Energie

Umsatzrückgang
Vattenfall kämpft gegen die Krise

Der Energiekonzern Vattenfall kämpft mit sinkenden Verkäufen und Preisen. Der Atomausstieg in Deutschland fordert seinen Tribut. Trotzdem machen die Schweden im ersten Halbjahr mehr Gewinn.
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StockholmDer auch in Deutschland breit aufgestellte schwedische Energiekonzern Vattenfall hat weiter Gewinn eingebüßt. Im zweiten Quartal sei das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis um etwa ein Viertel auf 4,1 Milliarden Schwedische Kronen (rund 444 Millionen Euro) gefallen, teilte der staatlich kontrollierte Versorger am Mittwoch mit. Grund hierfür seien eine schwache Nachfrage, die gefallenen Strom-Großhandelspreise und die Überkapazitäten an Kraftwerken, sagte der scheidende Vorstandschef Oystein Loseth. „Mit diesen Marktbedingungen haben wir seit einiger Zeit zu leben.“

Unter dem Strich machte der Konzern mit rund 5,9 Milliarden Kronen (knapp 638 Millionen Euro) aber mehr Gewinn als im ersten Halbjahr 2013.

Die Strom-Großhandelspreise sind durch den Ausbau des Ökostroms unter Druck geraten. Dies macht auch den Energieriesen Eon und RWE zu schaffen, die Mitte August ihre Zahlen vorlegen. Bei Vattenfall drückten im zweiten Quartal auch höhere Rückstellungen vor allem für die Stilllegung von Atomkraftwerken in Deutschland mit über 400 Millionen Euro auf die Bilanz.

Die Schweden hatten im Zuge des beschleunigten Atomausstiegs ihre Meiler in Brunsbüttel und Krümmel abschalten müssen. Unter dem Strich fuhr Vattenfall von April bis Ende Juni einen Verlust von rund 250 Millionen Euro ein.

Der Konzern ist in Deutschland vor allem im Berlin und Hamburg im Stromvertrieb stark vertreten. Im ersten Quartal hatte der Versorger noch vom Verkauf seines Mehrheitsanteils an dem Hamburger Stromnetz profitiert. Vattenfall tritt nach einem großangelegten Expansionskurs auf die Kostenbremse. „Wir rechnen damit, dass wir zu Ende dieses Jahres im Vergleich zum Jahr 2010 rund 25 Prozent Kosten eingespart haben werden“, sagte Loseth. Er legt seinen Posten Anfang Oktober nieder. Der Norweger ist seit 2010 Chef des Konzerns. Sein Nachfolger ist der frühere Chef des schwedischen Holz- und Papierkonzerns Holmen, Magnus Hall.

2013 hatte der größte skandinavische Versorger einen Betriebsverlust von 6,5 Milliarden Kronen (735 Millionen Euro) eingefahren. Der Konzern hat sich in zwei Teile aufgespalten: einen skandinavischen und einen aus Großbritannien und Kontinentaleuropa. Vattenfall hat erklärt, für den Teil Großbritannien/Kontinentaleuropa womöglich Investoren ins Boot zu holen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte von Insidern erfahren, dass der Konzern auch einen Verkauf dieses Bereichs prüft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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