Energie

Tarifkonflikt
IG Metall kündigt Warnstreiks für Montag an

Vor der nächsten Tarifrunde übt die IG Metall Druck auf die Arbeitgeber aus: Am Montag sollen in der Metallindustrie erneut Warnstreiks stattfinden. Am Nachmittag trifft sich die Gewerkschaft mit den Arbeitgebern.
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FrankfurtDie IG Metall erhöht mit Warnstreiks vor der vierten Tarifrunde den Druck auf die Arbeitgeber. Bevor am Montagnachmittag die Tarifparteien erneut zusammenkommen, werden mehrere Zehntausend Beschäftigte aus 230 Betrieben im Pilotbezirk Baden-Württemberg zu Warnstreiks und Kundgebungen aufgerufen, wie die IG Metall am Freitag mitteilte. „Klar ist, der 13. Mai ist der letzte Verhandlungstermin, der im Südwesten auf der Agenda steht“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann. Ob ein Durchbruch gelinge, werde sich in den Verhandlungen zeigen. Zwei Tage später ist das oberste Entscheidungsgremium der Gewerkschaft im Land, die Große Tarifkommission, einberufen. „Diese wird dann entweder über ein am 13. oder allerspätestens 14. Mai gefundenes Ergebnis beraten oder die Entscheidung für Urabstimmung und Streik fällen“, sagte Hofmann.

Die Tarifverhandlungen für die rund 740.000 Metall-Beschäftigten im Südwesten gehen am Montag in Böblingen bei Stuttgart weiter. Am gleichen Tag werden in Frankfurt auch die Tarifgespräche für die 415.000 Beschäftigten der Branche in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen fortgesetzt. Hier seien für den Montag Warnstreiks in mehr als 50 Betrieben geplant, hieß es. Am Freitag legten 3.000 Beschäftigte von Mercedes Benz in Wörth und 200 Beschäftigte von Johnson Controls für mehrere Stunden die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt ab Mai und hatte signalisiert, nicht ohne eine Drei vor dem Komma abschließen zu wollen. Die Arbeitgeber unterbreiteten im April als erstes Angebot eine Anhebung um 2,3 Prozent, aber erst ab Juli bei einer Laufzeit von 13 Monaten. Auf ein Jahr gerechnet beläuft sich diese Offerte auf rund 1,9 Prozent.

Die Gewerkschaft strebt eine kurze Laufzeit an, weil sie mit einer stärkeren Erholung der Wirtschaft im kommenden Jahr rechnet. Seit Ende der Friedenspflicht haben sich im Bezirk bisher über 136 000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Am Dienstag gehen die Tarifvertragsparteien in München in die dritte Runde. Dieser Bezirk gilt neben Baden-Württemberg als potenzieller Pilotbezirk für einen richtungsweisenden Abschluss.

Sollten die Verhandlungen in der nächsten Woche erneut ohne Ergebnis bleiben, will die Gewerkschaft sie für gescheitert erklären und nach Pfingsten zu Urabstimmungen über unbefristete und flächendeckende Streiks aufrufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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