Verhandlungen abgebrochen: RWE steuert auf Arbeitskampf zu

Energie

Verhandlungen abgebrochen
RWE steuert auf Arbeitskampf zu

Nach Eon könnte auch der Energiekonzern RWE bald bestreikt werden. Auch Kraftwerke sollen betroffen sein. Es droht der erste unbefristete Energie-Streik in der Geschichte der Bundesrepublik.
  • 0

DüsseldorfNach Eon droht jetzt auch dem Konkurrenten RWE ein Arbeitskampf. Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 50.000 Beschäftigten in Deutschland sei am Montagabend ergebnislos abgebrochen worden, teilte die Gewerkschaft IG BCE am Dienstag mit. "Wir haben in keinem Punkt echte Fortschritte erreichen können", sagte IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden. Die Verhandlungskommission werde nun vorschlagen, die Gespräche für gescheitert zu erklären.

IG BCE und die Gewerkschaft Verdi wollen kommende Woche über das weitere Vorgehen beraten. Die Arbeitgeber müssten ein besseres Angebot vorlegen, um eine Eskalation zu verhindern, sagen sie. Bei E.ON könnte es derweil schon kommende Woche Streiks geben.

Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigen von RWE sechs Prozent mehr Lohn. Der Konzern hat nach ihren Angaben angeboten, die Gehälter 2013 und 2014 um jeweils 1,5 Prozent zu erhöhen. Außerdem sollen die Beschäftigen zwei Einmalzahlungen von je 500 Euro erhalten.

Das Unternehmen bestätigte diese Angaben nicht. RWE sei weiter gesprächs- und verhandlungsbereit, sagte ein Sprecher. "Angesichts der Herausforderungen der Energiewende benötigen wir Flexibilität bei der Zielsetzung, Beschäftigung zu sichern."

Die Energiekonzerne sind wegen der Einbußen durch die Atomwende, wegen des schwächelnden Gasgeschäfts und hoher Schulden unter Druck. Eon und RWE haben Sparprogramme aufgelegt und wollen Tausende Arbeitsplätze streichen. Eon baut 11.000 Jobs ab, bei RWE sollen 10.400 Stellen wegfallen. RWE-Chef Peter Terium ringt zudem mit den Arbeitnehmervertretern über die Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung, die die Gewerkschaften für zehn Jahre verlängern wollen.

Beim Konkurrenten Eon könnten die Mitarbeiter bereits Anfang kommender Woche in den Ausstand treten. Bis Freitag läuft noch die Urabstimmung, bei der mindestens 75 Prozent für einen Arbeitskampf stimmen müssten. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi wäre dies der erste unbefristete Streik in der Energiewirtschaft in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Gewerkschaften würden auch Kraftwerke bestreiken. Eon könnte dadurch gezwungen werden, Strom teuer an der Börse zuzukaufen.

Die Bevölkerung solle nicht getroffen werden. Für die 30.000 Beschäftigen von E.ON in Deutschland haben die Gewerkschaften 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert. Das letze Angebot der Arbeitgeber habe bei 1,7 Prozent gelegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verhandlungen abgebrochen: RWE steuert auf Arbeitskampf zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%