Energie

Windkraftbranche
Nordex produziert nicht mehr in den USA

Der Windradbauer Nordex aus Rostock verlässt die USA. Nur Service und Vertrieb bleiben in Übersee, der Rest soll von der Heimat aus laufen. Zudem wendet sich Nordex neuen Hoffnungsträgern zu.
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HamburgDer defizitäre Windturbinenbauer Nordex schließt nach dem Aus der Rotorblattproduktion in China nun auch sein Werk in den USA. Der US-Markt und die lateinamerikanischen Regionen sollen künftig von Rostock aus beliefert werden. "Mit diesem Schritt reagiert Nordex auf die anhaltend schwache Nachfrage aus den USA und die niedrige Auslastung der eigenen Fertigung vor Ort", erklärte Vorstandschef Jürgen Zeschky am Freitag. Die Entscheidung habe aber keinen Einfluß auf das Ergebnis 2013, da die Sonderbelastungen bereits im vergangenen Jahr berücksichtigt worden seien. Die Nordex-Aktien büßten im Tecdax gut zwei Prozent ein.

Von der Schließung der Produktion für Maschinenhäuser in Jonesboro (US-Bundesstaat Arkansas) seien 40 Mitarbeiter betroffen. Die Fertigung werde nach Abwicklung aktueller Aufträge in den nächsten Monaten schrittweise eingestellt.

Die USA galten lange als Zukunftsmarkt für die Windenergie. Doch der Staat kommt bei den Erneuerbaren Energien nicht in dem Maße voran wie erhofft, da die Energiepreise niedrig sind. US-Präsident Barack Obama kündigte allerdings jüngst an, bis 2020 den Anteil der Wind- und Solarenergie verdoppeln zu wollen.

Seit Jahren ächzt indes Nordex wie seine Wettbewerber Repower mit der Konzernmutter Suzlon sowie Vestas unter dem Preisdruck in der Branche. Prall gefüllte Orderbücher konnte Nordex bislang nicht in bare Münze umwandeln. Allerdings verringerte sich im Auftaktquartal dank Kostensenkungen und florierender Geschäfte in Europa das Minus.

2013 peilt Zeschky eine operative Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent an. Bei dem geplanten Anstieg der Erlöse auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro wäre das im besten Fall ein operativer Gewinn (Ebit) von 39 Millionen Euro. 2012 schlug nach Restrukturierungen in China und den USA ein Verlust von 61,1 Millionen Euro zu Buche.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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