Energie

Zahlungsverzug
Flexstrom auf der Strafbank

Der Billigstromanbieter Flexstrom beliefert seine Stromkunden meist gegen Vorkasse. Doch nun muss das Unternehmen selbst vorab zahlen. Die Gläubiger haben die Geduld verloren.
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BerlinDie Situation des Berliner Billigstromanbieters Flexstrom hat sich zum Jahreswechsel verschärft. Nach Recherchen des Handelsblattes haben sich inzwischen mehr als 50 Netzbetreiber über die schleppende Bezahlung durch Flexstrom beklagt. Zahlreiche Geschäftspartner forderten Sicherheitsleistungen. Bei Nichterfüllung ihrer Zwangsauflagen drohten die Netzbetreiber mit der Abschaltung vom Netz.

Flexstrom hat sich inzwischen in vielen Fällen bereit erklärt, die Netzentgelte monatlich im Voraus zu bezahlen – zur „Vermeidung einer Eskalation“, wie es in entsprechenden Schreiben von Flexstrom heißt. Der Schriftverkehr liegt dem Handelsblatt vor.

Die Liste der Beschwerdeführer reicht von kleinen Kommunalversorgern bis zu großen Stadtwerken wie denen von Düsseldorf. Auch je eine regionale Netzgesellschaft von Eon und RWE haben Vorauszahlungen durchgesetzt, wie Flexstrom inzwischen selbst einräumt. Eine entsprechende eidesstattliche Versicherung der Leiterin der Buchhaltung von Flexstrom liegt dem Handelsblatt vor.

Nach Flexstroms Angaben zahlen mehr als 50 Prozent der Kunden ein Jahr im Voraus, weitere rund 25 begleichen ihre Rechnungen vierteljährlich im Voraus.

 
Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

Kommentare zu " Zahlungsverzug: Flexstrom auf der Strafbank"

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  • Alles schön und gut (schlecht) !!! Aber wie soll ich mich als "Noch-Kunde" von FlexStrom verhalten, wenn mein Vertrag noch bis Ende 2013 läuft und ich 2012 die Vorkasse ja schon bezahlt habe ????

  • Naja, lieber Adam schmitz.
    "Selbst schuld" sagt nur der, der bisher im Leben auf der Glücksschiene war und gut (zu gut?) dabei weggekommen ist.
    Flexstrom wurde in den Verbrauchsportalen und sogar von den Verbraucherschützern lange Zeit hochgelobt.
    Selbst schuld? - Ich mag diese Mentalität nicht. Selbst schuld, wenn man Geld bei sich trägzt und nachts überfallen wird. Selbst schuld, wenn man auf der Straße angefahren wird- das weiß man doch, dass es da gefährlich ist. Die Opfer sind immer selbst schuld. Ich mag das nicht.

  • 3x für 2012 Abschlußrechnung erbeten. Beim 3 mal erinnern dann eine Mahnung ins Haus bekommen, ich müsse für 2012 noch 47 Euro nachzahlen. Ich hab aber 168 Euro zu bekommen! Am 11.02.2013 hat Flexstrom zu meinen Gunsten 91Euro errechnet.Das Geld ist am 3.03.2013 aber immer noch nicht auf dem Konto. Im Kundenarchiv sind die alten Abrechnungen für das Verbrauchsjahr 2011 durch neue ersetzt worden. Dabei wurde der Verbrauch in 2011 um 280 kWh nach unten korrigiert. Und der Verbrauch in 2012 zum doppelt so teueren Tarif um 280kWh nach oben. Da ich Geld zu bekommen habe, krieg ich somit natürlich weniger zurück. Die ursprüngliche Abrechnung für 2011 ist nicht mehr im Dokumentenarchiv zu finden.
    Also, wenn mir einer so eine Geschichte erzählen würde, würde ich nicht glauben, dass das ein von Kunden abhängiges Unternehmen in Deutschland so praktizieren würde. Ich hab die Sache an schlichtungsstelle-energie.de weitergegeben. In meinen Augen müßte so was auch strafrechtlich verfolgt werden.- Aber was mir nicht in den Kopf will: Die haben doch keine Monopolstellung, die schden sich doch nur selbst. Ich versteh das nicht.

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