Energie

Windturbinenhersteller
Vestas kassiert Prognose für 2013

Der weltgrößte Windturbinenhersteller Vestas hat das zweite Verlustjahr hinter sich – und macht keine Hoffnung auf Besserung. Die Anleger scheinen dennoch zufrieden.
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DüsseldorfDer weltweit größte Windturbinenhersteller Vestas hat im vergangenen Jahr erneut Verlust gemacht. Das Minus fiel mit 963 Millionen Euro weitaus höher aus als von den Analysten erwartet. Im Durchschnitt hatten die Experten mit gut 200 Millionen Euro Verlust gerechnet. Positiv war jedoch die Entwicklung des Umsatzes: Während er 2011 noch rund 5,8 Milliarden Euro betrug, steigerte das Unternehmen überraschend seinen Umsatz im vergangenen Jahr auf 7,2 Milliarden Euro. Das schien auch den Anlegern zu gefallen: An der Börse in Kopenhagen gewannen die Papiere von Vestas zeitweise fast neun Prozent hinzu.

Weniger gefallen haben wird den Anlegern jedoch, dass das Unternehmen seine Prognose für 2013 kassierte. Ende vergangenen Jahres rechnete Vestas noch mit einem Absatz von Windturbinen mit einer Kapazität von fünf Gigawatt. Nun sind die Dänen vorsichtiger und erwarten nur noch einen Absatz von vier bis fünf Gigawatt.

Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, in dem der Windturbinenhersteller rote Zahlen schreibt. Das Unternehmen macht keine Hoffnung auf ein weniger schwieriges Jahr und erwartet einen Umsatzrückgang auf 5,5 Milliarden Euro. „Wir haben nun das erste Jahr hinter uns gelassen, was wie erwartet eine Herausforderung war“, sagte Vestas-Chef Ditlev Engel. „Vestas implementierte jedoch erfolgreich einige Maßnahmen, mit denen wir auf ein noch schwierigeres 2013 vorbereitet sind.“

Das Unternehmen hat bereits im vergangenen Jahr die Anzahl seiner Mitarbeiter reduziert, 2013 soll der Stellenabbau weitergehen. Bis Ende diesen Jahres soll die Anzahl der Mitarbeiter dann bei 16.000 liegen, Ende 2012 arbeiteten noch rund 18.000 Mitarbeiter für Vestas, 2011 waren es noch rund 23.000.

Von der Maßnahme erhofft sich das Unternehmen in diesem Jahr Kosteneinsparungen von 150 Millionen Euro, insgesamt soll der Jobabbau von 2011 bis 2013 Kostenreduzierungen von rund 400 Millionen Euro einbringen.

Die Zeiten der hohen Wachstumsraten für die Windradbauer scheinen vorbei. „Im nächsten Jahr wird es erstmals seit Bestehen der Branche einen deutlichen Rückgang der Neuinstallationen geben“, prophezeit Andreas Reuter, Institutsleiter am Fraunhofer Institut für Windenergie und Systemtechnik (IWES) in Bremerhaven.

Die anderen großen Windradhersteller haben zwar noch keine Jahreszahlen vorgelegt, die Quartalszahlen machen jedoch wenig Hoffnung auf positive Werte. So rechnet etwa der chinesische Hersteller Goldwind für 2012 mit einem Rückgang des Gewinns um 100 Prozent. Und auch Konkurrent Nordex hat erst im letzten Quartal nach drei Verlustquartalen in Folge den Rückkehr in die Gewinnzone geschafft und kürzte zuletzt seine Prognose für das laufende Jahr.

Mit Material von Bloomberg.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Windturbinenhersteller: Vestas kassiert Prognose für 2013"

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  • Lässt 3 Deutungen zu:

    1. Die Güter werden verramscht, um die Konkurrenz draussen zu halten.

    2. Die haben ein Massives Qualitätsproblem.

    3. Die können nicht mit Rohstoffen und haben sich verspekuliert.

    Alle 3 Punkte sind für mich ein SELL.

  • Die Umsatzsteigerung geht zu Lasten des Gewinns. Und damit wird auch sichtbar, warum immer wieder Stellen abgebaut werden. Der Stellenabbau und damit der Geschäftsvolumenabau soll die Lücke zwischen Umsatz und Gewinn erhöhen.
    Somit steht für mich fest, dass sich das Unternehmen zur Insolvenz schrumpfen wird!

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