Energie

US-Agrarkonzern

Monsanto rutscht in die roten Zahlen

Monsanto hat überraschend über 200 Millionen Dollar Verlust geschrieben. Um in Zukunft auf breiteren Beinen zu stehen, hat der Konzern einen Anbieter von Wetterdaten und Klimaanalysen gekauft.
Update: 02.10.2013 - 18:43 Uhr 7 Kommentare
„Jedermann profitiert, wenn Bauern mit einem geringeren Einsatz mehr produzieren können.“ Quelle: ap

„Jedermann profitiert, wenn Bauern mit einem geringeren Einsatz mehr produzieren können.“

(Foto: ap)

New YorkSchleppende Saatgutgeschäfte haben den weltgrößten Hersteller von Gennutzpflanzen Monsanto im abgelaufenen Quartal überraschend tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Verlust lag bei 249 Millionen Dollar nach 229 Millionen Dollar vor Jahresfrist, wie das US-Agrarchemie-Unternehmen am Mittwoch mitteilte. An der Börse kam das nicht gut an: Die Aktie büßte mehr als zwei Prozent ein.

Der Umsatz stieg im vierten Quartal leicht auf 2,2 Milliarden Dollar. Für das neue Geschäftsjahr stellte Monsanto-Chef Hugh Grant einen Gewinn je Aktie von 5,00 bis 5,20 Dollar in Aussicht - Börsianer hatten jedoch auf mehr gehofft.

Mit einer 930 Millionen Dollar schweren Übernahme einer auf Klimadaten spezialisierten US-Firma will das Unternehmen nun seine Geschäfte auf eine breitere Basis stellen. Der Zukauf der in San Francisco ansässigen Climate Corp soll im ersten Quartal unter Dach und Fach gebracht werden. Monsanto hat vor, die Produkte von Climate-Corp mit der eigenen Datenplattform FieldScripts zu kombinieren. Ziel sei es, Landwirten Analysen von Wetterdaten und weitere Informationen zu Anbaubedingungen anzubieten, die sie beispielsweise bei Anbau- und Erntentscheidungen einsetzen können. Mit dem Vorstoß in die Klimaanalyse steht Monsanto allerdings nicht alleine da. Auch Konkurrenten wie der US-Chemieriese Dupont arbeiten augenblicklich an solchen Produkten.

Monsanto wolle die Daten über sein Vertriebsnetz noch mehr Bauern nahebringen, erklärte Firmenchef Hugh Grand am Mittwoch in St. Louis. „Jedermann profitiert, wenn Bauern mit einem geringeren Einsatz mehr produzieren können.“

Der US-Konzern steht wegen seines gentechnisch veränderten Saatguts und seiner Pflanzenpatente immer wieder in der Kritik. Für den 12. Oktober haben Aktivisten in mehr als 400 Städten zu einem „Marsch gegen Monsanto“ aufgerufen, unter anderem in Berlin und Frankfurt am Main.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: US-Agrarkonzern - Monsanto rutscht in die roten Zahlen

7 Kommentare zu "US-Agrarkonzern: Monsanto rutscht in die roten Zahlen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Mit der Freihandelszone wird es andersherum laufen, dann klagt Monsanto vor dem Schiedsgericht auf Schadenersatz und wir Eurodeppen bezahlen. Denen geht es auch nicht um Gewinn für die sind Millionen nur nebensächlich die wollen nur ihren Genmißt loswerden der alles Versäucht!

  • Hoffentlich sind diese bald ganz pleite.
    Niemand braucht das, vor allem wohl die Vertreter von Wettbewerb und freier Marktwirtschaft nicht.
    Die Menschheit kann sich auch ohne ernähren, statt ihnen das Wasser zu klauen, dafür Müll zum verwerten zu liefern und die Waffen um das durchzusetzen noch dazu.

  • Unbestätigtes Gerücht: Amerikanischer sehr alter ehemaliger CIA-Agent arbeitet an Buch. Thema: Monsanto wurde als Zweigstelle der CIA gegründet, mit dem Ziel die Weltbevölkerung, vor allem in den fortplanzungsfreudigen Gesellschaften zu begrenzen.

  • und mit einer Freihandelszone drücken diese Verbrecher den Europäern via Europalobby hier Chemie/Gengift dann ins Essen. Undeklariert natürlich, Ilse Aigner wirds schon entsprechend einrichten.

  • Dieses Unternehmen ist für millionenfaches Elend und zig-fachen Tod verantwortlich. Solchen Verbrechern muss das Handwerk gelegt werden. Das gelingt aber nur mit einer anderen Politik. Die Wahlen haben gezeigt, dass die Leute dies aber nicht wollen. Warum?
    Weil durch Lobbyismus verpestete Politiker und durch Geld manipulierte Medien den Menschen ein falsches Bild gezeigt wird. Sich auch anders zu informieren ist vielen gar nicht möglich. Dazu haben sie schlicht weg keine Zeit. Und noch zuviele haben ein Grundvertrauen in die 4. Gewalt. Die ist aber ungerechtfertigt.
    Heutzutage muss ich als Bürger besser sein als alle Profis. Im Supermarkt muss ich Lebensmittelexperte sein, beim Arzt muss ich Diagnose und Behandlung beurteilen, in der der Bank Finanzexperte usw. usf. Dazu reicht aber mein Tag nicht. Zwar habe ich theoretisch alle Informationen per Internet. Die sind jedoch sehr unsicher.
    Das Grundvertrauen in seine Mitmenschen ist abhanden gekommen. Das ist für eine Gesellschaft tödlich.

  • Monsanto gilt eben als well-educated: als Vorhut einer unverstandenen Moderne...
    Roundup verpestet nicht nur die Agrarökonomie in der dritten Welt.

  • Zitat aus dem Artikel:
    "erklärte Firmenchef Hugh Grand am Mittwoch in St. Louis. „Jedermann profitiert, wenn Bauern mit einem geringeren Einsatz mehr produzieren können.“"

    Monsanto treibt Bauern weltweit in Abhängigkeitsverhältnisse. Böden werden vergiftet und sind nicht mehr zu bewirtschaften. Der exzessive Einsatz von Giften (Pestiziden - Insektizide, Herbizide und Fungizide) führt genau zu dem Gegenteil, was der Monsanto-Chef der Öffentlichkeit weismachen will. Seit 70 Jahren fallen Regierungen und Menschen auf diesen Konzern herein.

    Europa sollte diesem Konzern mit massiven Schadenersatzforderungen begegnen!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%