Energie

Wüstenstromprojekt
Bilfinger steigt bei Desertec aus

Erst Eon, dann Bilfinger: Ein weiteres Unternehmen macht nicht mehr bei der Wüstenstrominitiative Desertec mit. Die Projektleitung zeigt sich unbeirrt: Die Mehrzahl der Gesellschafter bleibe an Bord.
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DüsseldorfDie Wüstenstrom-Initiative Desertec verliert einen weiteren Unterstützer: Auch der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger steigt aus. „Wir werden den Ende 2014 auslaufenden Vertrag nicht verlängern“, sagte ein Sprecher des Mannheimer MDax-Konzerns dem Handelsblatt. Der internationale Industriedienstleister gehört bislang zu den 17 sogenannten assoziierten Partnern des Industriekonsortiums DII, das das Projekt vorantreibt.

Bilfinger begründet den Ausstieg aus dem Wüstenstrom-Projekt damit, dass „sich die DII von einer Industrie-Initiative, die konkrete Projekte umsetzen will, zu einer verbandsähnlichen Interessenvertretung entwickelt hat". Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Düsseldorfer Energiekonzern Eon und die HSH Nordbank den Gesellschafterkreis verlassen. Zuvor waren Siemens und Bosch ausgestiegen.

Es besteht die Gefahr, dass weitere Gesellschafter und assoziierte Partner ihre zum Jahresende auslaufenden Verträge nicht verlängern. Denn die große Euphorie für den Strom aus der Wüste, die 2009 bei der Gründung der DII herrschte, ist verflogen. Kaum ein Experte erwartet noch, dass Europa einmal größere Mengen Strom aus Solar- und Windkraftwerken in Nordafrika beziehen wird.

DII-Chef Paul van Son gibt sich dennoch optimistisch. „Die Mehrzahl unserer verbleibenden 18 Gesellschafter hat uns jetzt schon gesagt, dass sie bleiben werden“, sagte er dem Handelsblatt. Dazu gehört auch RWE. Der Essener Energiekonzern hält „die DII nach wie vor für ein gutes Projekt“, wie ein Sprecher betonte.

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