Energie

Vattenfall Tschechen kaufen deutsche Braunkohle

Der Energiekonzern Vattenfall hat tatsächlich einen Käufer für seine Braunkohleförderung in Ostdeutschland gefunden. Die tschechische EPH übernimmt den Klimakiller Nummer eins. Aber das Geschäft wirft Fragen auf.
Update: 18.04.2016 - 15:16 Uhr 12 Kommentare
Vattenfall gehören in Brandenburg und Sachsen vier Kohlegruben und drei Kohlekraftwerke. Quelle: dpa
Braunkohle-Tagebau in Weißwasser

Vattenfall gehören in Brandenburg und Sachsen vier Kohlegruben und drei Kohlekraftwerke.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Förderung von Braunkohle in Ostdeutschland wird künftig komplett aus Tschechien organisiert. Der tschechische Energiekonzern Energeticky a Prumyslovy Holding (EPH) wird gemeinsam mit dem Finanzpartner PPF Investments Ltd die Aktivitäten von Vattenfall in der Region, die zweitgrößten in Deutschland, übernehmen. Das teilten die Unternehmen am Montagmittag mit. „Wir beschleunigen so unseren Umbau zu einer nachhaltigeren Erzeugung von Energie“, erklärte Vattenfall-Chef Magnus Hall.

Zu EPH gehört schon die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft (Mibrag), die Nummer drei. Das Unternehmen wird damit im Osten für den Abbau des umstrittenen Energieträgers verantwortlich sein, während im Westen, im rheinischen Revier, RWE Braunkohle fördert.

Vattenfall gibt vier Tagebaubetriebe sowie drei Braunkohlekraftwerke ab. Ein viertes Kraftwerk wird gemeinsam mit EnBW betrieben. Man habe sich auf einen symbolischer Verkaufspreis geeinigte, heißt es. Darüber hinaus muss das Unternehmen den Käufer mit einer Milliardensumme ausstatten, damit dieser die hohen Verbindlichkeiten tragen kann. Die Sparte wird mit einem Cash-Bestand von 1,7 Milliarden Euro ausgestattet.

„Wegen unseres Engagements im Mitteldeutschen Braunkohlerevier“ sind wir überzeugt, dass EPH Vattenfalls Braunkohleaktivitäten trotz der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen verantwortungsvoll betreiben kann“, sagte Jan Springl, das zuständige Vorstandsmitglied von EPH.

Vattenfall-Chef Hall wird froh sein, überhaupt einen Käufer gefunden zu haben. Das Interesse war gering. Einige Interessenten hatten schon früh abgewunken. Andere, wie der ebenfalls tschechische Energiekonzern CEZ, schreckten kurz vor Ende der Frist doch noch vor der Abgabe eines verbindliches Gebots zurück. Neben EPH hatte nur die ebenfalls aus Tschechien stammende Kohlegesellschaft Czech Coal öffentlich bestätigt, ein Gebot abgegeben zu haben. Auf dem Tisch hatte das Vattenfall-Management bis zuletzt aber auch das Angebot des deutschen Stromproduzenten Steag und des Finanzinvestors Macquarie liegen, die Vattenfalls Aktivitäten in eine Stiftung einbringen wollten.

Die Rahmenbedingungen für den Verkauf sind schließlich schlecht - und sie haben sich während des Verkaufsprozesses noch verschlechtert. Zum einen übernimmt EPH ein Geschäft mit begrenzter Laufzeit. Es ist klar, dass die Förderung in den Jahren nach 2030 auslaufen wird. Braunkohle, die als Klimakiller Nummer eins gilt, wird langfristig nicht zur deutschen Energiewende passen. Zum anderen hat sich die Rentabilität der Braunkohlekraftwerke radikal verschlechtert.

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12 Kommentare zu "Vattenfall: Tschechen kaufen deutsche Braunkohle"

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  • Herr Egon Rasselpferd@Preiswerte Energie um jeden (Umwelt) Preis ist der falsche Weg
    Da haben Sie recht, weil Sie schreiben um jeden Preis aber sinnlos wie in Deutschland um jeden Preis ? Wenn Sie in die Solar-Anlagen oder auch in die Windanlagen investieren, müssen Sie doch diese Energien speichern können und genau das kann Deutschland nicht. Das ganze Geld ist sinnlos investiert, der entstehende Strom muß in Folge verschenkt werden oder es muß für die Abnahme sogar Geld bezahlt werden.

  • Erst wenn das letzte Kraftwerk geschlossen wurde,
    das letzte Produktionswerk aus Deutschland nach Rumänien oder China verlagert wurde,
    die letzte Geflügel-oder Schweinezucht verboten,
    werdet ihr feststellen, dass man grün-rote Ideologie nicht essen kann. Sie ernährt auch nicht Millionen Flüchtlinge, nicht die Ukraine, die Türkei und Griechenland.
    Deutschland wird abgeschafft. Vordergründig von IM Erika und ihren grünroten Handlangern. Aber wer steckt bloß dahinter?

  • Braunkohle ist der dreckigste Energieträger den es überhaupt gibt.
    Vattenfall will die völlig veralteten Dreckschleudern nur loswerden weil die wissen das die Verluste nur noch größer werden können.
    Preiswerte Energie um jeden (Umwelt) Preis ist der falsche Weg.
    Die Tagebaue hinterlassen Mondlandschaften und die Kraftwerke blasen tonnenweise Schwermetall und Stickoxide in die Luft.
    Die Tagebaue zu einer Seelandschaft für den Tourismus umzubauen ist an vielen Orten wegen Übersäuerung der Seen gescheitert, es wurde versucht mit zig tausend Tonnen Kalk das Problem zu mindern - hat aber auch nicht so gut funktioniert.
    Die Realität ist das die Orte wo die Tagebaue waren über viele Jahrzehnte nicht vernünftig zu nutzen sein werden.
    Üblicherweise ist es den Menschen welche mit der Braunkohle gutes Geld verdienen egal wie sehr die Umwelt geschädigt wird.
    Und wenn die Umweltschäden mit in den Strompreis eingerechnet werden - dann ist Braunkohle ein sehr teurer Energieträger.

  • Preiswerte Energie heißt Wohlstand, in Deutschland wird aber in teure Energie investiert also in die Armut von immer breiteren Volksschichten. Jetzt schon zahlt der Verbraucher 30% mehr als z.B. in Österreich. So etwas ist an Blödheit nicht zu überbieten.

  • China steigt nicht aus der Kohle aus. Aufgrund der Überinvestitionen der vergangenen Jahre gibt es enorme Überkapazitäten bei Kohle, Stahl und Kraftwerken. Auch nach einem Abbau dieser Überkapazitäten ist China auf absehbare Zeit weltgrösster Kohleförder und Verstromer.

    Erdgas ist in den meisten Regionen der Welt wesentlich teurer als Kohle. In Europa etwa Faktor 2. Demzufolge ist es allenfalls (öko)religiös zu vertreten aus der Kohle auszusteigen.

  • Das ist mehr, oder minder eine Spekulation darauf dass die Deutsche Politik den Verstand zurückgewinnt.

    Aktuell wird der Strommarkt entsprechend den Launen des Wetters mit umweltschädlichen, wertlosem Strom aus hochsubventionierten Windmühlen und Solaranlagen geflutet. Bei entsprechenden Wetterlagen sinkt der Strompreis an der Börse < 0. (Es gibt auch häufig die Situation dass diese Anlagen keinen nennenswerten Strom einspeisen). Kein modernes Grosskraftwerk kann unter diesen Bedingungen Geld verdienen. Braunkohlekraftwerke sind neben den umweltfreundlichen Kernkraftwerken aufgrund der günstigen Brennstoffkosten am nähesten dran Geld zu verdienen.

    Deshalb werden immer mehr moderne Grosskraftwerke stillgelegt. Die Kapazitätsreserven schrumpfen. Andererseits bedarf es abseits ökoreligiöser Fantasien hinreichende Kapazitäten moderner Grosskraftwerke um eine verlässliche, frequenzstabile Stromversorgung zu gewährleisten.

    Sofern die Deutsche Politik wieder zur Besinnung kommt, können diese Kraftwerke zu Gelddruckern werden.

  • @ Marc Hoffmann
    Es stimmt natürlich alles, was sie über den Klima-Sozialismus schreiben.
    Es bleibt aber eine wichtige Frage: WER sind die tatsächlichen Hauptprofiteure des Kampfes gegen den "vom Menschen gemachten Klimawandel"?
    Dazu muss man sich ganz genau ansehen, wer bei der wissenschaftlichen, politischen und medialen Implementierung des „vom Menschen gemachten Klimawandels“ von Anfang an ganz vorne mit dabei war: nämlich die ROCKEFELLER-STIFTUNG. Wer will, kann das sogar in den Systemmedien nachlesen:
    „Auch der 6700 Seiten dicke Wälzer „State of the Future“ des UN-Millenium-Projects setzt darin seinen Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe 2009. Einst vom Smithonian Institue und der UN-Universität (Oslo) initiiert und aus Mitteln der Weltbank oder der Rockefeller-Stiftung finanziert, publiziert das Projekt alljährlich die wichtigsten Aufgaben, denen sich die Menschheit zuwenden sollte. Der Klimawandel, so die UN-Forscher, betreffe alle – und überall.“
    http://www.focus.de/wissen/klima/klimaprognosen/tid-15004/zukunftstrategie-was-uns-der-klimawandel-aufzwingt_aid_421152.html
    Einige große Wall-Street-Banken sind "Rockefeller-Derivate" (und übrigens auch Mit-Eigentümer des FED). Der Kopf der Kreditgeld-Krake benötigt also den "Klimawandel", um durch die gigantischen (Zwangs-)Investitionen, die nur durch Kreditexpansion finanzierbar sind, noch reicher und mächtiger zu werden.

  • @Josef Schmidt
    In China geht alle 3 Wochen ein neues Kohlekraftwerke ans Netz. China baut sein Kernkraftwerksfollte weiter aus.
    Deutschland steigt aus der Kernkraft aus und will jetzt aus der Kohle aussteigen.
    Was meinen Sie wohl, wem die Zukunft gehört.

    Deutschland wird der Verlierer sein. Arbeitsplätze werden abgebaut. Wissen geht verloren und der Mangel und die Armut werden in Deutschland weiter den Siegeszug antreten. Russland (Gas) und Tschechien (Kohle) werden dann am Mangel und der Armut der deutschen Energiewende Vollpfosten Politik verdienen.
    Deutschland macht sich mit dieser sog. Erneuerbaren Energie Subventionierung zum Sklaven Dirtter.
    Wie beim ESM = Euro-Schulden-Länder Rettung wird auch der Deutsche Bürger bei der Energiewende blüten bis ihm das Rückgrat (Industrie und Wissenschaftsstandort) wegbricht.

  • So ein Blödsinn. In D bekommt man keine Genehmigung mehr für Kohlekraftwerke dann dürfen sie die Kohle nach Tchechien verfrachten. Selbst China steigt aus der Kohle aus weil sie ihre Städte mit Smog verpesten.

    Kohle ist tot weil Gasreserven genug vorhanden.

  • Die Tschechen sind clevere Geschäftsleute. Die wissen ganz genau, dass eine Wohlstandsgesellschaft auf Kohle- und Gaskraftwerke angewiesen ist. Vor allen dann, wenn man aus Deutschland aus der Kernkraft aussteigt. Der Energieträger Kohle ist Grundlast und Grundlast ist Wohlstand. Das git für jedes Land dieser Welt.
    Die sog. Erneuerbaren Energien sind marktfeindliche staatlich erzwungene Subventionsgeschäfte die weder Technisch noch Wirtschaftlich einen Wohlstand halten können.
    Die Tschechen kaufen somit billig ein Kohlerevier auf und werden in Zukunft das Große Geschäft damit verdienen. Besser geht es nicht!

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