Energie

Ungarischer Ölkonzern
Mol geht auf Einkaufstour

Der ungarische Ölkonzern Mol plant in den kommenden Jahren eine Einkaufstour. Die Öl- und Gasförderung soll vor allem in politisch stabilen Regionen ausgebaut werden. An Geld mangelt es nicht.
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Düsseldorf/BudapestDer ungarische Ölkonzern Mol will seine Öl- und Gasförderung massiv ausbauen. „Wir müssen in neue Regionen gehen, die politisch stabil sind. Das ist auch eine Lehre aus den seit langem nicht nutzbaren Upstream-Aktivitäten in Syrien und dem unsicheren regulatorischen Umfeld in Kroatien“, sagte Aufsichtsratschef György Mosonyi dem Handelsblatt (Montagausgabe) in Budapest.

An Geld mangelt es dem größten ungarischen Konzern nicht. „Wir haben genügend finanziellen Spielraum für weitere Zukäufe in den nächsten Jahren“, sagte Mosonyi. Nach eigenen Angaben verfügt Mol über rund eine Milliarde Dollar für weitere Zukäufe.

Wie ernst es Mol mit seinem Strategiewechsel meint, macht der Konzern mit dem geplanten Kauf von Öl- und Gasfeldern in der Nordsee deutlich. Für 375 Millionen Dollar wollen die Ungarn von der BASF-Tochter Wintershall Beteiligungen vor der Ostküste Schottlands und den Shetland-Inseln übernehmen. „Wir haben mit dieser ersten Transaktion ein Signal gesetzt. Weitere Transaktionen werden folgen, auch in der Nordsee“, sagte Mosonyi.

Wann die Produktion in Syrien wieder aufgenommen werden kann, ist nach Unternehmensangaben völlig ungewiss. „Wir werden uns weiter internationalisieren, um so das Risiko zu verringern“, kündigte der 65-jährige Aufsichtsratschef an. Bereits heute ist das ehemalige Staatsunternehmen mit einem Jahresumsatz von zuletzt 18 Milliarden Euro in 40 Ländern aktiv.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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