Energie

Windturbinenbauer
Nordex wird von Branchenkrise voll erfasst

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Herbe Flaute für die Branche

Nordex-Chef Blanco zeigt sich in Bezug auf die kommenden Geschäftsmonate optimistisch. „Derzeit ermutigen uns die aktuellen Verhandlungen mit großen internationalen Kunden. So gehen wir von einem erneut starken Schlussquartal aus“, erklärte der Spanier. Allerdings machen dem Manager weiterhin die veränderten Rahmenbedingungen in seiner Industrie und der schwächelnde Heimatmarkt zu schaffen.

Rund um den Globus werden die Förderungen für Ökostrom gekappt. Die einst erfolgsverwöhnten Anbieter von Windanlagen wie Nordex, Vestas oder Siemens müssen sich auf einmal im Wettbewerb um die Höhe der Vergütungen streiten. Der Konkurrenzkampf ist unerbittlich. Nach Jahren des Wachstums und der Rekordergebnisse steuert die Windkraftindustrie auf eine herbe Flaute zu. Im Zentrum der Erschütterung steht dabei Deutschland.

Ausgerechnet im Vorzeigeland der Energiewende droht der Markt für Windenergie zu implodieren, wie eine Analyse des Markforschungsunternehmens Windresearch zeigt. Wurden hierzulande im Jahr 2016 noch Windräder mit einer Leistung von 4.600 Megawatt am Festland neu gebaut, dürften es im Jahr 2019 nur noch etwa 2.500 Megawatt sein. Im schlimmsten Fall droht der Markt sogar auf weniger als ein Viertel seiner aktuellen Größe zu schrumpfen – auf 1.100 Megawatt.

Nordex-Chef Blanco begegnet dieser Entwicklung mit einer Rosskur. Die Strukturkosten des Konzerns sollen um 45 Millionen Euro sinken. Bis zu 500 der insgesamt 5.200 Arbeitsplätze bei Nordex dürften gestrichen werden. Blanco hat den Hamburgern zudem eine neue Struktur verordnet und die operativen Aktivitäten in drei Divisionen (Europa, Nordamerika, International) aufgeteilt.

Nordex soll schlanker werden. Gleichzeitig will Blanco 150 Millionen Euro in neue Anlagen investieren. Im Sommer stellte er zwei neue Turbinen mit 140 und 149 Meter großen Rotoren vor, die dafür sorgen sollen, dass Nordex technologisch wieder die Branchenführung übernimmt.

„Auf mittlere Sicht sehe ich gute Chancen für unser Geschäft“, sagt Blanco. Das kommende Jahr werde zwar wegen der anhaltend schwachen Nachfrage in den europäischen Kernmärkten schwach ausfallen, aber der Nordex-Chef sieht dafür „ab 2019 eine sich wieder erholende Geschäftsentwicklung“.

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  • Totaler Quatsch. Windkraft rechnet sich eben nicht, wenn die Kosten einbezogen
    werden für die gesamte Stromversorgung, wenn der Wind eben man nicht bläst.
    Dann muss die Lücke aus anderen Quellen gestopft werden. Das ist aber nicht
    zum Nulltarif zu haben, im Gegenteil diese Lücke sehr teuer. Alles totale
    Dummschwätzer.

  • Dieser Satz ist betriebswirtschaftlich FALSCH:
    „In vielen Ländern ist die Elektrizitätsgewinnung mit Hilfe von Windmühlen schon heute günstiger als jene aus konventionellen Quellen wie Kohle, Öl oder Gas.“
    Die Windkonzerne, die Profiteure der Subvention, rechnen sich hier reich: Günstiger ist Windkraft nur, wenn auch die Kw/h mitgezählt werden, die überhaupt NICHT genutzt werden können. Vor 20 jahren wurde alles genutzt. Wenn aber der Anteil der Windräder mehr als 30% beträgt, wird nur noch die Hälfe des Stroms sinnvoll genutzt (Quelle: GF Stadtwerke Rosenheim).
    Den Windkraftinvestoren kann es NOCH egal sein, sie verkaufen wegen der Zwangsabnahmegarantie (Subvention) auch überflüssigen Strom an die Netzbetreiber und die verschenken ihn z.T. für unter 0€ an Polen. Dort sinken die Strompreise. Die Netzbetreiber holen sich die Verluste über das EEG vom Endverbraucher wieder.
    Man müsste den zur falschen Zeit produzierten Strom speichern. Aber diese Speicherung hat Wirkungsgradverluste zwischen 30 bis 55% und kostet Geld und ist nicht umweltfreundlich. Speicherung ist noch unrealistischer.
    Es ist leider schade, dass selbst Wirtschaftsmedien & Börsenzeitungen das nicht durchschauen.

    Es gilt:
    - Keine Investitionen in Subventionsgeschäftmodelle.
    - Jeder Subventionsgeschäftmodellebetreiber wird pleitieren und das ist auch gut so.
    - Wir haben ziviel Flatterstrom. Wur brauchen mehr Netstabilität und nciht weniger.
    - Windkraft zerstört Wälder.
    - Wir brauchen effregenerative Energien, die sich bessere rechnen, wie z.B. Holzvergasung mit anschließender Wärme-Strom-Erzeugung, energetischer Verwertung von Müll, Wärmedämmung, Solarthermie statt PV, usw. Es gibt bis heute im Bundesumeweltministerium keine Liste, welche die reg. Ener. nach Effizienz (Subvention je kw/h) bewertet. (Q: Röttgen 2012). Diese Bewertung ist unerwünscht, denn dann sind PV und Wind tot.
    - Ohne Kernkraft steigt der CO-2 Ausstoss, wie man nun seit 6 Jahren sieht. Eine Wahrheit die keiner gerne hört

  • Kaufkurse gibt es bei unter 5,00 €.
    Viel Erfolg.

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