Energie

Umsatzprognose gekappt
SMA Solar warnt vor möglichem Verlust

Die Kürzung der Ökostromsubventionen in Europa macht deutschen Solarkonzernen zu schaffen. Der Wechselrichterhersteller SMA streicht umfangreich Stellen – und schließt einen neuerlichen Verlust nicht mehr aus.
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DüsseldorfDie Durststrecke bei SMA Solar geht weiter. Am Mittwoch kassierte der Wechselrichterhersteller aus Niestetal bei Kassel seine Umsatzprognose, auch einen Verlust in diesem Jahr schließt Unternehmenschef Pierre-Pascal Urbon nicht mehr aus.

Für das Jahr 2014 kündigte der Vorstand nun einen Umsatz von 850 bis 950 Millionen Euro anstatt der ursprünglich geplanten 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro an. Sollte lediglich die untere Spanne der Umsatzprognose erreicht werden, sei mit einem operativen Verlust (Ebit) von etwa 45 Millionen Euro zu rechnen, hieß es. Im besten Fall wäre das Ebit ausgeglichen.

Um dem Geschäftseinbruch in Europa zu begegnen, will Urbon weiter Stellen abbauen. 600 Mitarbeiter müssen gehen, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Die Warnung vor dem Gesamtjahresverlust drückte SMA Solar am Mittwoch tief ins Minus: Die Aktie brach um bis zu 12,7 Prozent auf 22,67 Euro ein und war damit so billig wie zuletzt Ende Dezember.

Die Entwicklung ist eine Verschlechterung mit Ansage. Schon bei der Vorlage der Geschäftszahlen für 2013 hatte sich das Unternehmen nur vorsichtig zu seiner Zukunft geäußert. Anfang Juni hatte Vorstandschef Urbon in einem Interview mit dem Handelsblatt angekündigt, dass er die Branchenmesse Intersolar nutzen will, um sich „ein Bild vom Markt zu machen. Nach der Messe entscheiden wir dann, ob wir unsere Ertrags- oder Umsatzprognose anpassen müssen“, sagte er.

Generell sind die Aussichten für die Solarbranche nicht schlecht. Nach 40 Gigawatt neu installierter Leistung im vergangenen Jahr geht etwa die US-Marktforschungsgesellschaft NPD Solarbuzz für 2014 von 50 Gigawatt neuen Solaranlagen weltweit aus.

Doch die regionalen Schwerpunkte auf dem Solarmarkt verschieben sich. Während in Europa vor der Wirtschaftskrise die Nachfrage groß war, werden inzwischen vor allem in Asien und den USA neue Solaranlagen gebaut. Insbesondere die Regierungen in China, Nordamerika und Japan setzen positive Anreize, in Europa wird eher gekürzt. Spanien etwa hat die Förderung bereits stark zurückgefahren, erst Ende Juni wurde auch in Deutschland eine Kürzung der Vergütung für Ökostrom beschlossen, die im August in Kraft tritt.

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