Energie

Windanlagen-Finanzierer
Prokon gründet Genossenschaft

Der angeschlagene Windanlagen-Finanzierer Prokon will nun doch eine Genossenschaft aufbauen. So wandelt sich die Unternehmensgruppe in eine Genossenschaft um. Wegen des laufenden Insolvenzverfahren war dies lange unklar.
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ItzehoeDer Geschäftsführer des angeschlagenen Windanlagen-Finanzierers Prokon, Carsten Rodbertus, hat den Aufbau einer Genossenschaft bestätigt. Am 7. März sei die „Prokon Genossenschaft für eine lebenswerte Zukunft eG in Gründung“ auf den Weg gebracht worden, jetzt müssten noch die notwendigen Anträge beim Genossenschaftsverband gestellt und dort genehmigt werden, sagte Rodbertus am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin seien die Pläne bekannt.

Im Januar hatte das Unternehmen aus Itzehoe (Schleswig-Holstein) eine vorläufige Insolvenz angemeldet. 75.000 Anleger hatten Prokon etwa 1,4 Milliarden Euro Kapital zur Verfügung gestellt. Ob Prokon tatsächlich insolvent ist, soll sich bis Ende April entscheiden.

Umstritten ist bereits die noch nicht genehmigte Satzung der Genossenschaft. Der Verein „Freunde von Prokon“ kritisierte nach NDR-Informationen die neue Rechtsform als Alleingang des Chefs. Dieser gebe eine Satzung vor, statt sie mit den Anteilseignern zu entwickeln. Außerdem berücksichtige sein Satzungsentwurf die Mitbestimmungs- und Kontrollrechte der insgesamt 70.000 Anteilseigner zu wenig, kritisierte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Siegel.

Rodbertus wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete den Verein als bunt zusammengewürfelten Haufen, der sich in mehrere Parteien aufspalten werde. „Wir werden Anlegern im Aufsichtsrat ein gewisses Mitspracherecht geben“, sagte er. Den Vorstand der Genossenschaft solle die Mitgliederversammlung wählen.

Ende Februar hatte Penzlin Spekulationen über eine anstehende Umwandlung in eine Genossenschaft zurückgewiesen. Eine Umwandlung in eine andere Rechtsform während des laufenden vorläufigen Insolvenzverfahrens sei nicht möglich, hieß es damals.

Rodbertus räumte ein, seine Handlungsspielräume seien wegen des vorläufigen Insolvenzverfahrens gering und könnten bei der Eröffnung eines regulären Verfahrens auf Null gehen. Die Genossenschaft solle Perspektiven bieten: neues Kapital einwerben und Mitglieder gewinnen.

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