Energie

Vorstand schrumpft
Stabwechsel bei Kohlenstoffspezialist SGL

Der Kohlenstoffspezialist SGL muss sparen, weil die Nachfrage lahmt. 2014 kommt mit Jürgen Köhler ein neuer Mann an die Spitze, weil der bisherige Chef 65 wird. Köhler koordiniert bereits ein Sparprogramm.
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FrankfurtAn der Spitze des Kohlenstoffspezialisten SGL Group steht zu Beginn des nächsten Jahres ein Wechsel an. Nach mehr als 20 Jahren im Amt wird Vorstandschef Robert Koehler (64) seinen Posten aus Altersgründen an seinen Vorstandskollegen Jürgen Köhler abgeben und ausscheiden. Das teilte die SGL-Gruppe am Mittwochabend in Wiesbaden nach einer Aufsichtsratssitzung mit. SGL steckt wegen eines anhaltenden Preisdrucks in den roten Zahlen und will sparen.

Der kommende Chef Jürgen Köhler koordiniere bereits ein Programm zur Kostensenkung, teilte die Aufsichtsratschefin der SGL Carbon SE, Susanne Klatten, mit. Sie dankte dem scheidenden Koehler ausdrücklich. „Mit dem altersbedingten Rückzug von Robert Koehler geht eine Ära für die SGL Group zu Ende.“

Eigentlich lief der Vertrag des Managers noch bis Ende kommenden Jahres. Aber Koehler hatte bereits im Sommer durchblicken lassen, dass der Aufsichtsrat früher einen Nachfolger präsentieren könnte.

Robert Koehler steht seit der Gründung der SGL vor mehr als 20 Jahren an der Spitze des Unternehmens. Damit gehört er zu den dienstältesten Managern hierzulande und hat in dieser Zeit das Portfolio des Unternehmens stark erweitert. So setzen die Hessen heute neben dem Geschäft mit Graphitelektroden und Kathoden, die bei der Stahl- und Aluminiumherstellung eingesetzt werden, auch auf Carbonfasern für Auto- und Flugzeugbau.

Geschäftlich lief es für den Konzern in diesem Jahr bislang sehr holprig. Zwei Mal musste der Vorstand bei der Prognose zurückrudern. Gegenwind gibt es für den Konzern in allen Geschäftsfeldern: Preisdruck bei Graphitelektroden, flaue Nachfrage aus der Solar- und Halbleiterindustrie, und anhaltende Überkapazitäten bei Carbonfasern ließen die Wiesbadener zuletzt in die roten Zahlen stürzen. Ein Sparprogramm ist in Arbeit, wie viele Mitarbeiter davon betroffen sind, ist noch offen.

Außerdem steht weiteres Stühlerücken im Vorstand an. Er soll von fünf auf drei Mitglieder schrumpfen: Armin Bruch verlasse Unternehmen zum Jahresende, hieß es. Er ist bisher für Veredelungsprodukte, Marketing und Materialwirtschaft zuständig. Der Vorstand bestehe dann noch aus Jürgen Köhler, Finanzvorstand Jürgen Muth und Gerd Wingefeld.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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