Energie

Zahlungsverzug

Flexstrom auf der Strafbank

Der Billigstromanbieter Flexstrom beliefert seine Stromkunden meist gegen Vorkasse. Doch nun muss das Unternehmen selbst vorab zahlen. Die Gläubiger haben die Geduld verloren.
Update: 19.03.2013 - 17:04 Uhr 43 Kommentare
Flexstrom-Zentrale in Berlin: Mehr als 50 Netzbetreiber haben sich über die schleppende Bezahlung beklagt. Quelle: dapd

Flexstrom-Zentrale in Berlin: Mehr als 50 Netzbetreiber haben sich über die schleppende Bezahlung beklagt.

(Foto: dapd)

BerlinDie Situation des Berliner Billigstromanbieters Flexstrom hat sich zum Jahreswechsel verschärft. Nach Recherchen des Handelsblattes haben sich inzwischen mehr als 50 Netzbetreiber über die schleppende Bezahlung durch Flexstrom beklagt. Zahlreiche Geschäftspartner forderten Sicherheitsleistungen. Bei Nichterfüllung ihrer Zwangsauflagen drohten die Netzbetreiber mit der Abschaltung vom Netz.

Flexstrom hat sich inzwischen in vielen Fällen bereit erklärt, die Netzentgelte monatlich im Voraus zu bezahlen – zur „Vermeidung einer Eskalation“, wie es in entsprechenden Schreiben von Flexstrom heißt. Der Schriftverkehr liegt dem Handelsblatt vor.

Die Liste der Beschwerdeführer reicht von kleinen Kommunalversorgern bis zu großen Stadtwerken wie denen von Düsseldorf. Auch je eine regionale Netzgesellschaft von Eon und RWE haben Vorauszahlungen durchgesetzt, wie Flexstrom inzwischen selbst einräumt. Eine entsprechende eidesstattliche Versicherung der Leiterin der Buchhaltung von Flexstrom liegt dem Handelsblatt vor.

Nach Flexstroms Angaben zahlen mehr als 50 Prozent der Kunden ein Jahr im Voraus, weitere rund 25 begleichen ihre Rechnungen vierteljährlich im Voraus.

 
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43 Kommentare zu "Zahlungsverzug: Flexstrom auf der Strafbank"

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  • Alles schön und gut (schlecht) !!! Aber wie soll ich mich als "Noch-Kunde" von FlexStrom verhalten, wenn mein Vertrag noch bis Ende 2013 läuft und ich 2012 die Vorkasse ja schon bezahlt habe ????

  • Naja, lieber Adam schmitz.
    "Selbst schuld" sagt nur der, der bisher im Leben auf der Glücksschiene war und gut (zu gut?) dabei weggekommen ist.
    Flexstrom wurde in den Verbrauchsportalen und sogar von den Verbraucherschützern lange Zeit hochgelobt.
    Selbst schuld? - Ich mag diese Mentalität nicht. Selbst schuld, wenn man Geld bei sich trägzt und nachts überfallen wird. Selbst schuld, wenn man auf der Straße angefahren wird- das weiß man doch, dass es da gefährlich ist. Die Opfer sind immer selbst schuld. Ich mag das nicht.

  • 3x für 2012 Abschlußrechnung erbeten. Beim 3 mal erinnern dann eine Mahnung ins Haus bekommen, ich müsse für 2012 noch 47 Euro nachzahlen. Ich hab aber 168 Euro zu bekommen! Am 11.02.2013 hat Flexstrom zu meinen Gunsten 91Euro errechnet.Das Geld ist am 3.03.2013 aber immer noch nicht auf dem Konto. Im Kundenarchiv sind die alten Abrechnungen für das Verbrauchsjahr 2011 durch neue ersetzt worden. Dabei wurde der Verbrauch in 2011 um 280 kWh nach unten korrigiert. Und der Verbrauch in 2012 zum doppelt so teueren Tarif um 280kWh nach oben. Da ich Geld zu bekommen habe, krieg ich somit natürlich weniger zurück. Die ursprüngliche Abrechnung für 2011 ist nicht mehr im Dokumentenarchiv zu finden.
    Also, wenn mir einer so eine Geschichte erzählen würde, würde ich nicht glauben, dass das ein von Kunden abhängiges Unternehmen in Deutschland so praktizieren würde. Ich hab die Sache an schlichtungsstelle-energie.de weitergegeben. In meinen Augen müßte so was auch strafrechtlich verfolgt werden.- Aber was mir nicht in den Kopf will: Die haben doch keine Monopolstellung, die schden sich doch nur selbst. Ich versteh das nicht.

  • Nachdem ich heute am 8.2.13 gegen 11.40 Uhr im Rundfunk Bayern 2 einen negativen Bericht über Flexstrom hörte,kann ich diese unseriösen Geschäftsgebaren nur bestätigen: Durch vermehrten Einsatz meines Kachelofens konnte ich den Gasverbrauch gegenüber dem Vorjahr um ca.30% senken. Flexgas behauptete jedoch ich hätte einen erheblichen Mehrverbrauch gegenüber dem Vorjahr und kündigte die Abbuchung an. Daraufhin entzog ich Flexgas die Einzugsermächtigung und verrechnete mein Guthaben mit der nächsten vierteljährlichen Vorauszahlung, andernfalls wäre ich wohl nie zu meinem Geld gekommen.Auch die Bonus-Vergütung wird nicht geleistet. Hier fand ich Unterstützung durch den Vermittler "Toptarif". Sie können nicht damit rechnen, dass Vertragszusagen eingehalten werden. Auch eine Jahresabrechnung hätte ich ohne Hilfe von "Toptarif" nicht erhalten. Da kein Unternehmen mit diesen Methoden auf Dauer eine Überlebenschanche hat, kann ich vor Flexgas nur warnen.Vorsicht! Flexstrom betreibt ihre Geschäfte auch durch andere Namen!

  • Seit ich die Auszahlung meines Guthabens bei FS über das gerichtliche Mahnverfahren erstreiten musste, bin ich auf diese Truppe natürlich stinkesauer. Ob die nun insolvent sind, grenzenlos schlampig oder einfach nur gerne Heerscharen von Anwälten sponsoren möchten, weiß ich nicht. Komisch ist es aber, wenn das Erstellen einer Abschlussrechnung 1/4 Jahr dauert, man dann vermerkt, dass die Auszahlung "innerhalb von 6 Wochen" erfolgt, diese unverschämt lange Frist nicht einhält und auch die Zahlungserinnerung nicht zum Anlass nimmt, völlig unstrittigen und fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Und was soll man davon halten, wenn auf die Zahlungserinnerung ein Schreiben kommt, dass man noch etwas Geduld haben solle (es ging gerade mal um 70,85 EUR!)??? Der Ordnung halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Forderung und auch die Nebenkosten für Gericht und Anwalt inzwischen bezahlt worden sind.

  • @Verbraucher33

    Unübertroffen.
    Anscheinend kann man mit derartigen Falschaussagen noch plumper deutlich machen, daß man zu einem Konkurrenten gehört.

    Fakt ist: Mein gespartes Geld aus dem letzten Jahr kann mir keiner wegreden. Und dieses Jahr ist schon fast ein Zwölftel (Monat) Risiko abgebaut. Siehe dazu auch meine vorherigen Mitteilungen.

    Wenn wir diese Diskussion im Dezember immer noch führen können - oder (wegen zu berichtigender Falschdarstellungen wie von Ihnen) müssen, kann ich der Sache immerhin noch etwas Gutes abgewinnen.

    Viele Beiträge sind hier einfach nur nach dem Motto: 'Es ist alles gesagt, nur noch nicht von allen'.
    Das Duplizieren nicht fundierter Behauptungen verleiht jenen in meinen Augen nicht automatisch mehr Gewicht, ganz im Gegenteil. Man erwartet schon gar keine qualitative Aussage mehr aus dem feindlichen 'Verbraucher'-Lager, und überliest dann die eine gehaltvolle aus hunderten.

  • @skidraiver

    Nichts zahlen, wäre eh weg.

  • Ich kann inzwischen Berichten, dass Kunden aus dem Jahre 2011 eine Strompreiserhöhung von über 60 % erhalten haben, zumindest in meinem Fall. Eine Kündigung wurde zwar akzeptiert und eine Abschlussrechnung nach Korrektur-Aufforderung um vertraglich fixierte Neukunden-Boni ergänzt, jedoch nach mehr als 4 Monaten nicht gezahlt. Mahnungen mehrfacher Art durch mich und anschließend per Anwalt blieben erfolglos. Inzwischen ist das gerichtlicher Mahnverfahren im Gang, bisher ohne Ergebnis.

  • schön geschrieben. Bin 100% der gleichen Meinung. Betrug ist immer noch ein Straftatbestand lt. StGB.
    Kurz über lang wird denen das gleiche Schicksal widerfahren wie Teldafax. Gottseidank habe ich noch rechtzeitig den Absprung geschafft. Kann nur jedem empfehlen sofort zu kündigen.

  • Uiuiui, Hier wird aber so richtig einseitig zensiert.

    'Flexstrom ist Betrug pur' (sogar fehlerfrei geschrieben) darf stehenbleiben, aber meine Nachfrage zu detaillierten nachvollziehbaren Fakten, die diese Behauptung rechtfertigen, wird zensiert.

    Also: (inzwischen verbotene) Werbebroschüre mit der Preiserhöhung überlesen? Oder Mehrverbrauch gehabt?

    Und was bitte ist ein "Plant"?
    Wenn es eine nicht nachvollziehbare Verunglimpfung ist, dann bitte gleichermaßen zensieren!

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