Energie

Zink-Produktion gekürzt
Rohstoffriese Glencore tritt auf die Bremse

Der stark gefallene Preis für Zink trifft den Rohstoffriesen Glencore hart. Der Konzern kürzt daher seine jährliche Produktion um 500.000 Tonnen. 1600 Jobs stehen dabei auf dem Spiel.

ZürichWer eine wertvolle Ware hat, sollte sie nicht zum Schnäppchenpreis verschleudern. Genau dieser Logik folgt nun der Rohstoffkonzern Glencore. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz kürzt die eigene Zink-Produktion um 500.000 Tonnen pro Jahr. Mit Folgen für die Arbeitsplätze.

Wie es aus dem Unternehmen heißt, könnten bis zu 1600 Jobs von der zeitweiligen Produktionskürzung betroffen sein. „Diese Änderungen sind zwar vorübergehend, werden aber unglücklicherweise Folgen für Arbeitsplätze haben“, hieß es. „Der Hauptgrund für diese Kürzung ist, den Wert von Glencores Reserven zu bewahren in einer Zeit niedriger Zink und Blei-Preise, die derzeit nicht korrekt den Wert dieser raren Ressourcen wiederspiegeln“, teilte Glencore mit.

Der Schritt hat Zink zum größten Kurssprung seit vier Jahren verholfen. Das Metall verteuerte sich um bis mehr als acht Prozent auf über 1800 Dollar je Tonne. „Damit die Zink-Rally nachhaltig wird, müssen aber ein oder zwei weitere diesem Beispiel folgen", betonte Analyst Daniel Hynes von der Australia New Zealand Bank.

Der Zink-Preis ist rund ein Drittel in diesem Jahr auf knapp 1700 Dollar je Tonne gefallen; als Hauptauslöser die Sorge um die Wirtschaft in China. Das Land verbraucht rund 40 Prozent der globalen Zink-Produktion.

Der Kurs der Glencore-Aktie hat eine wilde Achterbahnfahrt hinter sich. Das in London notierte Papier war unter die Schwelle von 100 Pence gefallen aus Sorge, dass das Unternehmen wegen der sinkenden Rohwaren-Preise seine Schulden von rund 30 Milliarden Dollar nicht werde bedienen können. Glencore-Chef Ivan Glasenberg reagierte mit einem Schuldenabbau-Plan aus Kapitalerhöhung, Investitionskürzungen und Dividenden-Streichungen, die zusammen die Schulden um 10 Milliarden Dollar drücken sollen.

Doch am Markt gibt es Zweifel, ob dies ausreicht. Zuletzt hatte Glencore daher eine detaillierte Übersicht über seine Finanzlage veröffentlicht; mittlerweile hat sich die Aktie wieder erholt und notiert bei knapp 120 Pence. Dennoch hat das Papier fast 60 Prozent seit Anfang des Jahres verloren.

Unternehmenskreise betonen, dass die Produktionskürzungen nichts mit der Debatte um die Glencore-Bilanz zu tun hätten. Die Förderkürzungen seien seit längeren geplant gewesen, um mehr Preis-Disziplin am Markt zu erreichen. Zuvor hatte Glencore bereits seine Kupfer und Kohle-Produktion herunter gefahren.

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