Energie

Weitere fünf Jahre
Eon will Teyssen an der Spitze halten

In harten Zeiten setzt Eon weiter auf Vorstandschef Johannes Teyssen. Mit einer Vertragsverlängerung um fünf Jahre im Rücken kann sich der 53-Jährige an die Reform des größten deutschen Energiekonzerns machen.
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DüsseldorfJohannes Teyssen bleibt weitere fünf Jahre an der Spitze des größten deutschen Energiekonzerns Eon. Der Aufsichtsrat beschloss an diesem Dienstag eine Vertragsverlängerung für den 53-jährigen bis zum Ablauf des Jahres 2018, wie Eon mitteilte. Teyssen hatte im Mai 2010 den Chefposten von Wulf Bernotat übernommen.

Außerdem bestätigte der Aufsichtsrat zwei Vorstandswechsel: Personalchefin Regine Stachelhaus verlässt den Vorstand zum 1. Juli wegen eines Krankheitsfalls in ihrer Familie, bleibt Eon aber zum Beispiel als Vertreterin in übergeordneten Gremien verbunden. Stachelhaus gehörte zu den ersten Frauen im Vorstand eines Dax-Konzerns. Nachfolger als Personalvorstand wird Mike Winkel, der bisherige Chef der Eon-Erneuerbare Energien-Sparte. Der 42-Jährige war zuletzt Chef der Ökostromsparte. Eon-Manager Klaus-Dieter Maubach scheidet Ende März aus dem Konzern aus.

Außerdem kommt der ehemalige RWE-Vorstand Leonhard Birnbaum (46), der bei Eon als erfahrener Manager unter anderem das dezentrale Energiegeschäft weiterentwickeln soll. Außerdem werde er für die Entwicklung neuer Geschäftsideen sowie energiewirtschaftliche Positionierungen zuständig sein, hieß es. Sein Vorgänger Klaus-Dieter Maubach verlasse Eon nach fast zwölf Jahren in beiderseitigem Einvernehmen.

Birnbaum könnte indes auch der Wunsch nach dem Chef-Posten antreiben. Voraussichtlich am 1. Juli soll der bisherige RWE-Vorstand in den Konzern eintreten. Eon hatte den Wechsel, über den Reuters bereits vor zwei Wochen berichtete, bislang nicht bestätigt. Birnbaum hatte bei RWE eine Verlängerung seines im Herbst auslaufenden Vertrages abgelehnt. Er galt als Kronprinz des früheren RWE-Chefs Jürgen Großmann. Zu dessen Nachfolger war aber im vergangenen Jahr der Niederländer Peter Terium gewählt worden.

Teyssen wird an diesem Mittwoch die Eon-Bilanz 2012 vorlegen und einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr geben. Die Folgen der Energiewende setzen Eon weiter schwer zu. Für 2013 rechnet das Unternehmen wegen der europaweiten Marktschwäche und der Lasten der Energiewende mit deutlich weniger Gewinn, wie Teyssen bereits Ende Januar deutlich machte.

Der Konzern will deshalb weitere Beteiligungen verkaufen, seine Investitionen verringern und sich auf lukrative Märkte wie Brasilien oder die Türkei konzentrieren. Gaskraftwerke, die rote Zahlen schreiben, will Eon nicht mehr weiterbetreiben.

Bis 2015 streicht Eon auf seinem Sparkurs weltweit 11 000 Arbeitsplätze, davon 6000 in Deutschland. Dieser Stellenabbau ist schon länger bekannt, ein Sozialplan wurde bereits vereinbart. Die 30 000 Beschäftigten von Eon in Deutschland bekommen rückwirkend ab Jahresbeginn 2,8 Prozent mehr Geld plus eine Einmalzahlung von 300 Euro. Mit diesem Tarifabschluss wurde im Februar in letzter Minute ein Streik verhindert, mit dem Verdi auch in Kraftwerken gedroht hatte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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