Energie

Windkraftkonzern Siemens Gamesa will Kosten bis 2020 deutlich senken

Siemens Gamesa musste 2017 zweimal die Gewinnerwartungen senken. Nun will der kriselnde Windkraftkonzern seine Kosten deutlich senken.
Update: 15.02.2018 - 13:07 Uhr Kommentieren
Der in Spanien ansässige Konzern steht im scharfen Wettbewerb mit dem Weltmarktführer Vestas. Quelle: Reuters
Windkraftturbine von Siemens Gamesa

Der in Spanien ansässige Konzern steht im scharfen Wettbewerb mit dem Weltmarktführer Vestas.

(Foto: Reuters)

Madrid, MünchenDer Windkraftkonzern Siemens Gamesa verschärft im Preiskampf der Branche seinen Sparkurs. Um zu dem dänischen Weltmarktführer Vestas aufzuschließen, will die spanische Siemens-Tochter bis 2020 ihre Kosten um zwei Milliarden Euro senken, wie Firmenchef Markus Tacke am Donnerstag in Madrid ankündigte. Damit will die Nummer zwei der Branche operativ profitabler werden und unter dem Strich in die schwarzen Zahlen kommen. Teil des Sparprogramms ist der bereits angekündigte Abbau von weltweit bis zu 6000 Arbeitsplätzen, fast ein Viertel der Belegschaft. Die Aktie von Siemens Gamesa legte um 2,4 Prozent zu.

„Wir wollen das beste Produkt zu einem erschwinglichen Preis anbieten“, sagte Tacke. Das Unternehmen müsse effizienter werden, flexibler auf Kundenwünsche eingehen und die Leistungsfähigkeit seiner Windkraftanlagen durch digitale Technologien steigern. Dabei komme dem im vergangenen Jahr aus der Siemens-Windkraftsparte und dem spanischen Anlagenbauer Gamesa fusionierten Unternehmen zugute, dass es bereits die Nummer zwei der Branche sei. „Größe ist eine wichtige Angelegenheit in diesem Markt“, sagte Tacke. Siemens Gamesa baut Windräder an Land und auf See und profitiert anschließend auch vom Wartungsgeschäft.

Das Sparziel von zwei Milliarden Euro soll Tacke zufolge durch Kostensenkungen von 1,6 Milliarden Euro im Tagesgeschäft und eine beschleunigten Hebung von Synergien des Zusammenschlusses erreicht werden. Anstelle des bisher angestrebten Synergieziels von 230 Millionen Euro bis 2019 strebt der Vorstand nun Kostenvorteile von 400 Millionen Euro bis 2020 an. Die operative Rendite (Ebit-Marge) soll bis 2020 auf acht bis zehn Prozent des Umsatzes steigen, nachdem im laufenden Jahr sieben bis acht Prozent erwartet werden. Der Rivale Vestas rechnet in diesem Jahr bereits mit neun bis elf Prozent.

Finanzchef Miguel Angel Lopez versprach Nettogewinne von diesem Jahr an, von denen mittelfristig ein Viertel als Dividende ausgeschüttet werden soll. Nach der Fusion im April startete der Konzern im Oktober in sein erstes vollständiges Geschäftsjahr. Für Zuversicht sorgte ein Auftragsboom in den drei Monaten bis Ende Dezember.

An dem Konzern ist Siemens zu 59 Prozent beteiligt, weiterer Großaktionär ist der spanische Energieversorger Iberdrola mit acht Prozent der Anteile. Siemens Gamesa hatte im vergangenen Jahr zweimal die Gewinnerwartungen gesenkt und daraufhin den Finanzchef ausgetauscht und einen Stellenabbau angekündigt.

Handelsblatt Energie Briefing
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