Energie

Vattenfall-Chef zur Kohleabgabe
„Gabriels Tempo ist zu hoch“

Anders als RWE-Chef Terium hat sich Vattenfall-Chef Magnus Hall bisher kaum öffentlich zur geplanten Kohleabgabe geäußert. Kurz vor einem politischen Spitzentreffen zu dem Thema redet er Klartext.
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BerlinDer Chef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Magnus Hall, mischt sich nicht oft in die deutsche Politik ein. Wenn er es macht, muss der Handlungsdruck entsprechend groß sein – und aus Vattenfalls Sicht ist der bei der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplanten Klimaabgabe definitiv gegeben. Denn die würde in erster Linie die Braunkohlekraftwerke treffen, die neben RWE vor allem die deutsche Tochter von Vattenfall betreibt.

„Ich halte eine CO2-Strafsteuer für Kohlekraftwerke nicht für realistisch“, sagte Hall dem Handelsblatt „Der Ausstieg aus der Kohleenergie läuft ohnehin schon. Gabriel will ihn nun in Deutschland drastisch beschleunigen. Doch sein Tempo ist zu hoch.“

Halls Worte sind geschickt platziert. Heute Abend treffen sich Gabriel und sein Staatssekretär Rainer Baake, aus dessen Feder die Idee mit der Klimaabgabe stammt, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) um Streitpunkte in der Energiepolitik aus dem Weg zu räumen. Ganz oben auf der Agenda ist der Streit um die Klimaabgabe.

Gabriels Ministerium hatte die Braunkohlenbranche vor wenigen Wochen mit den Plänen aufgeschreckt. Um das von der Bundesregierung beschlossene Ziel einer Senkung der klimaschädlichen Gase in Deutschland bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent doch noch zu erreichen, soll der Energiesektor 22 Millionen CO2 zusätzlich einsparen. Ursprünglich wollte Gabriel die 22 Millionen Tonnen komplett alten Kohlekraftwerken mit einer Abgabe aufbürden. RWE und die Gewerkschaften Verdi und IG BCE gingen auf die Barrikaden, warnten vor einem Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen und organisierten sogar eine Demonstration mit rund 10.000 Teilnehmern in Berlin.

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Unionsfraktion macht weiter Front gegen die Abgabe

Kommentare zu " Vattenfall-Chef zur Kohleabgabe: „Gabriels Tempo ist zu hoch“"

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  • WIR deutschen (nicht alle) sind einfach nur BEKLOPPT !!!

    Man nehme nur das Beispiel MÜLLTRENNUNG und wir können voraussehen, wie sich diese ENERGIEWENDE "weiterentwickelt" !!!

    Kurzum: Viel STEUER-GELD investiert und dann ein paar Jahre später kommt eine neue mögliche (bessere und günstigere) Technik/Verfahren und WIR können diese nicht einsetzten, weil WIR bereits zu viel investiert haben, in dieser "Lobby-Technik" !!!

    Kaputte LOBBY-IDEE diese profitable (für wenige) "Energiewende" und viele wählen noch diese
    geschmierten HOCHSTAPLER, unfassbar !!! Die Medien spielen mit, DANK weniger Kapital-Familien, die sich EIGENTÜMER nennen !!!

    WIR haben mit die sichersten Kraftwerke der WELT und lassen diese, wo der deutsche STEUER-ZAHLER immer noch STEUERGELDER "stecken/arbeiten" hat, einfach nur abschalten und zahlen einen unverschämten spekulativen AUFPREIS dafür !!!

    Die unsicheren Kraftwerke in der Nachbarschaft "produzieren" weiter !!!
    Und WIR bekloppten zahlen weiter die Rendite, für diese "Kapital-Familien" !!!

  • @Peter Silberg
    Halten Sie doch die Menschen in Deutschland nicht für Dumm!
    Der Stromüberschuss wird durch die Erneuerbaren Energien erzeugt. Das is FAKT! Und die Überkapazität der EE führt dafür, dass es keine Abnehmer für diesen Strom gibt, die noch Geld dafür zahlen wollen. Die Abnehmer der wertvernichtenden Überproduktion von Erneuerbaren Energiewende Strom verlangen noch Geld dafür, dass Sie diese marktfeindlichen EE-Strom abnehmen müssen.

  • @Marc Hofmann
    Kein ernst zu nehmender Energiewirtschaftler bestreitet, dass der Strommarkt in Deutschland erhebliche Überkapazitäten bei konventionellen Kraftwerken aufweist. Wenn Sie sich die Spotmarktpreise der EEX ansehen, entdecken Sie regelmäß Minima um 3:00 Uhr oder 4:00 Uhr Nachts. Die Sonne scheint zu der Zeit wohl kaum..

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