Leistung von zehn Kernkraftwerken..." ist formal richtig. Der versorgungstechnische Unterschied liegt jedoch darin, dass Windkraft nur temporäre Leistungen - zudem zwischen Null und Maximum schwankend und nicht bedarfsgerecht - liefert, Kernkraftwerke ihre Leistung aber rund um die Uhr, bedarfsgerecht und verlässlich liefern. Versorgungstechnisch ist die Leistung von zehn Gigawatt Windkraftwerken daher in keiner Weise den von zehn Gigawatt Kernkraftwerken ebenbürtig.
    Alina Alanka

  • Vielen Dank für den - erneut eingestellten - Kommentar. Den alten habe ich gar nicht (mehr?) gefunden. Ich werde mir die Sendung entweder ansehen - oder evtl. sogar aufnehmen.
    Es ist doch schön, dass hier nicht IMMER nur ideologosche Phrasen (siehe Vandale) geäußert werden, sondern auch interessante Infos auftauchen

  • Ich möchte meinen Kommentar von gestern noch einmal wiederholen, weil der Artikel des HB zu dem Zeitpunkt nicht mehr groß beachtet wurde.

    Eine umfassende Analyse über die Auswirkungen der "Energiewende" und deren negativem Einfluß auf die Wälder durch Kahlschlag, die Tierwelt (Lebensraumzerstörung und Futtermangel), die Böden durch Vergiftung und die Luft durch Verpestung weltweit wird in einer Sendung von ARTE dargestellt.

    Die Videos über diese Sendung sind bis Freitag, den 17.05.2013 über folgende Adressen anzuschauen:

    http://www.arte.tv/guide/de/plus7
    aufrufen: 1. Saubere Energie
    2. Profit mit schmutziger Luft
    (Originalsendungen vom 14.5.2013 um 20:15 und 21:10)

    Eine Wiederholung der Sendung gibt es auf ARTE am SA dem 18.05.2013 von 11:35 bis 12:30.

    Die Erfindung der CO2-Zertifikate hat zu einem regen Handel geführt, der letzten Endes dazu dient Unternehmen, die keinerlei Bemühungen erkennen lassen CO2 einzusparen(wenn man bereit wäre dies zu sehen), riesige Geldmengen zuzuführen.

    Die ganze Welt lacht sich mal wieder über die blöden EU-Politiker tot und beutet die Erde erfolgreich und nachhaltig zur Profitmaximierung und zu Lasten der Bürger aus!!

    Bitte schauen Sie unbedingt die Videos oder die Wiederholung der Sendung auf ARTE an.

    Wenn Ihnen danach speiübel ist und Sie den restlichen Glauben an den Verstand unserer Politiker verloren haben, zeugt das nur von Ihrem gesunden Menschenverstand!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%