Energie

Windkraft
Offshore bleibt ein teurer Spaß

Die Flaute im Offshore-Geschäft ist vorbei. Jetzt will die Industrie die Kosten drücken. Doch die Bundespolitik könnte ihnen einen Strich durch die Rechnung machen – und den Ausbau in vollem Lauf ausbremsen.
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Düsseldorf/MünchenDie Frage nach den Kosten wäre unweigerlich gefallen. Deshalb stellt sie Sven Utermöhlen der Einfachheit halber gleich selbst: „Offshore-Wind ist doch viel zu teuer, oder?“, sagt der Direktor der Meereswindsparte beim angeschlagenen Energiekonzern Eon. Die anwesenden Journalisten nicken bedächtig. Und Utermöhlen widerspricht erst einmal gar nicht. Er präsentiert stattdessen lieber dutzende PowerPoint-Folien mit Kennzahlen zum Windpark-Projekt Amrumbank-West, den Eon gerade in der deutschen Nordsee fertigstellt – rund 35 Kilometer nördlich von Helgoland.

„Eine Milliarde Euro haben wir investiert“, sagt Utermöhlen. Im Herbst gehen die 80 Turbinen mit einer Leistung von je 3,6 Megawatt in Betrieb. Jede einzelne Mühle ragt 150 Meter weit aus dem Meer. Das ist fast so hoch wie der Kölner Dom mit seinen 157 Metern. Bis zu 300.000 Haushalte wird der Windpark versorgen. „Und Sie können davon ausgehen: Das rechnet sich für uns“, verkündet Utermöhlen. Doch ganz so sicher ist diese Prophezeiung bei genauerem Hinsehen wohl nicht.

Das schwierige Geschäft mit Meerwindparks kommt zwar endlich auch in Deutschland in Gang – mehr als 260 Windräder drehen sich bereits in Nord- und Ostsee, bis Jahresende wird sich die Kapazität von rund einem Gigawatt auf mehr als drei Gigawatt verdreifachen. Gleichzeitig füllt die Pannenserie bei den Offshore-Windmühlen hunderte Zeitungsseiten. Und die Kosten für die Errichtung der Windparks sind weiterhin enorm hoch.

Damit die Rechnung in Zukunft aufgeht, will die Industrie nun bis 2020 um 40 Prozent günstiger werden. Eine Kilowattstunde Strom aus Offshore-Wind soll dann nicht mehr wie heute 16 Eurocent, sondern nur noch rund zehn Eurocent kosten. Gelingen soll das, indem in allen Bereichen eingespart wird – von der Turbine über das Fundament bis hin zur Logistik und Wartung.

Kommentare zu " Windkraft: Offshore bleibt ein teurer Spaß"

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    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Einspeisung umweltschädlichen Windstroms erfolgt entsprechend den Launen des Wetters und der Jahreszeit. Im Winter ist die Einspeisung höher, Meereswindmühlen speisen etwas stetiger den Strom ein als Landwindmühlen. In einem bedarfsgesteuertem Stromnetz muss die gesamte Kapazität durch moderne Grosskraftwerke vorgehalten werden. Bei Windstromeinspeisung werden Kraftwerke in Teillast gefahren, in heisser/warmer, oder kalter Bereitschaft gehalten. Der max. Wert des Windstroms sind die vermiedenen Brennstoffkosten (Braunkohle 1c/kWh, Steinkohle 2c/kWh). Daneben ist ein Ausbau der Netze auf allen Ebenen und zusätzliche Regelenergie erforderlich. Der volkswirtschaftliche Wert des Windstroms ist ca. 0.

    Da man in D gerne 2/3 des Einkommens an Steuern bezahlt und zu 90% Parteien wählt die die Steuern zu erhöhen versprechen, sollte dies kein Problem sein.

    Immerhin wird damit den Fischen der ökologische Glauben der Deutschen verkündet. Im Gegensatz zu den Griechen können diese die Deutschen für ihren Unsinn zumindest nicht verhöhnen.

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