Energie

Thyssen-Krupp im Umbruch Die Krise an der Ruhr ist noch nicht vorbei

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Hiesinger muss schnell handeln

Doch für Hiesinger und sein Vorstandsteam bedeutet auch dieses Ergebnis allenfalls ein Zwischenschritt. Dafür sorgt schon der schwedische Finanzinvestor Cevian, dem inzwischen gut 15 Prozent der Anteile an dem Industriekonzern gehören und hinter den Kulissen seit Wochen Druck auf das Management macht, die Profitabilität zu erhöhen und damit den Aktienkurs von Thyssen-Krupp zu puschen. Denn der bewegt sich weiter unter der Marke von 20 Euro – viel zu wenig für die Schweden, die zwar immer die Langfristigkeit ihres Investments betonen, aber ihren Einsatz gern binnen von fünf Jahren verdoppelt sehen. Davon sind sie bei Thyssen-Krupp weit entfernt, dort liegen sie wieder an ihrem Ausgangspunkt.

Zwar trägt Cevian-Deutschland-Chef Jens Tischendorf im Aufsichtsrat des Konzerns offiziell die Strategie Hiesingers mit, Thyssen-Krupp als diversifizierten Industriekonzern mit der Konzentration auf die Sparten Aufzüge, Autokomponenten und Anlagenbau zu positionieren. Doch solche Konglomerate haben es an der Börse schwer, das spürt auch ein Konkurrent wie Siemens. Der Abschlag liegt ohnehin schon bei zehn bis 20 Prozent, nach Einschätzung von einigen Analysten dürfte er bei Thyssen-Krupp sogar 40 Prozent betragen.

Hiesinger muss nun schnell zeigen, dass der Traditionskonzern als Ganzes mehr Wert ist und höhere Gewinne erzielen kann als die Summe der einzelnen Sparten. Schafft er es nicht, droht ihm schnell eine neue Diskussion über eine Zerschlagung des Konzerns oder den Verkauf lukrativer Sparten wie dem Aufzugsgeschäft.

Das wird nicht leicht, denn auch Thyssen-Krupp spürt inzwischen den konjunkturellen Gegenwind, der den notwendigen Schritt zu mehr Wachstum und höherer Rendite mindestens verzögern könnte. Der Stahlsparte macht der Preisverfall ausgelöst durch die Importflut aus China zu schaffen, der Anlagenbau spürt die weltweite Zurückhaltung vieler Kunden aus der Chemie-, Öl- und Düngemittelbranche.

„Wir haben geliefert, was wir versprochen haben“, sagte Hiesinger. Größter Gewinnbringer war die Aufzugssparte. Die europäische Stahlsparte konnte ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Sie profitierte jedoch vor allem von Sparmaßnahmen und niedrigeren Rohstoffpreisen. Der Schwerindustrie machen der Preisdruck und die Billigimporte aus China zu schaffen. Im amerikanischen Stahlgeschäft, das Thyssen-Krupp früher Milliardenverluste bereitete, sei der Fehlbetrag unter anderem wegen negativer Wechselkurseffekte mit 138 Millionen Euro schlechter als vor Jahresfrist ausgefallen.

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