Energie

Trotz Krisenzeiten

Salzgitter will nicht fusionieren

Der Stahlmarkt scheint sich ganz langsam zu erholen, die EU schützt die Branche mit Anti-Dumpingzöllen. Die Stimmung auf der Hauptversammlung von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkocher Salzgitter aber ist verhalten.
Das Ergebnis der Salzgitter AG im Jahr 2015 steht im Zeichen der Krise in der Stahlbranche, die durch eine weltweite Überkapazität und einen Preisverfall verursacht wird. Quelle: dpa
Salzgitter AG

Das Ergebnis der Salzgitter AG im Jahr 2015 steht im Zeichen der Krise in der Stahlbranche, die durch eine weltweite Überkapazität und einen Preisverfall verursacht wird.

(Foto: dpa)

BraunschweigDer Verfall der Stahlpreise und billige Importe aus China machen es Deutschlands zweitgrößtem Stahlhersteller Salzgitter nicht leicht. Dennoch hat Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann einer möglichen Fusion mit einem Konkurrenten eine klare Absage erteilt. „Fusionen sind nun wirklich kein taugliches Instrument, um etwa subventionierten chinesischen Dumpingimporten begegnen zu können“, sagte Fuhrmann am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Unternehmens in Salzgitter.

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss der beiden größten deutschen Stahlhersteller Thyssenkrupp und Salzgitter aufgetaucht.

Bei den Stahlkochern in Deutschland und Niedersachsen herrscht schon seit Jahren Krisenstimmung. Die Salzgitter AG hatte auch im Startquartal 2016 Federn gelassen: Der Überschuss schrumpfte auf eine Million Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch bei 32,7 Millionen Euro gelegen.

Diese deutschen Technologie-Marken sind zukunftssicher
Made in Germany
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Das Image der deutschen Ingenieure hat durch den Dieselskandal gelitten. Doch etliche Technologie-Marken genießen weiterhin einen exzellenten Ruf - und gelten als besonders zukunftsfähig. Das zeigt die Studie „Made in Germany 4.0“ der Markenberatung Brandtrust. Die Berater haben dafür rund 70 Top-Manager, sowie 3.300 Kunden und Einkäufer befragt.

Kriterien
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Bewertet wurden 33 deutsche Marken nach zehn Kriterien: Der Fähigkeit, höhere Preise durchzusetzen, der Adaptionsfähigkeit. der Anfälligkeit für Trends. der gesellschaftlichen Relevanz. der Unverzichtbarkeit für die Kunden, dem Markenerlebnis, der Fähigkeit, die Kunden zu Markenbotschaftern zu machen, dem Stolz der Mitarbeiter, der Fähigkeit, den Absatz kontinuierlich auszubauen - und der Bekanntheit. Die Überraschung: deutsche Premiumautobauer wie Audi, BMW, Porsche und Mercedes landen dabei nur im Mittelfeld. "Deutsche Automobilhersteller sind zu langsam darin, die etablierten Marken mit neuen Geschäftsmodellen aufzuladen", erklärt Studienautor Jürgen Gietl.

Platz 10 - Festo - 66,4 Punkte
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Den Auftakt in die besten Zehn macht der schwäbische Automatisierungstechniker Festo. Weltweit hat das Unternehmen 17.800 Mitarbeiter und verfügt offenbar über ein großes Vertrauen bei Topmanagern, Einkäufern und Kunden. Nicht nur das "Bionic Kangaroo", das Festo auf der Hannover Messe 2014 präsentierte, dürfte damit in den kommenden Jahren große Sprünge machen.

Platz 9 - Siemens - 67,7 Punkte
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Der bestplatzierte Dax-Konzern im Ranking kommt aus München. Etwas überraschend, da Siemens turbulente Jahre hinter sich hat. Doch bei den Geschäftskunden schneidet Siemens weiterhin gut ab. "Siemens hat als erstes Technologieunternehmen überhaupt seine Marke systematisch entwickelt. Eine über so viele Jahre so stark aufgebaute Marke machen ein paar Managerverfehlungen so schnell nicht kaputt", erklärt Studienautor Gietl.

Platz 8 - B.Braun - 68,4 Punkte
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Der Medizintechnikherstellers B. Braun aus Melsungen scheint für seine Kunden unverzichtbar und erreicht hier Spitzenwerte. Dass die Hessen ihre Premiumpreise auch bei hohem Volumen durchsetzen können, spricht nach Ansicht der Studienautoren für ein zukunftssicheres Geschäft.

Platz 7 - Bosch - 68,5 Punkte
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Wenn Bosch einen neuen Forschungscampus eröffnet, dann kommt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Die Schwaben scheinen nach Ansicht der Brandtrust-Studie offenbar gut vorbereitet auf die Zukunft - vor allem weil der Zulieferer in etlichen Hochtechnologiebereichen führend ist.

Platz 6 - Kuka - 69 Punkte
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Roboter von Kuka sind nicht nur für Volkswagen nahezu unverzichtbar. Die Augsburger sind in etlichen Technologiesparten vertreten und gelten nach Ansicht der befragten Kunden und Einkäufer darum als besonders zukunftsfähige Marke.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem operativ in etwa ausgeglichenen Vorsteuerergebnis. Hoffnung machte dabei zuletzt die Einführung provisorischer Antidumping-Zölle durch die EU. Diese hätten die Erlöse steigen lassen, erklärte Fuhrmann. Der Konzern setzt darauf, dass die EU im Laufe des Jahres bei weiteren Stahlsorten Schutzzölle gegen Billigimporte aus China einführt. „Wir rufen dort nach Aktion der Politik, wo es anders nicht geht“, erklärte Fuhrmann.

Der europäische Stahlverband Eurofer machte der Branche indes ein wenig Mut. Er rechnete zuletzt mit einer Erhöhung der Stahlnachfrage in 2016 und 2017 von jeweils 1,5 Prozent. Trotz der leichten Erholung betonte Fuhrmann: „Eine übertriebene Euphorie ist allerdings fehl am Platze, da die Nachhaltigkeit dieses Aufwärtstrends naturgemäß fragil ist.“

In den vergangenen Jahren hatte Salzgitter angesichts der Krise einen harten Sparkurs gefahren, dem Hunderte von Jobs zum Opfer fielen. Die Reformen verbesserten jedoch die Zahlen: 2015 gab es mit der Ertragswende wieder den ersten Vorsteuergewinn seit 2011. Aktionärsvertreter forderten deshalb, den Prozess weiter voranzutreiben. „Wir dürfen beim Restrukturierungstempo nicht nachlassen“, sagte Alexander von Vietinghoff-Scheel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

  • dpa
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