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Windkraft
Nordex braucht mehr Mitarbeiter

Nordex befindet sich weiter auf einem rasanten Expansionskurs. Allerdings müssen nun neue Mitarbeiter her, will der Windkraftbauer weiterhin wachsen. Bis Ende 2015 plant Nordex deswegen rund 600 neue Stellen zu schaffen.
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Der Windturbinenbauer Nordex hat sich für die kommenden Jahre neue Ziele gesetzt: Moderates Wachstum, eine überproportionale Gewinnsteigerung und den Ausbau des margenstarken Service-Geschäftes. Dabei soll die Zahl der Mitarbeiter steigen. Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold kündigte am Donnerstag im Reuters-Interview an, bis Ende 2015 bis zu 600 neue Mitarbeiter einzustellen. „In diesem Jahr werden es wohl 300 mehr werden. 2015 werden wir dann auf 3000 bis 3100 kommen.“ Ziel sei es, die Projektentwicklung und das Servicegeschäft voranzutreiben. Als Kunden nehme Nordex unter anderem Finanzinvestoren, Versicherungen, Stadtwerke und Industrieunternehmen ins Visier. In der Vergangenheit zählten bereits Google, Ikea oder BMW dazu.

Die Nachricht über die Schaffung neuer Stellen kam bei den Anlegern gut an. Am Donnerstag notierten die Papiere 1,2 Prozent fester. Der erfolgreiche Kurs des Windturbinenbauers zeigt sich auch in der Entwicklung seit Jahresanfang. In den vergangenen knapp zehn Monaten konnte Nordex rund 51 Prozent zulegen.

Nordex ist in den vergangenen beiden Jahren auch dank neu entwickelter Turbinen für Schwachwind-Regionen rasant gewachsen und hat dafür auch margenschwächere Aufträge in Kauf genommen. Damit soll aber nun Schluss sein. „Wir können uns heute leisten, auch mal nein zu sagen“, so Schäferbarthold. Nachdem die Hamburger Firma in diesem Jahr mit 1,5 Milliarden Euro Umsatz die kritische Größe für ein nachhaltig profitables Wachstum erreicht habe, liege der Fokus nun auf einer stärker steigenden Rendite.

Der seit zwei Jahren amtierende Nordex-Chef Jürgen Zeschky hatte am Mittwoch vor Investoren angekündigt, bis 2017 den Umsatz um jährlich acht Prozent auf zwei Milliarden Euro steigern zu wollen. Dagegen soll die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) auf sieben bis acht Prozent mehr als verdoppelt werden. Dafür wolle er neben dem Verzicht auf weniger profitable Aufträge die Firma effizienter machen und Kosten bei Material und Auftragsabwicklung senken.

Der Windturbinenbauer war 2013 nach zwei verlustreichen Jahren in die Gewinnzone zurückgekehrt. Neben Kostensenkungen, Werksschließungen in China und den USA hatten florierende Geschäfte in Europa und dem Nahem Osten dies ermöglicht. 2014 peilt Nordex einen Umsatz von 1,5 bis 1,6 (Vorjahr: 1,4) Milliarden Euro an und eine Ebit-Marge von vier bis fünf (3,0) Prozent.

Aktionäre erhalten immer noch keine Dividende

Ob die Aktionäre an dem künftigen Gewinnanstieg beteiligt werden, ist indes noch offen. „Wir kommen nun in die Dividendenfähigkeit hinein“, sagte Schäferbarthold. Nordex habe es geschafft, seine für 2015 avisierten Ziele bereits in diesem Jahr zu erreichen. Das Management werde bis 2017 eine Dividendenzahlung prüfen oder möglicherweise Investitionen in Produktentwicklung weiter den Vorrang geben. Nordex hat seit dem Börsengang 2001 noch keine Dividende gezahlt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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