Energie

Umfrage von Vergleichsportalen
Strom wird für Millionen Haushalte teurer

Rund 4,3 Millionen Deutsche müssen sich auf steigende Strompreise im kommenden Jahr einstellen. Das ergab eine Umfrage der Vergleichsportale Verivox und Check24. Verbraucherschützer erinnern an Sonderkündigungsrechte.

München/Heidelberg/DüsseldorfMillionen Haushalte in Deutschland müssen sich nach Angaben von Vergleichsportalen auf höhere Strompreise zum Jahreswechsel einstellen. 39 Grundversorger kündigten bereits Preiserhöhungen ab Januar an, teilte Check24 am Donnerstag mit. Konkurrent Verivox sprach von 79 Erhöhungen bei Grundversorgern und anderen Anbietern. Verbraucherschützer erinnerten daran, dass Kunden bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht haben.

So habe das Düsseldorfer Landgericht in einem noch nicht veröffentlichten Urteil von Mitte Oktober entschieden, dass auch bei Preisaufschlägen wegen höherer Steuern oder Abgaben das Sonderkündigungsrecht nicht ausgeschlossen werden dürfe, teilte etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Donnerstag mit. Die Richter hätten eine gegenteilige Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Energiedienstleisters Stromio für unzulässig erklärt, gegen die die Verbraucherschützer geklagt hatten. Sollte das Urteil (Az. 14d O 4/15) rechtskräftig werden, könnten Kunden rückwirkend für drei Jahre Geld aus Preiserhöhungen zurückverlangen, hieß es weiter.

Laut Check24 erhöhen die Versorger die Preise in Gebieten, in denen insgesamt rund 4,3 Millionen Menschen leben. Laut Verivox sind es rund vier Millionen Menschen. Check24 bezifferte die durchschnittliche Erhöhung bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden pro Jahr auf 2,9 Prozent oder rund 43 Euro. In der Spitze steige der Strompreis gar um 8,2 Prozent, also rund 114 Euro. Hinter den Preiserhöhungen steht demnach vermutlich der Anstieg der Ökostrom-Umlage und von Netzentgelten zum Jahreswechsel.

Laut Check24 wollen acht Versorger ihre Strompreise senken; bei einigen seien die günstigeren Tarife bereits in Kraft. Neun weitere Anbieter kündigten bereits Preisänderungen an, machten zu Höhe und Richtung aber noch keine Angaben. Nach Informationen von Verivox gibt es zum 1. Januar bislang 28 Preissenkungen.

Die Verbraucherzentrale Thüringen weist darauf hin, dass Stromlieferanten ihre Kunden über geplante Preiserhöhungen sechs Wochen im Voraus informieren müssen. Versorger, die zum 1. Januar 2016 die Preise anheben wollen, müssen demnach bis zu diesem Freitag ihre Kunden darüber in Kenntnis setzen. Den betroffenen Haushalten stehe bei einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht zu, erklärte die Verbraucherzentrale.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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