Energie

Windanlagenbauer
Nordex rutscht tiefer in die roten Zahlen

Überkapazitäten und Preisverfall machen der Windbranche zu schaffen. Der Rostocker Anlagenbauer Nordex schreibt bereits im zweiten Jahr in Folge rote Zahlen. Doch das Unternehmen macht Hoffnung auf Besserung.
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DüsseldorfDer Rostocker Windanlagenbauer Nordex sieht weiterhin rot: Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, stieg der Konzernverlust im vergangenen Jahr auf 94,4 Millionen Euro. 2011 hatte das Minus 49,5 Millionen Euro betragen. Die Anleger schienen sich jedoch eher an dem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Einmalaufwendungen (EBIT) zu erfreuen. Das kletterte wieder in den schwarzen Bereich. Nach einem Verlust in Höhe von 7,6 Millionen Euro im Jahr 2011 drehte es im vergangenen Jahr auf 14 Millionen Euro ins Plus. Die Aktie stieg am Montag an der Frankfurter Börse zeitweise um bis zu vier Prozent auf 4,70 Euro.

Für dieses Jahr ist Nordex zuversichtlich. Vertriebsvorstand Lars Krogsgaard sieht ein Ende des Preiskampfes, der in den vergangenen Monaten die Branche belastet hat: „Der dramatische Preisverfall, den wir früher gesehen haben, der ist weg. Aktuell spüren wir eine gewisse Stabilisierung.“ Auch Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold gibt sich zuversichtlich. Die Überkapazitäten im Markt seien langsam abgebaut und Hersteller verzichteten bereits auf Projekte mit „besonders niedrigen Margen“. „In Summe kommen wir damit langsam wieder in ein etwas ausgewogeneres Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage“, sagte er.

Über mangelnde Beschäftigung muss sich Nordex jedenfalls keine Sorgen machen. Im vergangenen Jahr stiegen die Auftragseingänge um rund 15 Prozent. Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 20 Prozent.

Auch Analysten bewerten das Unternehmen positiv. Zwar dürfte das Branchenumfeld schwierig bleiben, doch hebe sich Nordex von den Wettbewerbern ab, schreibt etwa Commerzbank-Analyst Sebastian Growe.

In Zukunft will sich Nordex von großen Energieversorgern wie Eon und RWE unabhängiger machen und vor allem auf mittlere und kleine Unternehmen konzentrieren. Das Unternehmen will zudem sein Geschäft mit Versicherungen ausbauen, die zunehmend in Windparks investieren wollen. In Deutschland soll der Nordex-Marktanteil von derzeit 4 Prozent auf 15 Prozent an den Neuinstallationen steigen.

Im vergangenen Jahr waren die USA und China die größten Märkte für die Windbranche, allein in den Vereinigten Staaten wurden laut Global Wind Energy Council 13,1 Gigawatt installiert. In Europa waren es immerhin 12,4 Gigawatt, die wichtigsten Märkte sind hier Deutschland und Großbritannien. Vor allem im letzten Quartal des Jahres wurden in den USA außergewöhnlich viele Anlagen gebaut. Der Grund: Im Dezember lief ein steuerliches Förderprogramm für die Anlagen aus.

Von dem Windanlagen-Boom profitierte auch Nordex. Das Unternehmen installierte in dem Land im vergangenen Jahr fast 50 Prozent mehr Anlagen als 2011. Dagegen verzeichnete Nordex in Asien einen Rückgang von 60 Prozent. In Europa gingen die Neuinstallationen des Unternehmens um fast 7 Prozent zurück. Insgesamt errichtete Nordex 394 Windräder und damit knapp 6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Windanlagenbauer : Nordex rutscht tiefer in die roten Zahlen"

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  • Soso...bei Nordex sollen die Roten Zahlen (Verluste) der Vergangenheit angehören.
    Na da bin ich mal gespannt, wie das funktionieren soll!?
    EON,RWE...die großen erfahrenen Energieerzeuger/Betreiber steigen Schritt für Schritt aus dem Windmühlengeschäft aus (weil unwirtschaftliche Kostenverschwendung) und mittelständische Unternehmen bzw. Versicherungen sollen diese Investorenlücke dann schließen. Diese Unternehmen bzw. Versicherungen haben keine AHUNUNG von der Stromgewinnung und Verteilung! Aber das scheint ja keinen zu stören! Hauptsache das Märchen an einer wirtschaftlichen Energieerzeugung und Verteilung durch die Windmühlen, Solarmodule und Biovergaser wird festgehalten!

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