Energie

Studie zum Schieferöl-Vorkommen
Fracking versorgt die Welt für zehn Jahre

Das US-Energieministerium hat erstmals in einer breit angelegten Studie die globalen Schieferölquellen untersucht. Die Ölvorkommen, die per Fracking aus der Tiefe gepresst werden, reichen demnach für zehn Jahre.
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DüsseldorfDie weltweiten Schieferölvorkommen reichen aus, um den Verbrauch von zehn Jahren abzudecken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des US-Energieministeriums. Die Experten schätzen die Ressourcen auf 345 Milliarden Barrel Öl oder zehn Prozent der weltweiten Ölvorkommens überhaupt. Ein Barrel oder Fass Öl entspricht rund 159 Litern. Die Behörde prüfte die Vorkommen in 42 Ländern. Dies ist die erste Analyse, welche die Schieferölquellen weltweit, von Russland bis Argentinien, untersucht.

Die Fachleute zogen „technisch förderbares“ Öl in die Studie mit ein. Ob es sich aber wirtschaftlich lohnt die Vorkommen auszubeuten, untersuchten die Experten nicht. Dies hängt zum Teil von der Entwicklung des Ölpreises ab. Aber auch die Kosten für Erschließung, den Aufbau einer Infrastruktur und für die Verarbeitung spielen eine Rolle. Die Analysten erhöhen zudem ihre Prognose für die Vorkommen der USA von 32 auf 58 Milliarden Barrel Öl.

Vor allem in den USA steigt die Erdöl-Produktion durch die Erschließung von Lagerstätten, die bislang als schwer zugänglich galten. Dabei wenden die Energieunternehmen das sogenannte Fracking an. Bei der Methode werden Wasser, Sand und Chemikalien in Gestein gepresst. Der Druck löst Öl- oder Gasvorkommen aus der Tiefe.

Die Technik ist jedoch umstritten. Kritiker warnen unter anderem vor Gefahren für das Trinkwasser durch den Einsatz von Chemikalien. In Deutschland sind die schwarz-gelbe Koalition und die Länder sich uneins über eine Regelung zum Fracking. Eine Lösung steht noch aus, solange werden Projekte der Ölkonzerne nicht weitergetrieben.

Der Studie des US-Energieministeriums zufolge verfügt Russland über die weltweit größten Schieferölvorkommen mit 75 Milliarden Fass Öl. Nach den USA an zweiter Stelle folgen China mit 32 Milliarden, Argentinien mit 27 Milliarden und Libyen mit 26 Milliarden Fass Öl.

Die Schätzungen von Ölvorkommen sind allerdings ständig im Wandel, besonders bei den noch vergleichsweise neu entdeckten und wenig erforschten alternativen Vorkommen wie Schiefergas und -öl. Auch die Prognosen des US-Energieministeriums gelten als durchaus umstritten. Einige Experten hatten die Prognosen zu den Schieferöl-Reserven als zu optimistisch angesehen.

Sebastian Ertinger ist stellvertretender Redaktionsleiter der Handelsblatt Live App.
Sebastian Ertinger
Handelsblatt Live / Stellvertretender Redaktionsleiter

Kommentare zu " Studie zum Schieferöl-Vorkommen: Fracking versorgt die Welt für zehn Jahre"

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  • Fracking hat schon jetzt 1000en von Menschen das Leben zur Hölle gemacht. Sie sollten sich mal den Dokumentarfilm "Gasland" anschauen!

  • Also wenn Deutschland in Zukunft das erdgas aus den USA beziehen, wedr ich mir kein Erdgas-Auto zulegen... Fracking ist Mafia... wer sich mal mit dem Thema fracking befassen möchte sollte sich unbedingt mal den Film "Gasland" auf Youtube anschauen!

  • ....und vernichtet die Umwelt für tausende Jahre!

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