Energie

Weltklimakonferenz

Umweltschützer stellen Kohle-Konzerne an den Pranger

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In Kohle wird weiter kräftig investiert

Erst vor wenigen Tagen teilte die Großbank HSBC mit, bis 2025 rund 100 Milliarden Dollar in nachhaltige Investments anzulegen. Auch will sie in Industrieländern keine Kohlekraftwerke mehr finanzieren - im Rest der Welt aber schon.

Deshalb sehen Klimaschützer wie Heffa Schücking die Finanzbranche zwar auf einem richtigen Weg. Ihnen fehlt aber noch die endgültige Konsequenz. „Es ist nicht immer leicht, Kohleunternehmen zu erkennen. Sie verstecken sich zum Teil hinter Namen wie Lemur Resources, Silver Unicorn Trading oder Africa China Sunlight Energy“, erklärt Schücking. „Unsere Recherche zeigt, dass das Universum der Unternehmen mit bedeutendem Kohlegeschäft viel größer ist als Investoren denken.“

Trotz der weltweiten Klimadebatte wird nach wie vor fleißig in Kohle investiert. In der Liste sind 225 Unternehmen enthalten, die den Ausbau des Kohlebergbaus planen, und 282 Unternehmen, die neue Kohlekraftwerke bauen wollen. Derzeit sind nach Angaben von Urgewald noch über 1600 neue Kohlekraftwerke geplant. Würden sie gebaut, würden sie die weltweite Kohlekraftwerkskapazität um 42,7 Prozent erhöhen.

Unter den 775 gelisteten Unternehmen sind 218 Minenbetreiber, 214 Kraftwerksbetreiber und 110 Unternehmen, die beides machen. Dabei sind auch Firmen erfasst, die auf den ersten Blick nicht als Kohlekonzerne erkennbar sind. Beispiel Marubeni, ein diversifiziertes japanisches Handelshaus, ist zum Beispiel immerhin die Nummer 26 unter den größten Kohlekraftwerksentwicklern der Welt und plant Kohlekraftwerke in neun Ländern mit 5800 Megawatt.

In der Datenbank sind aber auch 233 sogenannte Kohle-Dienstleistungsunternehmen enthalten. „Das Universum der kohlebasierten Geschäftsmodelle ist sehr vielfältig“, sagt Schücking. Dazu gehörten Unternehmen, deren Hauptgeschäftsfeld die Kohleförderung, die Kohleverarbeitung, die Herstellung von Spezialgerät für den Kohleabbau, der Transport oder der Handel mit Kohle, die Umwandlung von Kohle in Öl oder Gas, die Herstellung von Ausrüstung für Kohlekraftwerke und viele andere Aktivitäten entlang der Kohle-Wertschöpfungskette umfasst. „Diese Unternehmen sollten genauso wie Kohlebergbau- und Kohlekraftwerksfirmen kein Geld mehr aus der Finanzwirtschaft erhalten“, sagt sie.

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7 Kommentare zu "Weltklimakonferenz: Umweltschützer stellen Kohle-Konzerne an den Pranger"

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  • @Herr Holger Narrog, 09.11.2017, 16:18 Uhr:

    Von wegen „der Klimawandel ist eine (öko)religiöse/politische Angelegenheit“:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/weltrisikobericht-das-sind-die-risikoreichsten-laender-der-welt/20532240.html


    Das hier interessiert Sie wahrscheinlich gar nicht erst:

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/jamaika-sondierungen-klimaforscher-fordern-zuegigen-beginn-des-kohleausstiegs/20562110.html

  • Hallo Herr Metz,

    Sie schreiben "Ihnen den REALEN WERT DER KLIMASENSITIVITÄT DES CO2 mitzuteilen - bzw. wie man ihn genau berechnet:"

    Die Berechnung eines solchen Wertes, bzw. eine Näherung desselben, wäre wissenschaftlich sehr, sehr komplex und aufwendig.

    Da der "Klimawandel" in erster Linie eine (öko)religiöse/politische Angelegenheit ist, würden Sie auch nur eine politische Antwort erhalten...vermutlich irgendeinen Prospekt mit einem ökologischem Text.

  • @Herr Helmut Metz, 09.11.2017, 15:08 Uhr

    "Wenn Sie gerne Anfragen stellen, dan tun Sie das doch auch einmal beim IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), und bitten die darum, Ihnen den REALEN WERT DER KLIMASENSITIVITÄT DES CO2 mitzuteilen - bzw. wie man ihn genau berechnet:"

    Warum machen Sie das nicht selbst? Sie sind doch schließlich derjenige, der das ganz genau wissen will.

  • @ Annette Bollmohr

    Wenn Sie gerne Anfragen stellen, dan tun Sie das doch auch einmal beim IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), und bitten die darum, Ihnen den REALEN WERT DER KLIMASENSITIVITÄT DES CO2 mitzuteilen - bzw. wie man ihn genau berechnet:
    "Die zentrale Größe aller Klimawarnungen ist die sog. Klimasensitivität des CO2 (...), die in vereinfachter Form als die zusätzliche globale Erwärmung definiert ist, die durch eine hypothetische Verdoppelung des CO2-Gehaltes der Erdatmosphäre erzeugt wird. Da die Abhängigkeit "Temperatur von CO2-Konzentration" in einer weithin akzeptierten Theorie logarithmisch ist, ist die KS von der CO2-Anfangskonzentration unabhängig. Man muss sich nun vergegenwärtigen, dass ALLE Klimaschutzmaßnahmen und auch das deutsche Großprojekt "Energiewende" auf einem einzigen Zahlenwert, nämlich dem der KS gründen. (...) Das IPCC schätzt - ohne einen Beleg dafür angeben zu können, die KS salopp so zwischen 1,5 und 4,5°C ein. Nun ist jedem Fachmann längst bekannt, dass der reale Wert der KS unbekannt ist. Dieses "Geheimnis" ist nun auch offiziell im jüngsten IPCC-Bericht für Politiker gelüftet (...):
    "No best estimate for equilibrum climate sensitivy can now be given because of a lack of agreement across assessed lines of evidence and studies."" (Philipp A. Mende: Geschosse wider den Einheitsbrei, Tönisvorst: Juwelen-Verlag, 2016, S. 290f.)
    Wenn sich dieser Wert jedoch nicht berechnen lässt, warum sagt man das dann nicht klar und deutlich? Viellecht bekommen Sie ja eine erhellende Antwort vom IPCC...

  • „Es ist eine Fleißarbeit, aber sie wurde rechtzeitig fertig: (…)
    Die „Global Coal Exit List“ ist als digitaler Pranger gedacht.“

    Naja, „Pranger“ ist schon ein (viel zu) hartes Wort für „Transparenz“.

    Ohne die geht es aber nun mal nicht, wenn wir alle – also die ganze Welt - endlich wirklich weiterkommen wollen. Schließlich muss jeder nicht nur wissen, wo sein (eventuell) Erspartes landet, sondern auch eine valide Entscheidungsgrundlage für alle seine Konsumentscheidungen (u n d alle anderen Entscheidungen politischer Art auch) haben.

    So gesehen, ist diese Fleißarbeit mehr als nur "lohnend".


    PS: Zum im Forum zum im HB-Artikel „Aldi, Bahn, Telekom – Konzerne fordern den Kohleausstieg“ tobenden Streit über Sinnhaftigkeit und "Sozialkompatibilität" der (Eigen-)Energieversorgung des Unternehmens ALDI habe ich dortselbst gestern einfach mal - unter Einfügung der entsprechenden Kommentare - per Mail angefragt und um Aufklärung gebeten.

  • Im heute im „HB“ erschienenen Gastbeitrag „Realitäsfremde Politik“ klagt der Energieexperte Stephan Kohler:

    „Die Kluft zwischen Anspruch, Zielen und der Realität: Mit illusorischen Annahmen wird die Energiewende und der Klimaschutz in Deutschland an die Wand gefahren“

    Der wichtigste Satz im ganzen Beitrag lautet m.E. aber:

    „Heute ist klar, dass das von der Politik beschlossene CO²-Reduktionsziel von minus 40 Prozent bis 2020 nicht erreichbar ist. >>> DIES FICHT DIE HEUTE ZUSTÄNDIGEN MINISTERIEN ABER NICHT AN.“

    Wie man auf folgendem Link auf den ersten Blick erkennen kann, rekrutieren sich unsere „politischen Vertreter“ weit überproportional aus der Berufsgruppe der Juristen:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36615/umfrage/berufe-der-bundestagsabgeordneten-16-wahlperiode/

    Zum Artikel „Nicht zu rechtfertigen“ über die „Paradise Papers“ (heute auf S. 12 im „HB“):

    In der von mir in meinen Kommentaren vom 07.11.2017 um 11:00 und 11:15 Uhr zum HB-Artikel „Aldi, Bahn, Telekom – Konzerne fordern den Kohleausstieg“ (http://www.HB.com/unternehmen/industrie/initiative-von-40-unternehmen-aldi-bahn-telekom-konzerne-fordern-den-kohleausstieg/20549718.html?pageNumber=0&ajaxelementid=%23hcf-add-comment-id) erwähnten „hart aber fair“-Sendung wurde sehr richtig diagnostiziert, dass:

    1.) Legal NICHT dasselbe wie „legitim“ ist.

    2.) Der eigentliche Skandal mit gesellschaftsschädigenden „Anwalt“-Kanzeleien à la Mossack Fonseca und Appleby, deren Geschäftsmodell justament das Ausnutzen der vom Gesetzgeber – also den Politikern – erlassenen Gesetze (respektive derer Lücken) ist, also die Gesetze selbst sind.

    Anmerkung: Menschenrechtsanwälte hingegen finden sich weltweit immer öfter hinter Gittern wieder. Und "überkritische" Journalisten sowie Menschenrechts- bzw. Umweltaktivisten auf dem Friedhof.

    Hier schließt sich wirklich der Kreis.

    Die heutige Weltpolitik als solche ist - auch da noch, wo sie wenigstens ansatzweise demokratisch ist - ein geschlossenes System.

  • Wenn man ernsthaften Umweltschutz betreiben möchte so böte es sich an zunächst die umweltschädlichen Windmühlen und Solaranlagen zu ächten/verbieten.

    Moderne Windmühlen sind gewaltige Monumente ökoreligiösen Glaubens, bestehend aus mehreren 1000 to Beton (Fundament), Stahl (Mast), nicht recyclebarer Kunststoff (Flügel aus Duroplasten) Kupfer und seltenen Erden. Erzeugt wird damit lediglich wertloser Zufallsstrom entsprechend den Launen des Wetters.

    Persönlich habe ich nahezu 30% meiner Ersparnisse in Unternehmen investiert die ein signifikantes Kohlegeschäft haben. Das ist ein gutes Gefühl und dient der Menschheit.

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