Energie

Wettbewerbshüter
EU steht vor Klage gegen Gazprom

Noch in dieser Woche will die EU-Kommission offenbar Klage gegen Gazprom einreichen. Der Konzern soll in Osteuropa zu hohe Preise verlangt haben. Auch eine Griechenland-Reise des Gazprom-Chefs sorgt für Irritationen.
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Brüssel/AthenDie Wettbewerbshüter der Europäischen Union werden übereinstimmenden Medienberichten zufolge noch in dieser Woche Klage gegen den russischen Energiekonzern Gazprom einreichen. Dem Unternehmen werde vorgeworfen, in Osteuropa zu hohe Preise verlangt und den Wettbewerb behindert zu haben, sagten zwei EU-Vertreter am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Liste der Vorwürfe dürfte am Mittwoch übergeben werden, ergänzte einer von ihnen.

Weder ein Sprecher der EU-Kommission noch Gazprom-Vertreter nahmen zunächst zu den Informationen Stellung. Die EU untersucht seit September 2012 die Geschäftspraktiken von Gazprom. Im Februar kündigte die Kommission an, in den folgenden Wochen das weitere Vorgehen bekanntzugeben.

Gazprom-Chef Alexej Miller reist am Dienstag zu Gesprächen über eine engere Zusammenarbeit im Energiebereich nach Griechenland. Miller treffe in Athen auch Regierungschef Alexis Tsipras, teilte das Unternehmen am Montag der Agentur Interfax zufolge in Moskau mit. Details nannte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow zunächst nicht.

Russlands Energieminister Alexander Nowak hatte vor kurzem bestätigt, dass beide Länder über den Bau einer etwa zwei Milliarden Euro teuren Pipeline durch Griechenland verhandeln. Sie soll von der Türkei zur mazedonischen Grenze verlaufen. Die Leitung wäre die Verlängerung der geplanten Pipeline Turkish Stream, durch die Russland ab 2017 Gas in die Türkei pumpen will – rund 660 Kilometer durch das Schwarze Meer.

Der griechische Energieminister Panagiotis Lafazanis hatte die baldige Unterzeichnung einer Absichtserklärung über eine Leitung durch Griechenland angekündigt. Medien in Athen hatten berichtet, dass in diesem Fall aus Russland drei bis fünf Milliarden Euro an das finanziell angeschlagene Land überweisen werden – als Vorschuss für künftige Transitgebühren. Dafür gab es aber keine Bestätigung.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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