Vattenfall: Braunkohle ist ein Ladenhüter

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Braunkohle ist ein Ladenhüter

Vattenfall hat sich beim Verkauf seiner Aktivitäten in der Lausitz einige Absagen eingehandelt. Auf dem Tisch liegt jetzt das Angebot für eine Braunkohle-Stiftung. Ein Kaufinteressent bleibt aber auch hartnäckig.

Düsseldorf/WienVattenfall-Chef Magnus Hall hat beim Verkauf der deutschen Braunkohlesparte nicht die Qual der Wahl. Die Auswahl eines neuen Eigentümers wird dagegen eher zur Qual. Der Schwede muss sich entscheiden, ob er die Sparte für einen niedrigen Preis verscherbelt, sich an einer Stiftung beteiligt – oder den Verkauf doch wieder absagt.

Am Mittwoch lief die Frist ab, bis zu der die Interessenten verbindliche Angebote bei der beauftragten Investmentbank Citigroup einreichen mussten. Der deutsche Stromproduzent Steag und der tschechische Energiekonzern CEZ schreckten vor den Risiken zurück und gaben kein verbindliches Gebot ab. Zwei andere Bieter aus Tschechien haben zwar fristgerecht eine Offerte eingereicht: Der Kohleproduzent Czech Coal des Milliardärs Pavel Tykac und der Energiekonzern EPH teilten dies jeweils mit, ohne sich zum gebotenen Kaufpreis zu äußern. Mehr als einen mittleren dreistelligen Millionen-Betrag dürften sie nach Einschätzung aus Branchenkreisen aber nicht geboten haben.

Speziell das Unternehmen EPH, das bereits den anderen ostdeutschen Braunkohleförderer Mibrag besitzt, bleibt damit hartnäckig. Das Unternehmen teilte mit, dass es für den zum Verkauf stehenden Braunkohletagebau und die Braunkohlekraftwerke einen „positiven Preis“ geboten hat, nicht aber für die Wasserkraft, die Vattenfall ebenfalls angeboten hatte. Chairman Daniel Křetínský sagte zu, EPH würde die Aktivitäten von Vattenfall in der Lausitz nachhaltig und im Interesse der Mitarbeiter und der Region betreiben.

Vattenfall gehören in Brandenburg und Sachsen fünf Kohlegruben und drei Kohlekraftwerke. Ein weiteres wird mit dem Energiekonzern EnBW im sächsischen Lippendorf betrieben. Der Verkaufsprozess wurde aber zuletzt vom drastischen Verfall der Strompreise belastet. Aktuell kostet am Terminmarkt eine Megawattstunde Strom, die 2017, 2018 oder 2019 geliefert werden soll, kaum mehr als 20 Euro. Ende 2014, als Vattenfall den Prozess begonnen hatte, waren es noch 35 Euro.

CEZ begründete den Verzicht auf eine Offerte deshalb unter anderem auch mit der Strompreisentwicklung. Das Unternehmen hinterlegte bei Vattenfall aber, weiter interessiert zu sein. EPH ließ sich dagegen nicht vom Preisrutsch abhalten.

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EPH erwartet keine Dividende

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