Energie

Vorstand verkleinert
Thyssen-Krupp strafft Management der Stahltochter

Heinrich Hiesinger schrumpft sowohl den Vorstand der europäischen Stahltochter als auch dessen Aufgabenbereiche. Für die Mitarbeiter könnte das ein eindeutiges Zeichen sein: Einsparungen finden auch im Management statt.
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DüsseldorfThyssen-Krupp -Chef Heinrich Hiesinger setzt nun auch in der Führungsetage der europäischen Stahltochter die Axt an. Thyssen-Krupp Steel Europe komme künftig mit vier statt bislang fünf Vorständen aus, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Anzahl der Funktionsbereiche werde auf 23 von 28 reduziert. Die neue Organisationsstruktur gelte mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2013/14 Anfang Oktober. Hiesinger will damit die Kosten senken, die Bindung zu den Kunden verbessern und die Strukturen effizienter machen. Der Schritt dürfte aber auch ein Signal nach innen an die Stahlkocher sein, dass die geplanten Stellenkürzungen nicht vor dem Management Halt machen.

Der bisherige Vertriebsvorstand Thilo Lutz muss das Unternehmen verlassen. Hiesinger hat angekündigt, in der Stahlsparte mehr als 2000 der rund 28.000 Arbeitsplätze zu streichen. Weitere 1800 könnten durch Beteiligungsverkäufe aus dem Konzern fallen. Er will damit die Kosten in der Sparte bis zum Geschäftsjahr 2014/15 um rund 500 Millionen Euro senken. Die Summe ist Teil der insgesamt geplanten Einsparungen des Konzerns von zwei Milliarden. Thyssen-Krupp schreibt Verluste. Zudem drücken dem Unternehmen Schulden von 5,3 Milliarden Euro.

Die Stahlbranche mit Konkurrenten wie ArcelorMittal und dem deutschen Branchenzweiten Salzgitter leidet unter einer schwachen Nachfrage und Überkapazitäten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) schmolz der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Thyssen-Krupp Steel Europe auf 33 Millionen von 170 Millionen im Vorjahreszeitraum zusammen. Hiesinger hat trotz aller Verkaufsgerüchte immer wieder erklärt, am europäischen Stahlgeschäft festzuhalten.

Dieser Bereich hatte auch über viele Jahre hohe Gewinne erzielt. In den Geschäftsjahren 2006/07 und 2007/08 hatte die Stahlsparte jeweils einen Vorsteuergewinn von mehr als 1,5 Milliarden Euro erzielt – und damit etwa zur Hälfte des Konzernergebnisses beigetragen. Thyssen-Krupp beschäftigt weltweit 150.000 Mitarbeiter, davon 60.000 in Deutschland.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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