Energie

Umbau beim Energiekonzern
Alle Macht für die RWE-Zentrale

Der Aufsichtsrat von RWE beschließt die Pläne von Vorstandschef Peter Terium, den Energiekonzern umzubauen. Terium erhält in Zukunft mehr Macht. Der Vorstand wird aufgestockt, Tochterunternehmen werden aufgelöst.
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Essen/DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium will mit einem umfassenden Konzernumbau den von der Energiewende gebeutelten Versorger aus einer der größten Krisen in der Unternehmensgeschichte führen. Ein Dreivierteljahr nach der Ankündigung der Aufspaltung des Konkurrenten Eon beschloss der Aufsichtsrat am Montag die Auflösung und Verschmelzung diverser Tochtergesellschaften des Versorgers.

Zugleich soll der bisher vierköpfige Vorstand auf sieben erweitert werden. Das Geschäft mit Kohle- und Gaskraftwerken, der Vertrieb, die Netze und das Ökostromgeschäft erhielten einen eigenen Vertreter im Vorstand. Alle Standorte blieben erhalten. Die Umsetzung der Pläne sei bis Anfang 2017 geplant.

„Die neue RWE AG wird schneller und wendiger sein – so, wie die tiefgreifenden Veränderungen des Energiemarktes es verlangen“, erklärte Terium. Seine Position war erst kürzlich mit einer Vertragsverlängerung bis 2021 gestärkt worden. RWE wolle Entscheidungen rascher umsetzen könnten. So sollen etwa sieben der bisher zehn Aufsichtsratsgremien wegfallen. RWE hat bislang über 100 Töchter und Tochter-Töchter.

Wie das Handelsblatt bereits berichtet hatte, arbeitet Vorstandschef Peter Terium seit Monaten an dem groß angelegten Umbau. Die Pläne präsentierte er an diesem Montag dem Aufsichtsrat auf einer Sondersitzung. Ziel ist die „Verschlankung der Legalstrukturen in Deutschland“ und dabei die „Zusammenlegung und Abschaffung von Konzerngesellschaften“, schrieb Terium zuvor an seine Topmanager.

Während er den Wildwuchs an Gesellschaften radikal beschneidet und die Steuerung in die Zentrale holt, bleibt die Stromproduktion weitgehend selbstständig. In den Bereichen Vertrieb, Netze und erneuerbare Energien – also den Geschäften, aus denen neues Wachstum kommen soll – soll die Umstrukturierung dagegen die nötigen Kräfte freisetzen. Terium betonte am Montag, dass er RWE „aus heutiger Sicht entlang der gesamten Wertschöpfungskette“ erhalten wolle.

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Weder Standorte noch Stellen sollen wegfallen

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