Energie

Thyssen-Krupp
Verkauf von Stahlwerken gefährdet

Einem Medienbericht zufolge steht Thyssen-Krupp vor einer Niederlage: Der Verkauf unliebsamer Stahlwerke in Übersee scheint akut gefährdet. Das Unternehmen will davon nichts wissen.
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Frankfurt Thyssen Krupp verhandelt nach wie vor über einen Verkauf seiner verlustträchtigen Stahlwerke in Brasilien und den USA. „Wir sind in intensiven Verhandlungen und streben zeitnah einen Abschluss an“, wiederholte ein Firmensprecher am Freitag frühere Äußerungen des Unternehmens zu diesem Thema. Das „Wall Street Journal Deutschland“ hatte unter Berufung auf „Insider“ berichtet, der Verkauf der Stahlwerke an den brasilianischen Konkurrenzen CSN sei „offenbar geplatzt“.

Die beiden Unternehmen seien sich nicht über einen Preis einig geworden, so der Bericht. Vertreter von CSN und Thyssen-Krupp hätten sich am Dienstag in New York getroffen, um den Deal zu retten. Hauptstreitpunkt sei der Preis für das relativ neue Stahlwerk in Alabama, für das die Branchenrivalen Arcelor Mittal und Nippon Steel mehr geboten hätten als CSN.

Thyssen-Krupp versucht seit Monaten, seine beiden Werke in Übersee zu verkaufen. Die Sparte Steel Americas hat dem Konzern hohe Verluste eingebrockt. Die Kosten waren auf zwölf Milliarden Euro explodiert. Nach mehreren Abschreibungen hat Thyssen-Krupp die Werke noch mit 3,4 Milliarden Euro in den Büchern stehen.

Der Bericht des „Wall Street Journal Deutschland“ über den offenbar gescheiterten Verkauf der Stahlwerke hat die Aktien von Thyssen-Krupp am Freitag im frühen Handel tief ins Minus gezogen. Die Titel waren bei Lang & Schwarz mit einem Abschlag von 7,8 Prozent die mit Abstand größten Verlierer im Dax. „Die Hoffnung auf den Verkauf der Werke hat den Papieren von Thyssen-Krupp zuletzt geholfen, weil die Anleger auf einen großen Befreiungsschlag gesetzt hatten“, sagte ein Händler. „Wenn das Geschäft jetzt platzen sollte, wäre das natürlich nicht so gut für die Aktie.“ Die Anteilsscheine des Stahlkonzerns haben seit ihrem Jahrestief Mitte April über 30 Prozent an Wert gewonnen, seit Anfang 2013 büßten sie allerdings 2,3 Prozent ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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