Erneuerbare Energien: Windbranche kämpft mit hohen Landpachten

Erneuerbare Energien
Windbranche kämpft mit hohen Landpachten

Geeignete Standorte für Windräder sind rar, entsprechend hoch sind die Pachten. Zu hoch, finden Unternehmen der Branche. Die Preise könnten dazu führen den Windkraftausbau zu verlangsamen.
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BerlinDie Pachten, die Landwirte in Deutschland für die Aufstellung von Windrädern auf Ackerflächen fordern, steigen drastisch. „Wir werden immer häufiger mit Pachtforderungen konfrontiert, die jenseits des wirtschaftlich Vertretbaren liegen“, sagte Werner Diwald, Vorstand der Enertrag AG, dem Handelsblatt (Montagausgabe). Enertrag zählt zu den führenden Windstromerzeugern hierzulande.

Viele Projektentwickler ließen sich aus purer Not auf die Forderungen ein. Sie müssten ihre laufenden Kosten decken und nähmen in Kauf, dass sie mit einem Projekt wegen der hohen Pachten unter dem Strich nichts mehr verdienten, sagte Diwald weiter.

Landwirte wollten aktuell in der Spitze mit bis zu zwölf Prozent an den Stromerträgen eines Windrads beteiligt werden, berichten Branchenkenner. Für ein Windrad, das an einem durchschnittlichen Standort in Deutschland pro Jahr rund sechs Millionen Kilowattstunden Strom produziert, ergeben sich so Pachteinnahmen von rund 60.000 Euro pro Jahr. An windreichen Standorten in Norddeutschland sind aber auch 90.000 Euro möglich. Noch vor wenigen Jahren waren sechs Prozent die Regel. Doch die Landwirte haben ihre Pachtforderungen kontinuierlich erhöht, weil geeignete Standorte rar sind. Die Ausweisung neuer Flächen für die Windkraft geht aus Sicht der Windkraftbranche nicht schnell genug voran.

„Gerade an weniger ertragreichen Standorten im Süden Deutschlands können überzogene Pachtforderungen den Ausbau der Windkraft behindern“, sagt Christoph Markl-Meider von Ostwind. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren 80 Projekte mit 465 Windrädern projektiert und entwickelt. Auch politisch ist das Thema brisant. Denn die Hälfte des Ökostroms in Deutschland wird in Windparks erzeugt — zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Nur mit einem zügigen Ausbau der Windkraft ist ein weiter wachsender Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung vorstellbar.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Na der Rückbau wird doch kein Problem , Geld spielt eigentlich keine Rolle ! Ist doch egal, wird alles umgelegt -auf den Stromkunden . Die Bäuerlein wissen sehr gut , wie so ein Vertrag verhandelt wird . Warum also Ängste Schüren ! Windmüller und Verpächter schlafen prima , was man von meiner Familie nicht mehr sagen kann ! Man glaubt es nicht , mann kann die Dinger in der Nacht meilenweit hören .

  • Nach einer Recherche scheint es abhängig vom Bundesland zu sein ob und in wieweit die Fundamente dieser Symbole ökologischen Glaubens nach der Nutzung zurückgebaut werden müssen. Die landwirtschaftliche Nutzung wird durch die ehemaligen Fundamente eingeschränkt.

    Zahlreiche Windparks erzielen keinen Gewinn, oder einen Gewinn unter den Planungen. Einige Bundesländer fordern verbürgte Rückstellungen für den Rückbau der Windmühlen, andere nicht. Für die Bauern besteht unabhänig davon, dass sich die Gesellschaft die Subventionen für wertlosen Zufallsstrom warscheinlich in wenigen Jahren nicht mehr leisten kann, eine erhebliche betriebswirtschaftliche Warscheinlichkeit auf dem Rückbau dieser ökoreligiösen Monumente sitzen zu bleiben.

    Vandale

  • @Vandale

    Sie als Entsorgungsspezialist für Atommüll haben ganz vergessen darauf hinzuweisen, dass man keinen Salzstock oder ähnliches für die Entsorgung der "Betonklötze" benötigt. Ergo muss der Steuerzahler hier auch nichts bei der Entsorgung mitfinanzieren. Soweit wird es aber nicht kommen, da Windenergie Zukunft hat!

    Wenn ich als Bauer eine Million pro Windmühle oder mehr aus der Pacht eingenommen habe, dann nehme ich sogar die Entsorgung von weniger als 50.000 Euro pro Betonklotz in Kauf. Im Übrigen ist alles im Pachtvertrag geregelt. Ist wohl nicht Ihr Spezialgebiet?

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