Energie

Thyssen-Krupp
Betriebsrat setzt auf Beitz-Nachfolger

Nach dem Tod von Berthold Beitz hoffen die Arbeitnehmervertreter, dass sein Vermächtnis fortgeführt wird. Der Krupp-Stiftung sei es stets um den Konzern-Erhalt gegangen. Zugleich warnt der Betriebsrat.
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DüsseldorfNach dem Tod des Thyssen-Krupp-Patriarchen Berthold Beitz setzen die Arbeitnehmervertreter auf eine weitere Sicherung der Jobs durch die mächtige Krupp-Stiftung. „Ich hoffe, dass das Vermächtnis von Beitz fortgeführt wird“, sagte Konzernbetriebsratschef Wilhelm Segerath am Freitag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Beitz war nicht auf das schnelle Geld aus.“ Dem am Dienstag im Alter von 99 Jahren gestorbenen Vorsitzenden der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sei es stets darum gegangen, den Konzern im Ganzen zu erhalten. Dazu gehöre auch das europäische Stahlgeschäft. Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich für den Abbau Tausender Jobs im Konzern kommen Segerath zufolge gut voran und sollen bald abgeschlossen werden.

Die Krupp-Stiftung hält 25,3 Prozent an dem Konzern und gilt als Bollwerk gegen feindliche Übernahmen. Nach dem Tod von Beitz müssen die beiden Führungsposten im Kuratorium und im Vorstand der Stiftung neu besetzt werden. Beitz hatte beide Ämter inne und angekündigt, dass die Führung nach ihm auf mehrere Schultern verteilt wird.

Größeres Gewicht hat dabei das Kuratorium. Dies bestimmt den Vorstand. Das Kuratorium ist damit quasi der Aufsichtsrat der Stiftung. Eine Schlüsselrolle dürfte der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zukommen, die dem Kuratorium angehört und den Schutz der 32.000 Arbeitsplätze von Thyssen-Krupp in dem Bundesland im Sinn haben dürfte.

„Es ist wichtig, dass die Krupp-Stiftung einen wesentlichen Anteil behält“, sagte Betriebsratschef Segerath. Dies gelte auch für den Fall, dass es zu einer Kapitalerhöhung kommt. Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte im Mai eine Kapitalerhöhung für die nächsten sechs bis neun Monate nicht ausgeschlossen. Zunächst will er aber die verlustreichen Stahlwerke in Brasilien und den USA abstoßen.

Segerath hofft auf einen raschen und klaren Abschluss. „Es darf keine weiteren Belastungen aus Steel Americas geben.“ Wenn die Werke verkauft seien, könne Thyssen-Krupp aus der Krise herauskommen. Sowohl das Stahlgeschäft als auch die Technologiesparte mit Maschinen, Anlagen, Aufzügen und U-Booten müsse weiterentwickelt werden.

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