Energie

Windturbinenhersteller
Vestas erzielt erstmals seit 2011 Gewinne

„Vestas hat erfahren, wie teuer es ist, arm zu sein“ – der Turbinenhersteller hat schwere Zeiten hinter sich. Jetzt schreiben die Dänen wieder schwarze Zahlen und streben eine Kapitalerhöhung an.
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AarhusDer weltgrößte Windturbinenhersteller Vestas Wind Systems A/S will sich frisches Aktienkapital beschaffen. Nach einem zweijährigen Sanierungsprogramm hat das Unternehmen Schulden abgebaut und den ersten Quartalsgewinn seit Mitte 2011 ausgewiesen.

Der Nettogewinn im vierten Quartal lag bei 218 Millionen Euro, wie das Unternehmen mit Sitz im dänischen Aarhus am Montag mitteilte. Damit übertraf Vestas die Erwartungen der Analysten, bei Umsatz, Cash-Flow und Margen lag das Unternehmen über den eigenen Prognosen.

Um die Fixkosten zu senken, hat Vestas mehr als 30 Prozent der Stellen gestrichen und 12 von 31 Fabriken verkauft oder geschlossen. Das Windkraftunternehmen erholt sich von einem Kurseinbruch, in dem die Aktien von Juni 2008 bis November 2012 über 96 Prozent ihres Wertes einbüßten. Mit der aktuellen Kapitalerhöhung strebt Vestas mehr finanzielle Stabilität beim Ausbau des Geschäftes an.

„Vestas hat definitiv erfahren, wie teuer es ist, arm zu sein; es ist extrem teuer, dann mit Banken zu verhandeln”, sagte Analyst Jacob Pedersen von Sydbank A/S. „Jetzt haben sie keine Schulden und brauchen nicht dringend Geld. Daher ist es der perfekte Zeitpunkt, um den Markt anzuzapfen.”

Vestas will bis zu 20,4 Millionen neue Aktien über eine Privatplatzierung zum Marktpreis begeben, was 9,99 Prozent des aktuellen Aktienkapitals entspricht. Die Aktien sollen professionellen und institutionellen Investoren in Dänemark und im Ausland angeboten werden.

Zum Jahresende kam Vestas auf Netto-Barmittel von 86 Mio. Euro, verglichen mit einer Nettoverschuldung von 900 Millionen Euro Ende 2012. Der Jahresverlust verringerte sich auf 82 Mio. Euro, nach 963 Millionen Euro 2012.

Der Umsatz 2013 lag bei 6,1 Milliarden Euro, über der eigenen Prognose von 5,5 Milliarden Euro. Auch bei der Ebit-Marge übertraf Vestas mit 3,5 Prozent die eigenen Erwartungen, ebenso wie mit dem freien Cash-Flow von gut einer Milliarde Euro. Für dieses Jahr erwartet Vestas einen Umsatz von mindestens 6 Milliarden Euro, eine Marge von mindestens fünf Prozent vom Ergebnis vor Steuern und Zinsen und einen freien Cash-flow von mindestens 300 Millionen Euro.

Die Zahlen wurden am Montag nach Börsenschluss in Kopenhagen veröffentlicht. Am Dienstag gab die Aktie im frühen Handel 4,9 Prozent nach auf 170 dänische Kronen. Seit Jahresanfang hat die Aktie 6,7 Prozent an Wert gewonnen, nachdem sie im vergangenen Jahr um das Fünffache zulegte.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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