Energie

Versorgungssicherheit

Wenn Russland den Gashahn zudreht

Vor fünf Jahren kappte Russland der Ukraine die Gasversorgung – und die Exporte des Energieträgers nach Westeuropa brachen ein. Deutsche Gasspeicher verhinderten kalte Heizkörper. Die Lehren aus der Gaskrise 2009.
Update: 04.03.2014 - 12:04 Uhr 4 Kommentare
Unter diesen Feldern in Rehden (Niedersachsen) liegt der größte Erdgasspeicher Westeuropas. Der Betreiber ist eine Tochter des russischen Energiekonzerns Gazprom. Quelle: PR

Unter diesen Feldern in Rehden (Niedersachsen) liegt der größte Erdgasspeicher Westeuropas. Der Betreiber ist eine Tochter des russischen Energiekonzerns Gazprom.

(Foto: PR)

DüsseldorfDie Lage in der Ukraine weckt Furcht vor einem Szenario: Was passiert, wenn die durch das Land geführten Gasexporte nach Westeuropa abreißen? Ein Präzedenzfall aus dem Jahr 2009 zeigt, wie in einem solchen Fall die Versorgung in Deutschland aufrechterhalten werden könnte.

Am 7. Januar 2009 stoppte Russland sämtliche Gasausfuhren in die Ukraine, nachdem eine Einigung mit dem Land über künftige Lieferpreise gescheitert war. Zwei Wochen hielt der Lieferstopp an – und die Auswirkungen auf Deutschland waren unmittelbar zu spüren.

An den deutsch-österreichischen Übergabepunkten für Gas aus Russland und der Ukraine kam es in den Tagen zu „drastischen Mengenreduzierungen“, schrieb die Bundesnetzagentur später in einer detaillierten Analyse. Zeitweilig brach der Gasfluss über Österreich auf „nahezu ,Null‘ ein“.

Deutschland bezieht fast 40 Prozent der Gasimporte aus Russland, weitere wichtige Importländer sind Norwegen und die Niederlande. Ein Großteil der russischen Ausfuhren läuft über die Ukraine – auch wenn in den vergangenen Jahren die in der Ostsee verlegte Nordstream-Pipeline als Lieferweg an Bedeutung gewonnen hat. Ebenfalls wichtig ist eine Pipeline, die über Weißrussland und Polen läuft.

Stoppt der russische Gasfluss, gibt es – anders als für Öl – in Deutschland keine nationale Gasreserve, um einen Lieferengpass zu überbrücken. Es gibt allerdings privatwirtschaftlich organisierte Speicher, die zusammengenommen die viertgrößten der Welt sind. An etwa 40 Standorten quer über das Land verteilt speichern Gasunternehmen in ehemaligen Gasfeldern oder geplünderten Salzstöcken Gas. Damit können etwa Nachfragespitzen in frostigen Wintern abgedeckt werden.

Januar 2009: Importe vor der Krise (links), Im- und Exporte während der Krise (links). (Quelle: Bundesnetzagentur).

Januar 2009: Importe vor der Krise (links), Im- und Exporte während der Krise (links). (Quelle: Bundesnetzagentur).

Während der Gaskrise 2009 bestand das System der privaten Gasspeicher den „Stresstest“, so die Netzagentur. Es habe sogar die Versorgung der von der Krise besonders betroffenen südosteuropäischen Staaten sichergestellt werden können. Slowenien wurde beispielsweise vom deutschen Energiekonzern RWE aus seinen Speichern mit täglich mehr als vier Millionen Kubikmeter Gas versorgt. Auch der Ukraine könnte das Unternehmen unter die Arme greifen, wenn Putin dem Land den Gashahn zudreht. RWE-Finanzvorstand Bernhard Günther sagte am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz, dass der Konzern eine Rahmenvereinbarung mit der Ukraine habe, „mit der wir Gas über Tschechien und die Slowakei liefern können.“

Größter Gasspeicher in russischer Hand
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4 Kommentare zu "Versorgungssicherheit: Wenn Russland den Gashahn zudreht"

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  • Einfach nach "LENR" googeln.

    Ich beobachte das Thema schon lange. Das größte Problem, das ich sehe, liegt daran, dann man diese Geräte noch nicht kaufen kann. Das könnte in der Tat an der Zulassung liegen, die lobbyistisch blockiert werden könnte.

  • Das interessiert jetzt mal - wo kann man die bestellen ?

  • Gashahn zudrehen? und dann? ausser Rostoffe hat Russlands Wirtschaft nichts, im Gegensatz zu China, das sich schon lange eine echte Wirtschaft/Industrie aufbaut.

  • Vor 5 Jahren wäre die gleiche Situation ungleich schwieriger gewesen. Vielleicht geht es jetzt endlich mit "LENR" vorwärts.

    Bisher weiß man nicht so recht, ob die Nachrichten manipuliert sind - und insbesondere nicht von welcher Seite.

    Unstrittig scheint zu sein, dass dass "LENR"-Reaktoren mit 1 MW-Leistung bestellt und erworben werden können. Das größere Feld ist ja die Anwendung in Privathaushalten. 10 kW-Reaktoren scheint es an der Genehmigung zu fehlen. Diese kleinen Reaktoren in der Größe eines PC-Towers sollen zunächst Wärme und später Strom zu 1 €-Cent liefern.

    Klar, wenn dies genehmigt wird und die Haushalte unabhängiger werden, dann kippt die Energiewende noch einmal und das finanzielle Fiasko ist unbeschreiblich groß.

    Sieht man den Konflikt auf der Krim mit anderen Augen, dann sind dort mindestens zwei Verlierer.

    Wenn Russlands Energie nicht mehr gebraucht wird, hängt Russland unumkehrbar an der finanziellen Leine.

    Wenn die Bundesregierung die Minikraftwerke endlich genehmigt, werden die Privathaushalte unabhängiger und die bisherigen Energieversorger stehen mit der Bundesregierung am Pranger.

    Auf jeden Fall scheint eines klar zu sein: Aussitzen geht nicht!

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