Energie

Windkraftfinanzierer Prokon
Staatsanwaltschaft prüft Anzeigen wegen Betrugs

Der Windanlagenfinanzierer Prokon warb mit hohen Renditen – und sammelte rund 1,4 Milliarden Euro ein. Jetzt geht die Lübecker Staatsanwaltschaft Strafanzeigen nach. Mitarbeiter sind besorgt.
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Lübeck/ItzehoeDie Turbulenzen beim angeschlagenen Windkraftspezialisten Prokon haben die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Zugleich wächst die Sorge um die Arbeitsplätze bei dem von Insolvenz bedrohten Unternehmen aus Itzehoe (Schleswig-Holstein).

In den vergangenen Monaten seien mehrere Strafanzeigen gegen den Finanzierer von Windanlagen eingegangen, hieß es am Montag aus der Lübecker Staatsanwaltschaft. „Wir prüfen, ob ein Anfangsverdacht wegen Betruges und weiterer Wirtschaftsdelikte besteht oder nicht“, sagte Oberstaatsanwältin Wenke Haker-Alm der Nachrichtenagentur dpa. Sollte es diesen Verdacht geben, würden Ermittlungen aufgenommen.

Die mögliche Pleite von Prokon löste große Besorgnis um Hunderte Jobs aus. In der Zentrale in Itzehoe sind rund 500 von insgesamt 1300 Arbeitnehmern beschäftigt. Die oppositionelle CDU und FDP im Kieler Landtag forderten von der Landesregierung aus SPD, Grünen und SSW ein Signal zum Erhalt der Arbeitsplätze. Das Landes-Arbeitsministerium in Kiel wollte sich zunächst um Informationen über die Lage bemühen.

Prokon erklärte in einem auf seiner Internetseite veröffentlichten Schreiben vom 10. Januar an seine Anleger, noch im Januar drohe eine Planinsolvenz, falls mehr als fünf Prozent des Genussrechtskapitals abgezogen würden. Nach wie vor kündigten zahlreiche Anleger aus Angst vor einem Verlust ihres Geldes ihre Genussrechte. Bis zum 20. Januar sollten sie sich erklären, ob sie zunächst bis zum Oktober die Genussanteile behalten, um eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Nach Prokon-Angaben gibt es über 75 000 Anleger, die dem Unternehmen fast 1,4 Milliarden Euro über sogenannte Genussscheine anvertraut haben. Das Versprechen: bis zu acht Prozent Zinsen. Verbraucherschützer haben wiederholt das Geschäftsmodell infrage gestellt und mangelnde Transparenz beklagt. Nachfragen bei Prokon blieben am Montag zunächst ohne Antwort.

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Verbraucherschützer fordern schärfere Regeln

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  • Prokon veröffentlicht auf seiner Seite die Summer des gekündigten Kapitals, und welches für die K. zurückgezogen wurden. Da wollen Anleger jetzt 20 Mio. mehr wieder haben, und nur für 1 Mio. wurde die Kündigung wiederrufen. Prokon wird sehr bald Insolvenz anmelden.

    Mal sehen, was am Ende für Werte für die Anleger übrig bleibt. Da wurde wohl einiges an Geld versenkt, oder ist für die Zinszahlungen drauf gegangen.

  • http://www.gruenesgeld24.de/re02-windenergie-deutschland.htm
    Das also ist des Pudels Kern: Die anfangs 8 dann viel später bis zu 20 % Ausschüttungen der Genussscheine enthalten auch die Rückzahlung der Einlagen, also ist nach 10-12 Jahren, wenn man sie denn erlebt, noch immer nichts hinzugewonnen. Die 8 % Rendite sind eine Sprachlüge. Und das alles, wenn der Wind auch wirklich weht.

  • Wer so einem Unternehmen, wie Prokon, sein Geld gegeben hat, mit dem habe ich kein Mitleid. "Gier frisst Gehirn" gilt auch für ökologisch korrekte Investoren. Wenn Banken Geld zu 3% verleihen, müssen bei solchen Angeboten, wie dem von Prokon, ALLE Alarmglocken auf Rot gehen.

    Wir brauchen keinen besseren Verbraucherschutz, sondern lediglich die Pflicht für solche Anbieter, innerhalb von 3 Monaten nach Jahrensende einen testierten Abschluss eines Wirtschaftsprüfers vorzulegen. Dazu ein Zettel, dass Genussscheine ähnliche Risiken, wie Aktien, beinhalten, insbesonders das Totalverlustrisiko. Eine weitere Möglichkeit, wäre es dem Zeichner des Genusscheines auch Vertriebsprovisionen und Vertriebskosten prozentual únd nominal angeben zu müssen.

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