Erneuerbare Energien: Energiewende im dunklen Deutschland

Erneuerbare Energien
Energiewende im dunklen Deutschland

Hinter uns liegt der sonnenärmste Winter seit 60 Jahren. Die Dunkelheit drückte nicht nur aufs Gemüt sondern auch auf die Solarstromproduktion. Stehen wir bald ohne Strom da, wenn die Sonne ausbleibt?
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Düsseldorf Als am Montag zumindest in einigen Teilen des Landes endlich mal wieder die Sonne schien, stand den Menschen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder, denn dieser Winter war laut Experten der sonnenärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor rund 60 Jahren. Auch wenn es in weiten Teilen des Landes nicht so aussieht: Seit gestern ist in Deutschland - zumindest dem Kalender nach - Frühling, das Schlimmste könnte also hinter uns liegen.

Die monatelange Dunkelheit drückte aber nicht nur aufs Gemüt. Sie drosselte auch die Solarstromproduktion und damit einen Kernpfeiler der Energiewende. Da half auch der große Zubau an Solarstromanlagen nichts - die Produktion schrumpfte im Januar unter Vorjahresniveau.

Man muss schon genau hinschauen, um den kleinen Balken zu sehen, mit dem das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE die Solarstromproduktion für den Januar illustriert. Gerade einmal 0,35 Terawattstunden wurden produziert im ersten Monat dieses Jahres. Da nützten auch die zugebauten Erzeugungskapazitäten von 8,2 Gigawatt nichts. Zum Vergleich: Im Januar 2012 waren immerhin 0,5 Terawattstunden Strom von Solaranlagen produziert worden. Auch der Dezember 2012 hinkte mit 0,44 Terawattstunden hinterher und war der schlechteste Solarmonat 2012.

Stehen wir bald ohne Strom da, wenn es in Deutschland dunkel wird? Bis 2050 sollen Erneuerbare Energien 100 Prozent der Energieversorgung ausmachen, vor allem bei der Photovoltaik wird kräftig zugebaut. 2012 stieg die installierte Erzeugungsleistung um 34 Prozent.

Bruno Burger, Abteilungsleiter Leistungselektronik beim Fraunhofer ISE beruhigt. Die erneuerbaren Energien Wind- und Solarkraft ergänzten sich über das Jahr optimal, sagte er zu Handelsblatt Online. Wenn im Winter die Sonne nicht so oft scheine, wehe dafür der Wind in der Regel stärker. Im Sommer sei es genau umgekehrt: Dann sei zwar häufiger Windflaute, dafür gebe es aber mehr Sonnenstunden. „Das momentane Verhältnis der Leistungen von Solaranlagen zu Windkraftanlagen ist optimal und kann beim weiteren Ausbau erstmal so beibehalten werden“, sagt Burger.

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  • Die Klimaerwärmung und die verknappenden fossilen/atomaren Brennstoffen zwingen uns, die nicht erneuerbaren Brennstoffe zu ersetzen. Das zentralistische Energieversorgungssystem und das Zeitalter des Erdöls neigt sich unumkehrbar dem Ende zu. Durch politischen Eingriff, wirtschaftliche Machtausübung und inhaltlich oberflächigen Diskussionen versuchen die Energiewende auszubremsen. Doch wenn die Energieversorger sich nicht zu einem dezentralen Energiegiedienstleister verändern, verschwinden diese gnadenlos und sehr schnell aus dem Markt.
    Kurzzeit- und Langzeitspeicher für Strom- und Wärme durch Regenerative Energien sind längst technisch ausgereift, wirtschaftlich arbeitend und ökologisch sinnvoll. Mit Kurzzeitspeicher versorgen Photovoltaikanlagen auch Mieter mit kostenlosem Ökostrom und im Langzeitspeicherbereich produzieren Wasserstoff/Methankraftwerke schon jetzt in Pilotanlagen Speicherenergie, die im vorhandenen Erdgasnetz wochenlange Engpässen überbrücken. In Zeiträumen von 10 Jahren werden diese die fossilen und atomaren Kraftwerke die durch dezentrale Strukturen/Speicher ersetzen. AKWs rechnen sich jetzt schon nicht mehr, außer für militärische Zwecke. Wer den heutigen Ausbaustand festschreiben will, und damit eine Versorgungsknappheit herzuleiten, der kann es machen. Aber wie die Klimaerwärmungsgegner werden diese durch die Realität überholt. Denn kostenlose Energie wird fossilen und damit immer teurer werdenden Energieträgern vorgezogen.
    Wenn es in einer Region dunkel wird, dann erhalten wir über intelligente Stromnetze von anderen europäischen Regionen Ökostrom. Das Gleiche gilt für Windkraft. Auch im Wärmebereich und im Vekehrssektor zeichnet sich eine technische Revolution ab. Energie-Studien, abgeschlossenen wissenschaftliche Projekte, Stellungnahmen vom Umweltbundesamt, dem Fruanhofer-Institut, führende Wissenschaftler, u.a. Nobelpreisträger und renomierte Journalisten wie Franz Alt, bestätigen den Beginn eines neuen Zeitalters.

  • @HofmannM

    Strahlung ist nicht gleich Strahlung.

    Und die veredelung eines Diamanten mit der Anreicherung von Uran zu verleichen ist - ich will es mal so formulieren - nicht sehr wissenschaftlich.

    @all

    wen es interessiert, so wird die solare energieproduktion im Ausland - im angelsächsischen Sprachraum - gesehen.

    http://spectrum.ieee.org/energywise/green-tech/solar/german-renewables-reach-25-percent?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+IeeeSpectrum+%28IEEE+Spectrum%29

    Mir ist klar das hier einige wohl nicht in der Lage sind diesen Text zu verstehen.

  • PV-Fonds und Solaranlagenrechner werben immer noch mit 8% Rendite. Muss die EEG-Vergütung so hoch sein? Das EEG hat inzwischen mehr zur Altersversorgung von Besserverdienenden beigetragen als Riester- und Rüruprente.
    Je weniger die Sonne scheint, desto weniger müssen alle Stromverbraucher dafür zahlen. Darum können wir froh über das schlechte Wetter sein!

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