„Zehn zu viel“: Voestalpine-Chef kritisiert Überfluss der Stahlwerke

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„Zehn zu viel“
Voestalpine-Chef kritisiert Überfluss der Stahlwerke

In Europa gebe es laut Voestalpine-Chef Wolfgang Eder zu viele Stahlwerke. Eigentlich müssten sie sterben, würden aber von der Politik künstlich am Leben erhalten. Zehn Stahlwerke stünden zur Disposition.
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WienEuropa hat nach Einschätzung von Voestalpine -Chef Wolfgang Eder zehn Stahlwerke zu viel. „Viele Stahlwerke müssten mangels Konkurrenzfähigkeit sterben, dürfen das aber nicht“, sagte Eder in einem Interview mit den „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Donnerstagausgabe). „Zehn stehen sicher zur Disposition. Erst gestern hat man uns wieder eines angeboten“, sagte Eder, der auch Präsident des europäischen Stahlverbands Eurofer ist.

Nach Eders Einschätzung dürfte sich die europäische Stahlproduktion von derzeit 140 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2030 halbieren. Die Politik sperre sich jedoch gegen die notwendige Schließung von Standorten und halte sie mit Subventionen künstlich am Leben.

Der Bau eines neuen Stahlwerks kommt für den Konzern nicht in Frage. Dagegen will die Firma bis 2018 rund 700 Millionen Euro an ihrem Firmensitz in Linz investieren - unter anderem in die Sanierung und Wartung der dortigen Hochöfen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Zehn zu viel“: Voestalpine-Chef kritisiert Überfluss der Stahlwerke"

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  • Tja der gute Herr Eder. Da hat er mit der Inanspruchnahme der Kronzeugenregelung (Schienenkartell war die VOEST der Initiator und Konrolleur zugleich - ohne Bußgeld) und der aktuellen Feinbleche seinen Hauptkonkurrenten Bußgelder und zu erwartende Schadensersatzklagen der Abnehmer, insgesamt läuft das auf Milliardenbeträge hinaus, ans Bein gebunden und der feine Herr Eder sitzt im Wiener Cafehaus, trinkt sich eine Melange und siniert weiter darüber, wie er die Konkurrenz aus dem Markt entfernt. Man muß ihm zugestehen, er hat Ideen und keine Skrupel dabei auch noch als Eurofer-Präsident seine Kollegen sehenden Auges zu bescheissen. Mal sehen was er sich noch alles einfallen lässt um die Aktionäre der Stahlproduzenten zur Flucht aus diesen Unternehmen zu veranlassen. Was dann folgt ist Resterampe.
    Die andere Seite der Medallie ist aber die sich in die Abhängigkeit begebenden Stahlverbraucher in Deutschland und der EU, die dann auf Lieferungen aus China und Rußland angewiesen sind. Welche Erfahrungen manche heute schon damit gemacht haben sollte sich der Herr Eder mal von denen erzählen lassen. Aber das stört den feinen Herrn Eder nicht, der wittert die Chance als einer der wenigen "Überlebenden" mit Vollast produzieren zu können.
    Und, was früher schon praktiziert wurde. Die stillgelegten Betriebseinheiten werden an Interessenten in Rußland und China verkauft, abgebaut und in diesen Ländern wieder aufgebaut um dann die Erzeugnisse wieder nach Europa zu exportieren. Das nennt man österreichische Weitsicht.

  • Überkapazitäten bei Stahl? Wer hätte das Gedacht! Es gibt sie auch bei:
    Autos
    Banken
    Versicherungen
    Handel
    usw...
    Es gibt im Grunde überall Überkapazitäten. Importe tun dann ihr übriges, der Globalisierung sei Dank.

  • Mit den von den Schienenfreunden ergaunerten 700 Millionen das Werk in Linz ausbauen, das Kartell auffliegen lassen, straffrei rausgehen und dann die europäischen Kapazitäten als zu hoch bezeichnen - ja geht's noch Hr. Eder ???

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