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Thyssen-Krupp

Beitz wendet sich ab – Cromme geht

Überraschende Wende: Patriarch Beitz hat doch das Vertrauen in den Chefkontrolleur verloren. Cromme räumt die Posten im Aufsichtsrat des Stahlkonzerns und im Vorstand der Krupp-Stiftung. Die Börse feiert den Abgang.
Update: 08.03.2013 - 15:09 Uhr 29 Kommentare
Nicht länger unzertrennlich: Krupp-Stiftungschef Beitz (li.) und der scheidenden Thyssen-Krupp-Chefkontrolleur Cromme. Quelle: Reuters

Nicht länger unzertrennlich: Krupp-Stiftungschef Beitz (li.) und der scheidenden Thyssen-Krupp-Chefkontrolleur Cromme.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer langjährige Aufsichtsratschef des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp, Gerhard Cromme, legt sein Amt zum 31. März nieder. Er werde den Posten zum 31. März abgeben und den Aufsichtsrat ganz verlassen, teilte die Thyssen-Krupp am Freitag in Essen mit. Auch seinen Posten als stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Krupp-Stiftung wird der 70-jährige Cromme aufgeben. Cromme erklärte, er wolle einen „personellen Neuanfang ermöglichen“. Die Aktie des Stahlkonzerns legte zeitweilig um 5,5 Prozent zu.

Der Aufsichtsratschef wurden in den vergangenen Monaten immer wieder für Fehlentwicklungen wie das milliardenschwere Desaster der Stahlwerke in Brasilien und den USA sowie Korruptionsfälle und Kartellverstöße mitverantwortlich gemacht. Dazu kamen Enthüllungen zur Beteiligung an einem Schienenhersteller-Kartell. Zuletzt hatte Cromme auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Essen sich der harschen Kritik der Aktionäre gestellt, damals aber einen Rücktritt ausgeschlossen.

Cromme ist seit 2001 Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssen-Krupp. Bereits ab 1986 war er Vorstandschef der Krupp AG und ihrer Nachfolger. Seine Kritiker warfen ihm deshalb vor, aus heutiger Sicht zweifelhafte Entscheidungen mitgetragen und fragwürdiges Verhalten von Mitarbeitern nicht konsequent geahndet zu haben.

Der Vorsitzende der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, hatte sich jedoch stets hinter Cromme gestellt. Den Forderungen nach einer Ablösung des Aufsichtsratschefs hatte er noch im Dezember eine klare Absage erteilt: „Cromme bleibt“, hatte der 99-Jährige dem Handelsblatt erklärt. Die Stiftung ist der Hauptaktionär des Konzerns. Cromme war auch als Nachfolger von Beitz im Gespräch gewesen.

Die Hauptversammlung von Thyssen-Krupp im Januar soll die Sichtweise von Beitz jedoch geändert haben. Die Anteilseigner hatten Cromme wegen der Milliarden-Abschreibungen pleite mit den Übersee-Stahlwerken massiv kritisiert. Als „Teflonpfanne“ der Republik wurde Cromme beschimpft, weil er trotz der vielen Skandale bei Thyssen-Krupp nicht sein Amt niederlegte. Cromme rechtfertigte sich mit juristischen Gutachten, die dem Aufsichtsrat und damit auch ihm eine gute Arbeit bescheinigten. Überzeuge konnte er die Investoren damit nicht.

Im Gegenteil: Die Aktionäre reagieren Erleichtert auf den Abgang von Cromme. „Wir finden das richtig“, sagte der Geschäftsführer der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer. Ein Neuanfang nach den Fehlentscheidungen und Skandalen im Konzern dürfe sich nicht nur auf den Vorstand beschränken, sondern müsse auch den Aufsichtsrat einschließen. Er hoffe, dass Crommes Nachfolger als Aufsichtsratschef von außerhalb kommen werde, sagte Hechtfischer.


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29 Kommentare zu "Thyssen-Krupp: Beitz wendet sich ab – Cromme geht"

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  • Sigi, your non-helpful ad-homonym xenophobic pfeiffe-deluxe laugh line drivel couldn't be more humorous if they had been written by a Dr. Claasen-era PR-futuzi. Or are they?

    Try representing your own position in a coherent adult way before you go about misrepresenting the positions of other folks.

    To do as you do makes you look like a lame-o jackboot Pimmelbirne.

  • @Schwarzbrot
    Da ich auch Respekt vor dem Tiere hab, drücke ich lieber so aus:
    Schwarz ist sein Gedanke, klein der Geist, bedürftig die Rechtschreibung und es ist hartes Brot so etwas zu lesen.

  • Ersteinmal empfehle ich, immer schön höflich bleiben.
    Nun zur Sache: Die Thyssen Handelsunion wurde vorgeworfen, bei der Abwicklung der DDR-Firma Metallurgiehandel geschummelt zu und Vogel war damals der Vorstandsvorsitzende.
    Thyssen zahlte bei einem Vergleich mit der BVS (Nachfolgerin der Treuhand) 240 Mio.
    Ein zweites mal gab es einen Haftbefehl gegen Vogel, der durch Kauionszalung ausgesetzt wurde. Meines Wissens nach wurde dann irgendwann das Verfahren eingestellt.
    Vogel war jedenfalls mit in dem Sumpf, doch das war 1994, das ist 19 Jahre her.
    Sagen Sie mir einen besseren, es geht hier schließlich um ein Milliarden Unternehmen und 100tausende von Arbeitsplätzen.

  • Good job! Extra points for the combined display of arrogance, ignorance, xenophobia, and underserved personal attack. You couldn't have said it any better if Dr. Classen had written it for you. Or did he?

    By the way, I am a 20 year Kruppianer, what are you Sigi-baby?

  • Twenty-years a career Kruppianer, I am.

    And how about you, you ignorant arrogant xenophobic smart-alec know-nothing pissant?

    When knuckleheads like you respond as you do, I wonder what kind of allegiances you have to these criminals to defend them by attacking those making reasoned comments.

    Go back to school and learn something. Also try not so hard to misrepresent other people's positions.

  • wenn Cromme ein Mann wäre, dann würde er die japanische Lösung wählen
    aber Cromme ist die größte Memme auf dem Planeten

  • Da haben wir ihn wieder, den dümmlichen angloamerikanischen Dummschwätzer. Keine Ahnung aber hier mitreden wollen. Seine letzte Prognose war, TK geht den Bach runter und die arroganten Standard & Poors sind oberschlauen.
    Ami, go home.

  • One Filz at a time please.

  • For Dr. Hiesinger to decisively demonstrate that Zero Tolerance is not just more hypocritical hollow rhetoric from the Toneless Top of TK, I also would see it as appropriate for the corporation to cancel any and all golden-parachutes not yet paid, and to claw-back all previously paid bonuses and severance packages paid to any employee who participated in any act of corruption (I.e. bribery or cartel) since the roll-out of the TK policies and education programs designed to prevent such malfeasance. This clawback provision should equally be applied to the line of management ascending up from the participating individuals because it is inconceivable that such schemes could be solely due to rogue individuals perpetrating such crimes for no reason (as the reason, as is the case in any such crime, was for market-share, profit, bonuses, and advancement within an enabling and permissive culture.)

    Since the mid-2000's, every ThyssenKrupp manager was schooled, multiple times, in the corporate policies banning bribery and cartel activity, and it was made abundantly clear in those classes that doing so would carry extreme consequences for both the corporation and by extension, the individual.

    In order to remove all Dreck from its Stecken, ThyssenKrupp has to forcefully live its policy by going after its former employee criminals (name, shame, prosecute, restitute) rather than letting them fade-away gracefully.

  • Das hätten Sie wohl gerne? Pustekuchen! Fangen Sie besser mal bei VW damit an die Sperrminorität des Landes zu beseitigen...

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