Energie

Verbund
Wasserkraftwerke füllen Kassen von Stromkonzern

Die schwächelnde Wirtschaft und die niedrigen Stromgroßhandelspreise setzen Energiekonzerne unter Druck. Auch das österreichische Unternehmen Verbund leidet darunter. Es profitiert von sprudelnden Wasserkraftwerken.
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WienÖsterreichs größter Stromkonzern Verbund hat dank der guten Auslastung seiner Wasserkraftwerke zum Jahresauftakt ein Gewinnplus verzeichnet. Das Unternehmen dämpfte aber die Erwartungen der Anleger für die künftige Entwicklung. Die schwächelnde Wirtschaft und die niedrigen Großhandelspreise für Strom würden das Ergebnis schmälern, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Für 2015 werde daher unverändert ein Rückgang des operativen Ergebnisses (Ebitda) auf rund 770 (Vorjahr: 809) Millionen Euro erwartet. Unter dem Strich soll der Gewinn wegen Erlösen aus Anlagenverkäufen auf rund 180 Millionen Euro steigen nach 126,1 Millionen Euro im Vorjahr.

Im Auftaktquartal liefen die Wasserkraftwerke wegen des hohen Wasserstandes an vielen Flüssen auf Hochtouren. Verbund betreibt 125 Wasserkraftwerke an Flüssen wie der Donau oder dem Inn. Je mehr Wasser dort fließt, umso mehr Strom kann erzeugt werden. Der operative Gewinn (Ebitda) stieg im ersten Quartal um gut fünf Prozent auf 218 Millionen Euro. Unter dem Strich legte das Ergebnis auf 63,4 (40,9) Millionen Euro zu. Positiv habe sich der Verkauf der unrentablen französischen Gaskraftwerke Toul und Pont-sur-Sambre ausgewirkt. Die Anlagen wurden für insgesamt 150 Millionen Euro an den US-Finanzinvestor KKR verkauft.

Die Österreicher haben sich damit aus einem weiteren Auslandsmarkt zurückgezogen: Das Türkei-Geschäft gaben sie im Vorjahr im Tausch gegen bayerische Kraftwerke an Konkurrent E.ON ab. Die defizitäre italienische Beteiligung Sorgenia wurde ebenfalls bereits abgestoßen. Verbund will sich künftig auf den Heimatmarkt sowie Deutschland konzentrieren. Die Österreicher sind in Bayern der größte Wasserkrafterzeuger.

Die schwächelnde Wirtschaft sowie die anhaltend niedrigen Stromgroßhandelspreise setzen Energiekonzerne unter Druck, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Dafür seien hohe Subventionen im Bereich erneuerbarer Energie sowie die Überkapazitäten am europäischen Strommarkt verantwortlich. Nicht nur Verbund kämpft damit: E.ON etwa verbuchte im vorigen Jahr einen Rekordverlust. Analysten erwarten auch für den Essener Versorger einen Gewinnrückgang im Quartal. Um den Preisverfall abfedern zu können, will Verbund sein Sparprogramm fortsetzen. Neben Kürzungen von Investitionen sei bis 2020 der Abbau von weiteren 250 Stellen geplant. Kündigungen sollen vermieden werden. Derzeit beschäftigt die mehrheitlich im Staatsbesitz stehende Firma 3200 Mitarbeiter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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