Energie

Vor Hauptversammlung Aktionärsberater ISS lehnt Sonderprüfer bei Uniper ab

Die Anlagegesellschaft Cornwall fordert eine Überprüfung des Uniper-Managements. ISS sieht keine Notwendigkeit dafür und rät davon ab.
Update: 16.05.2018 - 13:50 Uhr Kommentieren
Firmenchef Klaus Schäfer stemmt sich seit dem vergangenen Jahr gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Fortum. Quelle: dpa
Uniper

Firmenchef Klaus Schäfer stemmt sich seit dem vergangenen Jahr gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Fortum.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer wichtige Stimmrechtsberater ISS hat den Aktionären des Energiekonzerns Uniper empfohlen, auf der Hauptversammlung im Juni gegen den Antrag auf Einsetzung eines Sonderprüfers zu stimmen. Den fordert die Aktionärin Cornwall, eine von US-Hedgefonds-Manager Paul E. Singer kontrollierte Anlagegesellschaft mit Sitz in Luxemburg.

ISS sehe keine Notwendigkeit für eine solche Untersuchung, hieß es in einer der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend vorliegenden Schreiben an die Kunden. Diese würde zudem nur weitere Kosten verursachen.

Auch andere Aktionäre stellen sich gegen einen Antrag auf Einsetzung eines Sonderprüfers. „Wir sehen keinen Sinn in diesem Antrag und raten auch anderen, dagegen zu stimmen“, sagte der Gründer von Odey Asset Management, Crispin Odey. Der Investor hält 1,56 Prozent an Uniper.

Ähnlich äußerte sich Stimmrechtsberater Glass Lewis. Es gebe nach derzeitigem Stand keine ausreichenden Beweise dafür, dass das Management von Uniper seine Pflichten verletzt habe.

Cornwall fordert, dass ein Sonderprüfer das Verhalten des Uniper-Managements bei dem Vorstoß des Konkurrenten Fortum unter die Lupe nimmt. Uniper-Chef Klaus Schäfer stemmt sich seit dem vergangenen Jahr gegen eine Übernahme durch die Finnen und bezeichnete den Versuch von Beginn an als feindlich.

Uniper war im vergangenen Herbst mit einer Übernahmeofferte durch Fortum konfrontiert worden. Der Rivale hatte sich mit Unipers ehemaligem Mutterkonzern Eon darauf geeinigt, dessen verbliebenes Aktienpaket von knapp 47 Prozent für 3,8 Milliarden Euro zu kaufen. Den übrigen Aktionären unterbreitete Fortum eine Offerte über 22 Euro inklusive Dividende für 2017.

Tatsächlich gelang es Schäfer, im Zuge des folgenden Übernahmeangebotes die meisten anderen Anteilseigner von einem Verkauf von Fortum abzuhalten. Das finnische Unternehmen konnte sich außer dem Paket von Eon nur wenige weitere Aktien sichern.

Den Einstieg der Finnen könnte er andererseits nur noch aufhalten, wenn die Wettbewerbsbehörden in der Europäischen Union und Russlands Einwände gegen den Deal erheben würden. Brüssel prüft noch, dort gilt die Zustimmung aber als weitgehend unproblematisch.

Anders sieht es in Russland aus. Hier hoffte Schäfer, dass Fortums Einstieg abgeblockt werden würde. Uniper ist dort ein wichtiger Stromproduzent, aber auch Fortum ist in Russland aktiv. Da das Unternehmen dem finnischen Staat gehört, wird eine weitere Expansion aber kritisch gesehen.

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