Energie

US-Agrarkonzern
Monsanto rutscht in die roten Zahlen

Monsanto hat überraschend über 200 Millionen Dollar Verlust geschrieben. Um in Zukunft auf breiteren Beinen zu stehen, hat der Konzern einen Anbieter von Wetterdaten und Klimaanalysen gekauft.
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New YorkSchleppende Saatgutgeschäfte haben den weltgrößten Hersteller von Gennutzpflanzen Monsanto im abgelaufenen Quartal überraschend tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Verlust lag bei 249 Millionen Dollar nach 229 Millionen Dollar vor Jahresfrist, wie das US-Agrarchemie-Unternehmen am Mittwoch mitteilte. An der Börse kam das nicht gut an: Die Aktie büßte mehr als zwei Prozent ein.

Der Umsatz stieg im vierten Quartal leicht auf 2,2 Milliarden Dollar. Für das neue Geschäftsjahr stellte Monsanto-Chef Hugh Grant einen Gewinn je Aktie von 5,00 bis 5,20 Dollar in Aussicht - Börsianer hatten jedoch auf mehr gehofft.

Mit einer 930 Millionen Dollar schweren Übernahme einer auf Klimadaten spezialisierten US-Firma will das Unternehmen nun seine Geschäfte auf eine breitere Basis stellen. Der Zukauf der in San Francisco ansässigen Climate Corp soll im ersten Quartal unter Dach und Fach gebracht werden. Monsanto hat vor, die Produkte von Climate-Corp mit der eigenen Datenplattform FieldScripts zu kombinieren. Ziel sei es, Landwirten Analysen von Wetterdaten und weitere Informationen zu Anbaubedingungen anzubieten, die sie beispielsweise bei Anbau- und Erntentscheidungen einsetzen können. Mit dem Vorstoß in die Klimaanalyse steht Monsanto allerdings nicht alleine da. Auch Konkurrenten wie der US-Chemieriese Dupont arbeiten augenblicklich an solchen Produkten.

Monsanto wolle die Daten über sein Vertriebsnetz noch mehr Bauern nahebringen, erklärte Firmenchef Hugh Grand am Mittwoch in St. Louis. „Jedermann profitiert, wenn Bauern mit einem geringeren Einsatz mehr produzieren können.“

Der US-Konzern steht wegen seines gentechnisch veränderten Saatguts und seiner Pflanzenpatente immer wieder in der Kritik. Für den 12. Oktober haben Aktivisten in mehr als 400 Städten zu einem „Marsch gegen Monsanto“ aufgerufen, unter anderem in Berlin und Frankfurt am Main.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " US-Agrarkonzern: Monsanto rutscht in die roten Zahlen"

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  • Mit der Freihandelszone wird es andersherum laufen, dann klagt Monsanto vor dem Schiedsgericht auf Schadenersatz und wir Eurodeppen bezahlen. Denen geht es auch nicht um Gewinn für die sind Millionen nur nebensächlich die wollen nur ihren Genmißt loswerden der alles Versäucht!

  • Hoffentlich sind diese bald ganz pleite.
    Niemand braucht das, vor allem wohl die Vertreter von Wettbewerb und freier Marktwirtschaft nicht.
    Die Menschheit kann sich auch ohne ernähren, statt ihnen das Wasser zu klauen, dafür Müll zum verwerten zu liefern und die Waffen um das durchzusetzen noch dazu.

  • Unbestätigtes Gerücht: Amerikanischer sehr alter ehemaliger CIA-Agent arbeitet an Buch. Thema: Monsanto wurde als Zweigstelle der CIA gegründet, mit dem Ziel die Weltbevölkerung, vor allem in den fortplanzungsfreudigen Gesellschaften zu begrenzen.

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