Energie

Uniper-Verkauf
Eon-Finanzchef verteidigt Vorstoß

Eon wähnt sich beim Verkauf seines Uniper-Anteils im Recht – der Anteil des Energiekonzerns soll an den finnischen Versorger Fortum gehen. Uniper-Chef Klaus Schäfer kritisierte den Vorstoß indes vehement.
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Frankfurt/MainDer Energiekonzern Eon sieht sich bei dem geplanten Verkauf seines Uniper-Anteils an Fortum im Recht – auch wenn der Vorstoß nicht mit der früheren Kraftwerkstochter abgesprochen war. „Das Ziel unserer Konzernteilung war von Anfang an, zwei voneinander unabhängige Unternehmen zu schaffen, die für sich eigene Entscheidungen treffen können und auch müssen“, sagte Eon-Finanzchef Marc Spieker der „Börsen-Zeitung“ (Samstag).

Dass diese Entscheidungen mitunter nicht einfach sein würden, sei bewusst in der gewählten Struktur angelegt gewesen. „Es ist unbestritten, dass die gesamte Uniper-Mannschaft einen tollen Job macht“, sagte er und sieht den möglichen Käufer des eigenen 47-prozentigen Anteils als gute Option für die Zukunft: „Fortum hat sich sehr positiv über Uniper und deren Management geäußert und erklärt, ein strategischer, konstruktiver Investor sein zu wollen.“

Der deutsche und finnische Konzern hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass sie sich in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Verkauf der verbliebenen milliardenschweren Eon-Beteiligung an Uniper befinden. Damit überrumpelten die beiden Uniper-Chef Klaus Schäfer. Dieser äußerte sich kritisch. „Dieser Vorstoß kommt unaufgefordert und passt nicht zu unserer Strategie, die wir mehrfach öffentlich erläutert haben.“

Derzeit hält Eon noch knapp 47 Prozent an Uniper, kann seinen Anteil aber aus steuerrechtlichen Gründen erst im kommenden Jahr verkaufen. Der hoch verschuldete Eon-Konzern könnte für sein Aktienpaket mit einem Gesamterlös von 3,8 Milliarden Euro rechnen.

Uniper beschäftigt 13 000 Mitarbeiter und ist mit einer Erzeugungskapazität von rund 40 Gigawatt einer der führenden Stromproduzenten Europas. Der Kraftwerkspark von Uniper bildete lange das Rückgrat von Eon, bis das Unternehmen 2016 unter dem Druck der Energiewende sein altes Kerngeschäft mit Großkraftwerken und dem Energiehandel abspaltete.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Uniper-Verkauf: Eon-Finanzchef verteidigt Vorstoß"

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  • Herr Teyssen, es ist IHR WORT, das zählt, da ist es nicht nötig Ihren Finanzvorstand vorzuschicken!

  • LIEBER HERR KLAUS SCHÄFER, Uniper und Sie haben hervorragende Arbeit auch beim Schuldenabbau geleistet, innerhalb von einem Jahr wurden die langfristigen Schulden um 4 Mrd. EUR und die kurzfristigen um 6 Mrd. EUR reduziert. Aus meiner Sicht würden sich Ihre Aktionäre und Investoren freuen, wenn sie 3,8 Mrd. EUR (langfristige) Anleihen begeben, auch eine Kapitalerhöhung sei möglich, um von EON die UNIPER-Anteile zu erwerben. Damit würde auch EON Herr Johannes Teyssen zu seinem Wort stehen können, UNIPER als selbstständiges Unternehmen die Freiheit zu geben. Wenn dann immer noch nicht EON einsichtig ist, wäre es vernünftig an europäische Versicherer heranzutreten - auch die Versicherer wünschen sich eine langjährige stabile Dividende, die Sie leisten können. ICH WÜNSCHE IHNEN UND UNIPER EINE LANGJÄHRIGE UNABHÄNGIGKEIT - gute Leute muß man frei arbeiten lassen!

  • UNIPER LEISTET EINE WERTVOLLEN BEITRAG ZUR VERSORGUNGSSICHERHEIT IN DEUTSCHLAND
    Seiner Zeit wurden die Stromnetze letztendlich an das niederländische Tennet verkauft - heute hat Deutschland das Problem, dass die Windenergie aus dem Norden nicht bei den Verbrauchern im Süden ankommt. Tennets Aufgaben werden NICHT abgearbeitet - es wird nach einem Dritten gerufen der die Investitionen stämmen soll. Im Norden stehen die Windkrafträder bei starkem Wind still, die Kosten dafür trägt der Verbraucher, auch der Hartz IV Empfänger, auch der Rentner!
    UNIPERS operative Ergebnins ist doppelt so hoch wie das FORTUMs.
    UNIPERS Marktkapitalisierung ist halb so hoch wie die FORTUMs.
    FORTUM ist ein Staatsunternehmen vom Staat unterstützt. UNIPER bewährte sich auf dem freien Markt. Wie war das noch mit der Privatisierung damals?
    UNIPER WURDE NICHT VON ÜBERNAHMESPEKULATIONEN GETRIEBEN - dazu ist der UNIPER Aktienkurs viel zu wenig volatil! Außerdem sind die Unternehmenszahlen hervorragend, nach der Restrukturierung - gerade auch mit der Perspektive nach dem Atomausstieg - da steigen INVESTOREN ein! Die Übernahme durch Fortum ist NICHT im Interesse der UNIPER Aktionäre, wie gesagt, es sind INVESTOREN, die langfristig investiert bleiben möchten - und die schöne Dividende gerne über Jahrzehnte erhalten.

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