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US-Ölmultis Chevron und Exxon verdienen Milliarden – enttäuschen aber trotzdem

Die US-Ölkonzerne Exxon und Chevron vervielfachen ihre Gewinne – doch Aktienkurse brechen trotzdem ein. Das sind die Gründe.
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Die US-Ölmultis verdienen Milliarden – enttäuschen aber trotzdem. Quelle: AP
Exxon-Raffinerie

Die US-Ölmultis verdienen Milliarden – enttäuschen aber trotzdem.

(Foto: AP)

New YorkFast 40 Jahre hat es gedauert, um den Rekord zu brechen: Erst vor wenigen Tagen haben die USA mehr als zehn Millionen Fass Öl pro Tag gefördert. Zuletzt haben die Vereinigten Staaten 1970 so viel produziert. Sie sind auf dem besten Weg, Saudi-Arabien und Russland als größte Produzenten der Welt abzulösen.

Doch ausgerechnet an den Branchenriesen Exxon Mobil und Chevron geht der Boom bislang vorbei, wie die jüngsten Zahlen zeigen: Bei Exxon fiel die Produktion im vierten Quartal niedriger aus als erwartet. Dass sich Öl nach Jahren des Preisverfalls wieder deutlich verteuert hat, spielt dem Konzern zwar in die Karten.

Dafür wird nun aber auch wieder erheblich mehr Geld ausgegeben – die Investitionen in Ausrüstung sowie Erkundungs- und Förderprojekte kletterten um 86 Prozent auf neun Milliarden Dollar. Es ist bereits das zwölfte Quartal in Folge, das Exxon mit Bohrprojekten Geld verdient.

Zwar sah der Gewinn auf den ersten Blick ausgezeichnet aus. Er kletterte von 1,7 auf 8,4 Milliarden Dollar. Allerdings entfielen davon 5,9 Milliarden Dollar auf die gefallenen US-Unternehmenssteuern, die Präsident Donald Trump und die Republikanische Partei vor wenigen Wochen durchsetzten.

Exxon-Chef Darren Woods kündigte an, in den kommenden fünf Jahren weitere mehr als 50 Milliarden Dollar allein in den USA zu investieren. Ein Grund für die Offensive sei das verbesserte Geschäftsklima durch die Steuerreform.

Der von Sonderposten wie günstigeren Steuern bereinigte Gewinn von Exxon fiel um 2,2 Prozent auf 3,73 Milliarden Dollar oder 88 Cent je Aktie. Analysten hatte im Schnitt 1,04 Dollar erwartet.

Ähnlich sieht es beim Konkurrenten Chevron aus: Die Produktion lag im Jahresendquartal mit 2,74 Millionen Fass Öl um 600.000 unter den Prognosen. Der Gewinn sah mit 3,4 Milliarden Dollar gut aus, allerdings entfallen ebenfalls zwei Milliarden Dollar auf die gesenkten US-Unternehmenssteuern. Rechnet man entsprechende Sonderposten heraus, ergibt sich ein Gewinn je Aktie von 72 Cent, während Analysten im Schnitt 1,22 Dollar erwartet hatten.

Die Ergebnisse überraschten viele Anleger, nachdem der kleinere US-Produzent Conoco Phillips und der britisch-niederländische Anbieter Shell vor kurzem ausgezeichnete Zahlen vorlegten. Nicht nur stieg der Ölpreis in den vergangenen Monaten, auch die Gewinnspannen im Raffiniergeschäft sind auf Rekordhöhe.

Die Aktie von Exxon Mobil fiel um fast sechs Prozent, ganze 21 Milliarden Dollar Börsenwert gingen verloren. Chevron stürzte um vier Prozent und gab rund zehn Milliarden Dollar Marktkapitalisierung ab. „Die Ergebnisse enttäuschen sehr“, sagte Brian Youngberg, Analyst von Edward Jones.

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