Energie

Thyssen-Krupp-Konkurrent
Stahlriese ArcelorMittal hofft auf Konjunkturbelebung

Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal überrascht mit einer stabilen Geschäftsentwicklung im dritten Quartal. Der Tiefpunkt sei durchschritten, meint Konzernchef Lakshmi Mittal und erwartet eine Konjunkturbelebung.
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BrüsselNach mehr als zwei Jahren der Krise wächst in der Stahlbranche die Hoffnung auf bessere Geschäfte. Weltmarktführer ArcelorMittal setzt wie der deutsche Stahlverband auf eine Belebung der Konjunktur im kommenden Jahr. „Auch wenn das Geschäftsumfeld schwierig bleibt, sind wir angesichts der besseren Konjunkturdaten vorsichtig optimistisch für 2014“, sagte Vorstandschef Lakshmi Mittal am Donnerstag. Der Tiefpunkt sei durchschritten. Der Konzern betreibt auch in Deutschland mehrere Stahlwerke. Er hat zudem ein Auge auf die zum Verkauf stehende US-Anlage von Thyssen-Krupp geworfen.

Seine Prognose für den weltweiten Stahlverbrauch 2013 hob der Konzern wegen eines stärkeren Wachstums in China auf 3,5 Prozent von drei Prozent an. Im dritten Quartal erwirtschaftete ArcelorMittal einen operativen Gewinn von 1,71 Milliarden Dollar - ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als von Analysten erwartet. Unter dem Strich fiel jedoch mit minus 193 Millionen Dollar das fünfte Quartal in Folge ein Verlust an. Die Aktien zogen dennoch zeitweise um mehr als fünf Prozent an.

Die Stahlbranche kämpft seit über zwei Jahren mit einer schwachen Nachfrage, dem Preisdruck und Überkapazitäten. Thyssen-Krupp und Salzgitter reagieren darauf unter anderem mit einem Stellenabbau. Die deutschen Branchenführer legen in den kommenden beiden Wochen ihre Zahlen vor. Der deutsche Stahlverband hatte ihnen kürzlich Hoffnung gemacht. Die Kunden aus der Auto- oder Bauindustrie und im Maschinenbau würden ihre leer gefegten Lager wieder auffüllen. Nach einem Rückgang der Stahlproduktion in Deutschland in diesem Jahr werde diese 2014 wohl um drei Prozent zulegen.

Hoffnung machte ArcelorMittal auch Thyssen-Krupp für den schleppenden Verkaufsprozess der Übersee-Stahlwerke. Der Konzern hat das Werk im US-Bundesstaat Alabama im Visier. ArcelorMittal habe daran in der Vergangenheit sein Interesse angemeldet und bekräftigte dies, sagte Finanzchef Aditya Mittal. Thyssen-Krupp wollte die Aussagen nicht kommentieren. „Wir befinden uns unverändert in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf der beiden Werke von Steel Americas“, erklärte ein Sprecher.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger sucht seit anderthalb Jahren nach einem Käufer für die verlustreichen Anlagen in den USA und Brasilien. Er hat einen getrennten Verkauf der Werke nicht ausgeschlossen, will aber möglichst beide auf einmal abstoßen. Die Kosten für die Anlagen waren nach Pleiten, Pech und Pannen auf über zwölf Milliarden Euro explodiert. Thyssen-Krupp hat sie nach diversen Abschreibungen noch mit 3,3 Milliarden Euro in den Büchern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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