Energie

Weltklimakonferenz
Umweltschützer stellen Kohle-Konzerne an den Pranger

Passend zur Weltklimakonferenz haben Umweltschützer eine Datenbank freigeschaltet, die Kohle-Unternehmen auflistet. Auch deutsche Konzerne wie RWE sind dabei. Adressat des Prangers sind vor allem die Finanziers.
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DüsseldorfEs ist eine Fleißarbeit, aber sie wurde rechtzeitig fertig: Rund 770 Unternehmen hat die Umweltschutzorganisation Urgewald mit Partnern zusammengetragen – und alle haben eine gemeinsame Aktivität: Kohle. Die einen fördern Kohle, die anderen handeln mit Kohle, transportieren Kohle, bauen Kohlekraftwerke oder produzieren selbst Strom mit Kohle. Damit, so die Botschaft, tragen die Unternehmen zum Ausstoß des klimaschädlichen CO2 bei.

Die „Global Coal Exit List“ ist als digitaler Pranger gedacht. Und entsprechend passend wurde die Datenbank am Donnerstagvormittag in Bonn präsentiert, wo die Vereinten Nationen die Regierungen zur Weltklimakonferenz zusammengerufen hat. Im Sommer hatte Urgewald schon einen Teil der Datenbank freigeschaltet, in der die Betreiber von Kohlekraftwerken mit ihren aktuellen und geplanten Anlagen gelistet waren.

Jetzt sind auch die Bergbaukonzerne und andere Unternehmen dabei. Dabei sind beispielsweise Daten zur Kohleproduktion enthalten, die installierte Kohlekraftwerkskapazität und der Kohle-Anteil gemessen an Umsatz und Stromproduktion. Sie stammen aus Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und den Websites der Unternehmen.

Die meisten Kohlefirmen gibt es demnach in China mit 143, Indien mit 95, den USA mit 92 und Australien mit 71 Unternehmen. Aber auch Deutschland ist prominent vertreten, unter anderem mit RWE. Der Konzern ist in Europa der größte Betreiber von Kohlekraftwerken und fördert zudem so viel Braunkohle wie kein anderes Unternehmen auf der Welt. Die meisten neuen Kraftwerke werden in China, Indien, der Türkei, Indonesien, Vietnam und Japan geplant.

Der Pranger hat vor allem einen Adressaten: die Finanziers der Unternehmen – Banken, Fonds, Anleger. „Wir haben diese Datenbank entwickelt, um der Finanzindustrie eine übersichtliche Liste der größten Kohlefirmen zur Verfügung zu stellen, die sie nicht mehr finanzieren sollten“, sagte Heffa Schücking von Urgewald. Die Klimaschutzziele seien nur zu erreichen, wenn sich Banken und Investoren zügig von ihren Investments trennen.

Die Strategie ist dabei erfolgsversprechend. Internationale Investoren nehmen das Thema Klimaschutz inzwischen ernst. Versicherer wie Allianz oder Axa haben schon vor längerem angekündigt, ihr Engagement zu verringern. Sylvain Vanston von der Nachhaltigkeitsabteilung bei Axa lobte die Datenbank: „Die Global Coal Exit List gehört zu den umfangreichsten Kohledatenbanken, die wir bisher gesehen haben. Sie ist ein großartiges Instrument für Investoren, die ihre Portfolios von Kohle befreien wollen.“

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Umweltschützer stellen Kohle-Konzerne an den Pranger

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In Kohle wird weiter kräftig investiert

Kommentare zu " Weltklimakonferenz: Umweltschützer stellen Kohle-Konzerne an den Pranger"

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  • @Herr Holger Narrog, 09.11.2017, 16:18 Uhr:

    Von wegen „der Klimawandel ist eine (öko)religiöse/politische Angelegenheit“:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/weltrisikobericht-das-sind-die-risikoreichsten-laender-der-welt/20532240.html


    Das hier interessiert Sie wahrscheinlich gar nicht erst:

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/jamaika-sondierungen-klimaforscher-fordern-zuegigen-beginn-des-kohleausstiegs/20562110.html

  • Hallo Herr Metz,

    Sie schreiben "Ihnen den REALEN WERT DER KLIMASENSITIVITÄT DES CO2 mitzuteilen - bzw. wie man ihn genau berechnet:"

    Die Berechnung eines solchen Wertes, bzw. eine Näherung desselben, wäre wissenschaftlich sehr, sehr komplex und aufwendig.

    Da der "Klimawandel" in erster Linie eine (öko)religiöse/politische Angelegenheit ist, würden Sie auch nur eine politische Antwort erhalten...vermutlich irgendeinen Prospekt mit einem ökologischem Text.

  • @Herr Helmut Metz, 09.11.2017, 15:08 Uhr

    "Wenn Sie gerne Anfragen stellen, dan tun Sie das doch auch einmal beim IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), und bitten die darum, Ihnen den REALEN WERT DER KLIMASENSITIVITÄT DES CO2 mitzuteilen - bzw. wie man ihn genau berechnet:"

    Warum machen Sie das nicht selbst? Sie sind doch schließlich derjenige, der das ganz genau wissen will.

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