Energie

Verkauf der Braunkohle
Vattenfall lässt Greenpeace abblitzen

Vattenfall sucht einen Käufer für seine deutschen Braunkohlaktivitäten. Aber nicht jeder Bieter ist willkommen: Das Angebot von Greenpeace haben die Schweden nun zurückgewiesen. Aber die Umweltschützer geben nicht auf.

DüsseldorfDas Papier trägt den prägnanten Titel „Statement of Interest“ und auf den ersten Blick hält es auch, was es verspricht: Auf 13 Seiten erklärt die Umweltschutzorganisation Greenpeace, warum sie die zum Verkauf stehende deutsche Braunkohlesparte des staatlichen schwedischen Energiekonzerns Vattenfall übernehmen will – und was sie mit den Aktivitäten vorhat.

Verkäufer Vattenfall hat das Schriftstück, das die skandinavische Sektion von Greenpeace vor zwei Wochen offiziell einreichte, aber offenbar nicht überzeugt. Wie die Umweltschutzorganisation am Montag mitteilte, wurde sie aus dem Bieterverfahren ausgeschlossen. Das habe die mit dem Verkauf betraute Investmentbank Citigroup am vergangenen Freitag schriftlich mitgeteilt. Citigroup habe das mit der Behauptung begründet, Greenpeace Nordic „beabsichtigt nicht, als Bieter aufzutreten“.

Die Programmdirektorin von Greenpeace Schweden Annika Jacobson wies diese Begründung zurück: „Selbstverständlich will Greenpeace Nordic als Bieter auftreten.“ Das Gebot passe aber offenbar „nicht zur Absicht der Citigroup, den Käufer alleine nach dem höchsten Preis auszusuchen.“ Vattenfall kommentierte die Entscheidung nicht.

Greenpeace hatte angeboten, die Braunkohlesparte in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen. Deren Zweck wäre „der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2030 und der Umbau des Konzerns zu einem Erneuerbare-Energien-Unternehmen“. Allerdings machte die Organisation bei der Vorlage der Offerte auch klar, dass sie Vattenfall nichts bezahlen würde – sondern forderte im Gegenteil für die Abwicklung der Braunkohleaktivitäten sogar Geld. Die Organisation bezifferte den „wahren Wert“ der Vattenfall-Sparte wegen der Folgekosten des Kohleabbaus auf mehr als minus zwei Milliarden Euro. Die Offerte wurde in der Branche deshalb auch als PR-Coup gewertet.

Greenpeace-Managerin Jacobson betonte am Montag aber: „Wenn Vattenfall und der schwedische Staat sich schon mit einem Verkauf der Braunkohlesparte aus der Verantwortung stehlen wollen, dann muss ein Käufer ein ökologisch und sozial schlüssiges Konzept vorlegen.“ Die Umweltschutzorganisation forderte den zuständigen Wirtschaftsminister von Schweden, Mikael Damberg auf, durchzusetzen, „dass Umweltaspekte im Bieterverfahren berücksichtigt werden und Greenpeace Nordic weiterhin beteiligt bleibt.“

Vattenfall hatte schon vor einem Jahr angekündigt, die deutsche Braunkohlesparte zu verkaufen, Ende September wurde der Prozess nun offiziell gestartet. Zum Verkauf stehen neben dem Tagebau in der Lausitz auch mehrere Braunkohlekraftwerken. Bislang haben neben Greenpeace nur zwei andere Bieter ihr Interesse offiziell gemacht: die tschechischen Energiekonzerne EPH und CEZ.

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